Berlins Müll-Chaos: Wir alle sollten gegen die Wegwerfgesellschaft ankämpfen!

Jedes Jahr verlassen rund 160.000 Berliner die Hauptstadt, so viele wie nie zuvor. Als Gründe geben die Stadtflüchtlinge neben explodierenden Mieten, Lärm und Stress auch das Müll-Chaos in Berlin an. Berlin ver...

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Berlins Müll-Chaos: Wir alle sollten gegen die Wegwerfgesellschaft ankämpfen!

Jedes Jahr verlassen rund 160.000 Berliner die Hauptstadt, so viele wie nie zuvor. Als Gründe geben die Stadtflüchtlinge neben explodierenden Mieten, Lärm und Stress auch das Müll-Chaos in Berlin an. Berlin versinkt gefühlt wirklich oft im Müll. Überquellende Papierkörbe, Sperrmüll auf Gehwegen und zertretene Pizzakartons gehören zum alltäglichen Stadtbild. Die Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR) arbeiten unter Hochdruck, doch die Kampagnen, wie die zur Stadtsauberkeit unter Senatorin Ute Bonde (CDU), sind mäßig erfolgreich.

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Während die BSR und die Senatorin an die Eigenverantwortung appellieren, sieht die Realität oft ernüchternd aus. Kampagnen wie „Berlin sauber“ müssen scheitern, wenn die Mülleimer und Mülleimerinnen, wie sie beim Christopher Street Day (CSD) genannt werden, nicht reichen, überquellen oder kaputt sind. Oder wenn bewusst wenige Mülltonnen aufgestellt werden, um Ratten nicht zu viele Nachtquartiere bereitzustellen. Außerdem produzieren wir alle viel zu viel Müll.

BSR Müllkampagne 

„Du liebst Fast Food, wir Clean City“: Im James-Simon-Park an der Museumsinsel stehen besonders große Mülleimer mit der BSR-Müllkampagne.© BM | Iris May

Natürlich gibt es Menschen, die einfach zu faul, zu achtlos oder zu betrunken sind, um ihren Müll ordentlich zu entsorgen. Viele Berlinerinnen und Berliner werten das „Müll-Chaos“ als Versagen der Politik. Wir müssen aber alle lernen, unseren Lebensraum nicht als Müllhalde zu behandeln. Und was noch viel wichtiger ist: Müll vermeiden, wo es geht! Das Grundübel ist der achtlose Konsum. Die Umweltbildungsinitiative „wirBerlin“ stiftet seit zwölf Jahren einen Sonderpreis für Müllvermeidungs-Ideen. Und Berliner Kinder haben jedes Jahr neue kreative Ideen. Der New Yorker Aktivist Rob Greenfield macht seit 2011 vor, wie man Müll vermeidet: Dazu gehören der Verzicht auf Einwegplastik, der Einkauf in verpackungsfreien Läden und das strikte Vermeiden von Dingen, die nicht recycelt werden können.