Beschaulich-idyllischer Hafenort überzeugt Jahr für Jahr aufs Neue
StartseiteWeltStand: 01.09.2026, 14:01 UhrKommentareUns auf Google folgenBunte Krabbenkutter, historische Giebelhäuser und zwei Windmühlen: Greetsiel gehört zu den beliebtesten Orten in Ostfriesland. © Marcel P...
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Stand: 01.09.2026, 14:01 Uhr
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Ein kleiner Fischerort in Niedersachsen zieht jährlich sehr viele Touristen an. Der idyllische Hafen, tolle Cafés und natürlich auch viele Krabbenkutter überzeugen.
Wer zum ersten Mal nach Greetsiel kommt, braucht meist nur wenige Minuten, um zu verstehen, warum dieser Ort so viele Menschen anzieht. Tolle, alte Gebäude mit Cafés und Restaurants gibt es hier. Zudem schaukeln Krabbenkutter träge im Hafen, und zwei bedeutende Windmühlen ragen hier in den weiten ostfriesischen Himmel. Das Fischerdorf in der Gemeinde Krummhörn, rund 15 Kilometer von Emden und Norden entfernt, zählt gerade einmal etwa 1.500 Einwohner. Und dennoch kamen laut der Tourismus-Agentur Nordsee allein im Jahr 2025 mehr als 155.000 Gäste in die Region, die insgesamt rund 836.000 Übernachtungen buchten.
Greetsiel blickt auf rund 650 Jahre urkundlich belegte Geschichte zurück. Erstmals erwähnt wurde der Ort im Jahr 1388. Schon früh spielte er eine bedeutende Rolle in der Region: Die Häuptlingsfamilie der Cirksena residierte hier, und 1462 wurde Graf Edzard der Große auf der Cirksenaburg in Greetsiel geboren – jener Herrscher, der Ostfriesland vom Fluss Weser bis nach Groningen ausdehnte.
Idylle an der Nordsee: Greetsiel in Ostfriesland hat besonders viele Krabbenkutter zu bieten
Der Hafen war über Jahrhunderte das wirtschaftliche Herzstück des Ortes. Über ein weitverzweigtes Netz aus Gräben und Kanälen wurde Fracht nach Emden und in die umliegenden Dörfer transportiert. Torfschiffe versorgten die Bewohner der Krummhörn mit Brennmaterial, sogenannte Loogschiffe übernahmen den Gütertransport in die Marsch.

Bis heute ist der Hafen das Herzstück Greetsiels – und die Krabbenfischerei sein wirtschaftliches Fundament. Mit rund 25 bis 27 Krabbenkuttern beheimatet Greetsiel die größte Kutterflotte Ostfrieslands. Die Kutter fahren auf die Nordsee hinaus und bringen vor allem Nordseekrabben an Land, die in der Region auch „Granat“ genannt werden. Daneben werden in kleineren Mengen Plattfische wie Schollen und Seezungen gefangen. Wer möchte, kann frisch gekochte Krabben direkt am Hafen kaufen – ein Erlebnis, das zum Pflichtprogramm vieler Besucher gehört. Die historische Häuserzeile an der Sielstraße, mit ihren glockenförmigen Giebeln nach niederländischem Vorbild, gilt als eines der meistfotografierten Motive in ganz Ostfriesland.
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Doppel-Mühlen, tolle Cafés und alte Straßen: Das kleine Fischerdorf in Niedersachsen ist sehr beliebt
Kaum weniger bekannt als der Hafen sind die beiden Windmühlen am Ortseingang, die sogenannten Zwillingsmühlen. Beide sind zweistöckige Galerieholländer und stehen im Abstand von rund 130 Metern am alten Greetsieler Sieltief. Die Rote Mühle geht auf das Jahr 1706 zurück, als an ihrem heutigen Standort ein Erdholländer errichtet wurde. Sie brannte 1736 nieder, wurde wiederaufgebaut, fiel 1920 erneut den Flammen zum Opfer und erhielt 1921 ihre heutige Gestalt. Die Grüne Mühle stammt aus dem Jahr 1856.
Beide Mühlen dienten über Generationen dem Mahlen von Getreide und Raps. Mit dem Aufkommen moderner Mühlenbetriebe verloren sie ihre wirtschaftliche Bedeutung: Die Grüne Mühle stellte 1972 den Betrieb ein, die Rote Mühle folgte 1985. Heute beherbergt die Grüne Mühle ein Mühlenmuseum sowie eine Teestube, in der Besucher ostfriesischen Tee und Kuchen genießen können, heißt es von der Tourismusseite Krummhörns. Die Rote Mühle ist für Führungen geöffnet.