Fast alle Hobbygärtner machen es falsch: Die unsichtbare Gefahr beim Sommer-Düngen
StartseiteRatgeberWohnenBloß nicht jetzt düngen: Die häufigsten Garten-Fehler im Sommer – und wie Sie sie vermeidenStand: 12.07.2026, 07:01 UhrKommentareUns auf Google folgenDer Sommer ist Hochsaison im Garten ...
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Bloß nicht jetzt düngen: Die häufigsten Garten-Fehler im Sommer – und wie Sie sie vermeiden
Stand: 12.07.2026, 07:01 Uhr
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Der Sommer ist Hochsaison im Garten – doch ausgerechnet jetzt machen viele Hobbygärtner beim Düngen gravierende Fehler. Worauf Sie achten sollten.
Kassel – Hitze, Trockenheit, üppiges Wachstum – der Sommer stellt Garten und Gärtnerin gleichermaßen auf die Probe. Viele greifen dann aus gutem Willen tief in die Düngerkiste. Doch nicht alle Pflanzen brauchen im Hochsommer Nährstoffe, und nicht jeder Dünger ist jetzt die richtige Wahl. Wer die typischen Fehler kennt, kann gezielt gegensteuern – und seinen Garten fit durch die heiße Jahreszeit bringen.

Fehler 1: Bei Hitze und Trockenheit düngen
Der vielleicht folgenreichste Irrtum: Dünger auf ausgetrockneten, heißen Boden ausbringen. Rasengräser etwa – eigentlich Schwerarbeiter im Sommer – brauchen ihre Nährstoffe nur dann, wenn ausreichend Feuchtigkeit vorhanden ist. Laut dem Gartenmagazin Mein schöner Garten gilt: Bei Temperaturen über 28 Grad Celsius und anhaltender Trockenheit wird weder gemäht noch gedüngt. Stattdessen heißt es abwarten, bis Regen fällt und die Temperaturen sinken.
Mineralischer Dünger, der auf trockenen Boden trifft, kann Wurzeln verbrennen, weil er nicht ausreichend verdünnt wird. Auch Flüssigdünger sollte niemals auf ausgedörrte Erde gegeben werden – immer erst gießen, dann düngen.
Fehler 2: Zu spät im Jahr düngen
Wer seinen Pflanzen noch im Spätsommer einen Wachstumsschub gönnen will, riskiert ernsthafte Frostschäden. Gartenexpertin Heike Boomgaarden erklärt gegenüber dem SWR: „Ende Juli bis Mitte August ist ein guter Zeitpunkt, um Stauden, Sträucher oder Bäume noch einmal mit Nährstoffen zu versorgen.“ Danach aber sollte Schluss sein.
Der Grund: Wenn sich der Sommer dem Ende neigt, müssen Pflanzen beginnen zu verholzen – also ihre Triebe zu festigen und sich auf den Winter einzustellen. Wer zu lange düngt, hält das Wachstum künstlich am Laufen. Die Triebe bleiben weich und sind dann anfällig für Frostschäden. Ab Mitte August gilt daher: die Düngergabe einstellen.
Fehler 3: Im Spätsommer Langzeitdünger einsetzen
Langzeitdünger klingt praktisch – einmal ausbringen, lange wirksam. Im Spätsommer ist er jedoch die falsche Wahl. Der Grund ist simpel: Langzeitdünger setzt seine Nährstoffe verzögert frei, oft erst wenn der Herbst einsetzt. Das veranlasst die Pflanze, weiter zu wachsen, statt in die Winterruhe zu gehen.
Laut SWR-Gartenexpertin Boomgaarden sind im Spätsommer organische Dünger vorzuziehen, die direkt von den Pflanzen aufgenommen werden können. Wer es besonders nachhaltig mag: Selbst angesetzte Brennnesseljauche (1 kg frische Brennnesseln auf 10 Liter Wasser, eine Woche ziehen lassen, dann 1:10 verdünnen) stärkt Sträucher, Stauden und Bäume auf natürliche Weise – ohne die Wintervorbereitung zu stören.
Fehler 4: Alle Pflanzen gleich behandeln
Nicht jede Pflanze hat im Sommer denselben Hunger. Wer pauschal düngt, macht es entweder falschen Pflanzen zu gut – oder lässt die Falschen hungern. Gerade bei Hortensien sollten Sie aufpassen. Die Unterschiede sind erheblich:
- Saisondauerblüher in Kübeln und Beeten – etwa Pelargonien oder Petunien – brauchen kontinuierlich Wasser und Nährstoffe, da sie den ganzen Sommer über blühen. Langzeitdünger als Granulat sollte regelmäßig nachgelegt werden, Flüssigdünger einmal pro Woche.
- Stauden wie Lavendel oder Nelken kommen mit einer einmaligen Frühjahrsgabe aus. Ein Zuviel schadet ihnen sogar: Überdüngung macht diese Pflanzen weniger widerstandsfähig.
- Rosen in guten Böden brauchen meist nur beim Austrieb Dünger. Wächst die Rose in sandigem Boden, kann eine weitere Gabe bis spätestens Mitte Juli sinnvoll sein – nicht später.
- Gemüse wie Tomaten, Gurken oder Kohl zählen zu den Starkzehrern und brauchen im Sommer regelmäßig Nährstoffe, besonders auf mageren Böden. Trockenheit und Nährstoffmangel können hier zur sogenannten Blütenendfäule führen – unansehnliche braune bis schwarze Stellen an Früchten.
Fehler 5: Ohne Bodenanalyse düngen
Hobbygärtner meinen es gut – und düngen oft zu viel. Dabei sind viele Nährstoffe bereits im Boden vorhanden. Ingenieur für Pflanzenzüchtung Jörg Krüger empfiehlt laut MDR ausdrücklich, vor dem Düngen eine Bodenanalyse machen zu lassen. Nur so lässt sich feststellen, was der Boden tatsächlich braucht – und eine Überdüngung vermeiden, die nicht nur den Pflanzen schadet, sondern auch Boden und Grundwasser belastet.
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Fehler 6: Kräuter und anspruchslose Pflanzen überdüngen
Ein weiterer häufiger Fehler betrifft Kräuter wie Rosmarin oder Thymian: Sie benötigen im Spätsommer überhaupt keinen Dünger mehr und kommen mit den vorhandenen Bodennährstoffen gut aus. Ähnliches gilt für Riesengräser wie Pampasgras. Stattdessen sollte Hornspäne oder Schafwolle in den Boden eingearbeitet werden. Diese zersetzen sich über den Winter langsam und liefern die Nährstoffe genau dann, wenn die Pflanze sie im Frühling benötigt.
Die einfache Faustregel: Genau hinschauen
Wer seinen Pflanzen wirklich helfen will, sollte sie regelmäßig beobachten. Saftig grüne, vital wirkende Pflanzen brauchen keinen zusätzlichen Dünger. Erst bei blassen Blättern, schwachem Wachstum oder sichtbarem Nährstoffmangel ist eine gezielte Gabe sinnvoll. Und immer gilt: Dünger erst nach dem Gießen, nie auf trockenen Boden – und rechtzeitig vor dem Herbst den Abschluss machen. Als Dünger hat sich für bestimmte Pflanzen Kaffeesatz bewährt. (Quellen: Swr.de, Mdr.de, Mein-schoener-garten.de, eigene Recherche) (str)