Christa Fenzl aus Strahlshausen ist Landfrau mit Herz für die Sache
StartseiteLokalesWitzenhausenEschwegeStand: 26.07.2026, 17:58 UhrKommentareUns auf Google folgenAuf der Terrasse im Liegestuhl zwischen den Blumen: Christa Fenzl, die ehrenamtlich ganz viel leistet und geleiste...
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Stand: 26.07.2026, 17:58 Uhr
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Christa Fenzl aus Strahlshausen engagiert sich nicht nur bei den Landfrauen. Sie führt auch einen Verein für Gesundheitssport in Eschwege.
Strahlshausen – Vielfalt und Pflichtbewusstsein im Ehrenamt, ein hohes Maß an Verantwortung für die Allgemeinheit, entscheidungsfreudig, mit ganz viel Herz bei der Sache und, quasi als Krönung, ein glücklicher Familienmensch. Auf diesen vielseitigen Fundamenten hat Christa Fenzl ihr Leben aufgebaut. Ihr Beruf als Hauswirtschaftlerin, den sie nach der Mittleren Reife inhaltlich in Jahrestakten permanent weiter intensivierte, was schließlich final in das Amt als leitende Hauswirtschaftlerin mit dem Zusatz Elektroberaterin mündete, führte sie zu ihrem großen Hobby, den Landfrauenvereinen.
„Schon mit 15 Jahren hat mich die Lehrküche nach Alsfeld gezogen. Und nach den entsprechenden Qualifikationen, bin ich von dort aus durch den gesamten Vogelsbergkreis gereist, um den Landfrauen Kochkurse und fachbezogene Vorträge anzubieten“, erklärt die heute 74-Jährige, die in Eschwege geboren wurde und in Niddawitzhausen aufgewachsen ist. 1977 ist sie mit 25 Jahren der Liebe wegen zu ihrem Ehemann Heinz auf den Bauernhof nach Strahlshausen gezogen.
Die Umtriebige
Nach der Geburt ihrer Kinder, der Sohn war vier, die Tochter zwei Jahre alt, holte sie die Umtriebigkeit schnell wieder ein. „Und so habe ich neben der Arbeit auf unserem Bauernhof 1982 begonnen, die Landfrauenvereine im Werra-Meißner-Kreis zu besuchen und ihnen meine Fähigkeiten als Ernährungsfachfrau an Vortragsabenden zu vermitteln“, lässt Christa Fenzl erkennen, dass sie nach der Wende selbst im benachbarten Thüringen gefragt war und auch dort ihr Wissen über die gesunde Ernährung, egal ob im Bereich Gemüse oder gar Fisch, weiterzugeben.
Nur zwei Jahre später folgte sie 1984 dem Ruf der Landesvereinigung der Milchwirtschaft, die sie ebenfalls für Vortragsreihen gewinnen konnte. „Und zusätzlich sind die Schulen und Kindergärten auf mich aufmerksam geworden. So habe ich dort vormittags gesundes Frühstück auf den Tisch gebracht oder auch Projekttage initiiert“, sagt Christa Fenzl. Die morgendliche Nachfrage wurde immer größer, was teilweise dazu geführt habe, „dass aufgrund meiner abendlichen Landfrauenvorträge mein Ehemann auf unserem Hof, speziell beim Melken im Kuhstall, die Arbeit allein schultern musste.“
Die Landfrau
Strahlshausen gehört bekanntlich zum Eschweger Stadtteil Niederhone, wo Christa Fenzl 2004 in den Vorstand des Landfrauenvereins gewählt wurde. „Und es macht ja in vielen Vereinen immer mehr Schule, dass sich der Vorstand aus mehreren gleichberechtigten Köpfen zusammensetzt, die die Führungsarbeit gemeinsam stemmen. Das ist seit 2012 auch in Niederhone so, wir lenken mit sieben Vorstandsmitgliedern die Geschicke und können behaupten, dass die Aufgabenverteilung bestens klappt“, erklärt Christa Fenzl. Ein Leben ohne Landfrauenvereine kann sie sich nicht vorstellen. Entsprechend gehörte sie auch zwei komplette Jahrzehnte dem Vorstand des Bezirkslandfrauenvereins Eschwege an.
Die Organisatorin
Gerne organisiert sie auch Mehrtagesfahrten für die Frauen von Niederhone, das Erzgebirge und die Ostseeinsel Usedom waren bereits die Ziele. „Und auch Besichtigungs-Tagesfahrten in der Region unternehmen wir seit geraumer Zeit, wählen unter dem Motto ‚Heimat erleben‘ interessante Ziele aus“, sagt Christa Fenzl. Dennoch werde es immer schwieriger, junge Frauen zu gewinnen, obwohl Schnuppertreffen angeboten werden. „Es muss unser Vorsatz bleiben, die Gemeinsamkeit von Jung und Alt zu pflegen.“ Dabei denkt sie an Frauen wie Helga Rohde, die vorige Woche 90. Geburtstag feierte und die Treffen zu Fuß besucht.
Dass die Landfrauen Niederhone ein Teil der Dorfgemeinschaft sind, das unterstreichen sie im Rahmen der jährlichen Halloweenparty mit den Kindern, für die Kürbissuppe gekocht wird. „Dabei unterstützt uns Pascal Zeuch vom Nahkauf, der mit den Mädchen und Buben Kürbisse aushöhlt und schnitzt. Auch die Fackelwanderung im Frühjahr zum Bückeberg hat zuletzt 70 große und kleine Leute angelockt“, schwärmt Christa Fenzl. Beim Weihnachtsmarkt bieten die Landfrauen Eisekuchen an.
Der Gesundheitssport
Eine Herzerkrankung brachte die 74-Jährige 2005 zum Verein für Gesundheitssport in Eschwege. Und als 2012 die Auflösung drohte, hat sie mit vier Mitstreitern den Bock umgestoßen, den Verein gerettet und selbst den Vorsitz übernommen. „Wir zählen 110 Mitglieder und genauso viele Reha-Verordnungen. Wer ärztlicherseits zu uns geschickt wird, den nehmen wir natürlich auch ohne Mitgliedschaft auf“, sagt sie und ist dankbar für drei neue Trainer. Dienstags steht das orthopädische Schwimmen auf der Angebotspalette und donnerstags treffen sich die Mitglieder der fünf Gruppen in der Eschweger Heuberghalle, wo Orthopädie- und Herzsport angeboten werden.
„Für mehr als fünf Gruppen fehlen uns die räumlichen Möglichkeiten, weil seit einiger Zeit ein Vorhang defekt ist und die Halle nicht mehr in drei Felder abgegrenzt werden kann. Ich habe natürlich eine Vision, was den Verein betrifft, und hoffe, dass sich in zwei Jahren jemand findet, der meine Nachfolge antritt und die sehr oft segensreichen Hilfsangebote fortsetzt.“
Privat haben sich Christa und Heinz Fenzl der Gartenarbeit, der Blumenpflege und dem Gemüseanbau verschrieben. „Mein Mann hat mir aus Badewannen zwei Hochbeete gebaut, die wollen freilich bearbeitet werden“, erzählt Christa Frenzel. „Die zwei 15- und 13-jährigen Enkelsöhne, die in Mainz wohnen, und die 14-jährige Enkeltochter, die in Hamburg zu Hause ist, haben wir schon in ganz jungen Jahren mit in den Urlaub von der Nord- und Ostsee bis in die Alpen genommen.“ (Harald Triller)
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