BSW wird zum Königsmacher: Parteichefin mit neuem Vorschlag für Regierungsbildung in Sachsen-Anhalt
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Stand: 06.09.2026, 22:09 Uhr
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Die Stimmen sind noch ganz gezählt, doch sicher ist die AfD als Wahlsiegerin. Ob Siegmund den Ministerpräsidenten stellt, hängt auch vom BSW ab.
Magdeburg – Die Wählerstimmen nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt sind noch nicht vollständig ausgezählt, doch auch ohne die Ergebnisse aus der Briefwahl ist sicher: Die AfD mit Spitzenkandidat Ulrich Siegmund ist die Wahlgewinnerin. Was hingegen noch nicht zu 100 Prozent feststeht, auch wenn die jüngsten Hochrechnungen es nahelegen, ist der Einzug des BSW in den Magdeburger Landtag. Derzeit steht das BSW jedoch bei 5,1 Prozent.

Entsprechend wird viel spekuliert darüber, welche Rolle die Partei von Sahra Wagenknecht bei einer Regierungsbildung einnehmen könnte. BSW-Parteivorsitzende Amira Mohamed Ali äußerte sich diesbezüglich eindeutig gegenüber dem ZDF und betonte die Forderung nach einem überparteilichen Ministerpräsidenten in Sachsen-Anhalt. Es brauche jemanden, der überparteilich anerkannt sei und mit wechselnden Mehrheiten unter Einbindung des gesamten Parlaments regieren könne, erklärte sie am Sonntagabend und griff damit eine Idee auf, die von Wagenknecht vor Monaten formuliert wurde.
BSW fordert für Sachsen-Anhalt „neutralen“ Ministerpräsidenten
Ali behauptete, mit einem überparteilichen Ministerpräsidenten „die Gräben im Land“ wieder zu schließen, die durch zwei Lager entstanden seien: Einerseits gäbe es die etablierten Parteien, die sich eine „Brandmauerkoalition“ wünschten, und andererseits die AfD. Es sei klar, dass die jeweils andere Seite des Parlaments und ebenso innerhalb der Bevölkerung die künftige Regierung „vollkommen ablehnen“ werde.
Der Haken an diesem Modell ist dem BSW bekannt: Siegmund lehnt einen überparteilichen Regierungschef kategorisch ab und strebt eine Alleinherrschaft an – für die er vermutlich Abtrünnige anderer Parteien erwartet. Und hier bietet sich das BSW an, da die fehlende Distanz zur AfD bereits in Thüringen zur Spaltung geführt hat. Es bleibt also unklar, was Ali mit einer Forderung bezweckt, von der sie ob ihres fehlenden Realitätsbezugs wissen dürfte.
AfD-Parteichefin Alice Weidel sieht denn auch das BSW als potenzielle Hilfe zur Macht. Es seien bereits Gespräche der AfD mit anderen Parteien vor der Wahl gelaufen, sagte sie den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montagsausgaben). „Und natürlich ist ein Regierungsszenario mit dem BSW für uns als AfD sehr interessant.“ Genauso sei eine Minderheitsregierung „eine relevante Option für die AfD in Sachsen-Anhalt“. Es wird sich also zeigen, wie viel der Ruf des BSW nach einem neutralen Ministerpräsidenten wert ist. (Quellen: AFP, dpa, eigene Recherche) (ktho)