„Bin fassungslos“: Österreich-Urlauber ärgert sich bei Blick auf den Kassenbon
tzWelt„Bin fassungslos“: Österreich-Urlauber ärgert sich über 6,80 Euro für ein Soda ZitronStand: 01.09.2026, 13:56 UhrKommentareUns auf Google folgenDie Urlaubslaune ist einem Österreicher am Wörthersee bei ei...
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„Bin fassungslos“: Österreich-Urlauber ärgert sich über 6,80 Euro für ein Soda Zitron
Stand: 01.09.2026, 13:56 Uhr
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Die Urlaubslaune ist einem Österreicher am Wörthersee bei einer Soda Zitrone komplett vergangen. Die Wirtin hat eine Erklärung dafür.
Wien – Ein Glas Wasser mit Zitrone gilt für viele eher als simples Produkt. Ein Österreicher musste am Wörthersee erfahren, dass das in einem Café jedoch ganz anders ist. Für ein „Soda Zitron“ blätterte der Urlauber 6,80 Euro hin.

Laut dem österreichischen Portal heute.at empörte sich der 56-Jährige über den Preis von „Soda Zitron“ (0,5 Liter, mit frisch gepresster Zitrone). „Wenn ich das Soda wegrechne, kostet die Zitrone in meinem Soda 2,80 – ich bin fassungslos!“, ärgert sich Martin S. gegenüber dem Portal.
„Es ist die Aussicht, die so viel kostet“: Österreich-Urlauber ärgert sich über Preis für Soda Zitron am Wörthersee
Martin S. sprach seinen Unmut seinen Angaben zufolge direkt im Lokal an. „Es ist die Aussicht, die so viel kostet“, habe man ihm geantwortet. Er räume zwar ein, dass Velden nun mal Velden sei, „aber für den Preis bekomme ich mehr als ein ganzes Sackerl Zitronen“, so der Urlauber.
Gegenüber heute.at rechtfertigte die Wirtin die Preisgestaltung. In das Getränk komme ausschließlich frisch gepresster Zitronensaft – kein Konzentrat. Dazu müssten die Früchte besorgt, ausgepresst und das Getränk serviert werden – und anschließend seien die Gläser zu spülen. „Das ist ein großer Aufwand.“ Gerade frische Zitronen machten dabei besonders viel Arbeit, da sie hartnäckig an den Gläsern hafteten. Obendrein werde jedes Glas mit einer Zitronenspalte garniert.
Von diesen Argumenten zeigte sich Martin S. wenig überzeugt. Obwohl er die Region gut kenne und dort regelmäßig unterwegs sei, sei ihm ein derart hoher Preis bislang noch nie begegnet. Das Lokal werde er nicht mehr aufsuchen. „Im Urlaub habe ich mich noch nie so geärgert“, sagt er – und fügt hinzu, dass er für diesen Preis auch im Schlosshotel sitzen könnte.
Zum Vergleich: Die online abrufbare Getränkekarte des Schlosshotels Velden (vier Sterne) listet eine hausgemachte Zitronenlimonade aus Zitronensaft, Zuckersirup, Zitrone und Wasser für 8 Euro. Allerdings ist der Karte nicht zu entnehmen, ob es sich um 0,33 oder 0,5 Liter handelt. Ein mit Soda gespritzter Saft in der 0,5-Liter-Variante schlägt dort mit 7,90 Euro zu Buche.
Extra-Kosten für Leitungswasser im Restaurant empört auch in München
Getränkepreise in Restaurants lösen nicht nur am Wörthersee regelmäßig Empörung aus. Schnell machte sich bei einigen Gästen das Gefühl von „Abzocke“ gerade beim Thema Wasser, breit. In München regte sich ein Reddit-Nutzer über die Preise für Mineralwasser in Restaurants auf. Eine Flasche habe ihn 8 Euro gekostet. Schnell wird bei der Debatte grundsätzlich Gratis-Leitungswasser in Gaststätten verlangt. Mit dem Verweis darauf, dass es auch in anderen europäischen Ländern üblich sei.
Laut dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband Bayern (Dehoga Bayern) existiert in Bayern keine Vorschrift, die Gastronomen zur Abgabe von kostenlosem Leitungswasser verpflichtet. Dafür falle hierzulande keine Gedeckgebühr an, wie sie etwa in Italien als sogenanntes Coperto üblich ist.
„Es ist ganz einfach so, dass wir mehr sind, als nur reine Produktregale“, betonte Geppert bei der tz von Ippen.Media im Mai 2026. Ein Sprecher des Hofbräuhauses betonte, dass auch das dort angebotene Tafelwasser nicht einfach aus dem Hahn komme. „Es ist nicht so, dass wir einfach ein Glas unter den Wasserhahn halten.“ Stattdessen werde es mit Kohlensäure versetzt.
Gratis-Leitungswasser auch in Österreich keine Pflicht
In Österreich ist das kostenlose Leitungswasser schon lange keine Selbstverständlichkeit mehr. Die Wirtschaftskammer WKO Österreich rechnete schon 2023 vor, welche Kosten ein halber Liter Wasser dem Wirt verursacht: 99,94 Cent – ohne Gewinn. Gesetzlich vorgeschriebene Preise für Leitungswasser existieren in Österreich nicht, heißt es beim österreichischen Verein für Konsumenten-Information (VKI).
Bei Getränkepreisen greife lediglich eine Vorschrift aus der Gewerbeordnung: In Betrieben mit Alkoholausschank dürfen die zwei günstigsten alkoholfreien Getränke nicht teurer sein als das billigste alkoholische – gemessen am Literpreis.
Arbeiterkammer Wien: Gastro kassiert bei Leitungswasser ab
In der Hauptstadt Wien langen Gastronomen ganz schön zu, wie Stichproben in 30 Restaurants und Kaffeehäusern ergeben haben. In 23 von 30 Lokalen müssen Gäste für ihr Leitungswasser zahlen – auch wenn sie gleichzeitig Essen oder andere Getränke bestellen, hat die Arbeiterkammer Wien herausgefunden. Die Preise für 0,5 Liter Wasser liegen demnach zwischen 0,80 und 3,60 Euro. (Quellen: heute.at, Arbeiterkammer Wien, Wirtschaftskammer WKO Österreich, Recherche) (ml)