Zwei Verdächtige nach Anschlag auf Rüstungsfirmen in München festgenommen
Nachdem in München Brandsätze nahe Rüstungsfirmen sichergestellt worden sind, hat die Polizei zwei bulgarische Staatsbürger festgenommen. Zum möglichen Motiv machen die Ermittler keine genauen Angaben.
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Publiziert3. September 2026, 18:38
München DEBrandanschläge auf Rüstungsfirmen: Politisches Motiv vermutet
Nachdem in München Brandsätze nahe Rüstungsfirmen sichergestellt worden sind, hat die Polizei zwei bulgarische Staatsbürger festgenommen. Zum möglichen Motiv machen die Ermittler keine genauen Angaben.


Darum gehts
- In München wurden zwei Verdächtige nach Brandanschlägen auf ein Gebäude mit Rüstungsfirmen festgenommen.
- Das bayerische LKA und die Generalstaatsanwaltschaft gehen von einem politischen Hintergrund aus.
- Bei den Festgenommenen handelt es sich um eine 28-jährige Frau und einen 38-jährigen Mann, beide bulgarische Staatsbürger.
Nach einer versuchten nächtlichen Brandsatzattacke auf ein Firmengebäude mit Rüstungsunternehmen in München gehen Ermittler von einem politischen Hintergrund aus. Das bayerische Landeskriminalamt (LKA) und die Münchner Generalstaatsanwaltschaft übernahmen deshalb den Fall, wie ein LKA-Sprecher am Donnerstag in der Landeshauptstadt sagte. Demnach wurden die Brandsätze in der Nacht aus einem Auto geworfen. Zwei Verdächtige wurden wenig später an einer Tankstelle festgenommen.
Kaum Schäden dank Augenzeugen
Augenzeugen alarmierten die Polizei demnach gegen Mitternacht wegen des Tatgeschehens, ein Brandsatz wurde von eintreffenden Beamten gelöscht. Ein zweiter Brandsatz zündete nicht und wurde später entschärft. Der Polizei zufolge entstanden kaum Schäden. In dem Gebäudekomplex im Stadtteil Berg am Laim sind demnach mehrere Rüstungsfirmen ansässig.
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Bei den beiden Verdächtigen aus dem Auto handelt es sich den Ermittlern zufolge um eine 28-jährige Frau und einen 38-jährigen Mann, beide sind bulgarische Staatsbürger. Sie wurden von Einsatzkräften während einer Sofortfahndung an einer Tankstelle festgenommen. Inwieweit sie mit der Tat in Verbindung stünden, sei nun Gegenstand der Ermittlungen, hiess es.
Ermittler halten sich bedeckt
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sprach ebenfalls von einem mutmasslichen politischen Hintergrund. Die Ermittler versuchten im engen Austausch mit weiteren deutschen und europäischen Sicherheitsbehörden, Erkenntnisse über die festgenommenen Tatverdächtigen zu gewinnen, sagte er in Nürnberg. «Mehr können wir gegenwärtig dazu noch nicht sagen.»
Dem LKA-Sprecher zufolge befindet sich vor dem Gebäude eine Baustelle. Die Ermittler gingen demnach allerdings davon aus, dass die beiden Brandsatzwürfe dem Gebäude mit den Rüstungsunternehmen selbst galten. Nähere Angaben zu den darin ansässigen Firmen machten die Beamten nicht.
Zu den betroffenen Firmen gehört nach eigenen Angaben der Technologie- und Sicherheitskonzern Rohde & Schwarz. Es habe in der Nacht einen Polizei- und Feuerwehreinsatz «im Umfeld» seines Betriebsgeländes in München gegeben, erklärte der Konzern. Das Betriebsgelände selbst sei jedoch nicht betroffen gewesen. Weitere Angaben machte das Unternehmen nicht.
Minister: «Angriff auf Bayerns Wirtschaft»
Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) bezeichnete die Tat als «Angriff auf Bayerns Wirtschaft». Es sei nicht das erste Mal, dass Technologieunternehmen mit einer Nähe zur Sicherheits- und Verteidigungsindustrie ins Visier gerieten, erklärte er in München. Das zwinge auch zu «weiteren kostenintensiven Sicherheitsvorkehrungen».
Das bulgarische Aussenministerium teilte auf AFP-Anfrage mit, den Fall in München aufmerksam zu verfolgen. Das bulgarische Generalkonsulat in München stehe in direktem Kontakt mit den zuständigen deutschen Stellen, die die Identität der Festgenommenen bestätigt hätten, hiess es. Nach Angaben der deutschen Behörden seien die Ermittlungen noch in einem frühen Stadium.
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Benedikt Hollenstein (bho) ist seit 2021 bei 20 Minuten. Er schreibt für den Newsdesk und übernimmt dort auch Tagesleitungsschichten.

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