Bäreneinzelfelle
Julya Rabinowich Bäreneinzelfelle Lieber einem Mann oder einem Bären im Wald begegnen? Einserkastl / Julya Rabinowich ...
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Julya Rabinowich
Bäreneinzelfelle
Lieber einem Mann oder einem Bären im Wald begegnen?
Einserkastl
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Julya Rabinowich
Der Bär hat einen großen Nachteil: Er nimmt an keiner Talkshow teil. Sonst hätte er womöglich publikumswirksam erklärt, dass man die Debatte endlich versachlichen müsse. Denn kaum sagten viele Frauen, dass sie lieber einem Bär im Wald begegnen würden als einem Mann, war die Empörung groß. Gesagt haben sie das aber nicht einfach so, sondern erschüttert von all den Vergewaltigungen und Morden, die ausgerechnet von jenen Männern verübt werden, die die Opfer als Partner betrachteten und denen sie vertrauten.
Dieter Nuhr fühlte sich dazu berufen, Frauen satirisch auszurichten, sie mögen doch ihre potentiellen Sexpartner vorab etwas besser kennenlernen. Vermutlich, um die Femizidstatistik wieder zu schönen. Völlig an Nuhrs Aufmerksamkeit vorübergegangen dürfte die Tatsache sein, dass die meisten Frauen eben nicht von Fremden verletzt, getötet, betäubt und vergewaltigt werden. Sondern von jenen, mit denen sie geschlafen, gegessen, gelacht, Kinder bekommen, kurzum: Ihr Leben geteilt haben. Vielleicht sollte Nuhr die Realität dieser Frauen kennenlernen.
Vor kurzem hat übrigens ein Bär in Japan eine Küche durchwühlt. Und ein Mann hat in Tirol seiner Frau eine Gabel ins Auge gerammt. In der gemeinsamen Küche. Man wähle den Bären! Der Bär hat übrigens nie um Verständnis gebeten. Er hat die Zerstörung seines Rufes durch miese Bäreneinzelfelle nie beklagt. Vielleicht wäre es einmal an der Zeit, dass der Bär eine eigene Show bekommt. (Julya Rabinowich, 20.7.2026)
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