Ausgezeichneter Weinhändler: Vom Lufthansa-Piloten zum Top-Sommelier – Völklinger verkostet 6.000 Weine im Jahr
Vom Cockpit in den Weinkeller: Der Völklinger Weinhändler Frank Roeder war mal Lufthansa-Pilot, jetzt ist er unter anderem für die Weinauswahl auf den Flügen zuständig – und wurde schon zum vierten Mal als einer der Top 50 Sommeliers in Deutschland ausgezeichnet.
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Ausgezeichneter Weinhändler Vom Lufthansa-Piloten zum Top-Sommelier – Völklinger verkostet 6.000 Weine im Jahr
Völklingen · Vom Cockpit in den Weinkeller: Der Völklinger Weinhändler Frank Roeder war mal Lufthansa-Pilot, jetzt ist er unter anderem für die Weinauswahl auf den Flügen zuständig – und wurde schon zum vierten Mal als einer der Top 50 Sommeliers in Deutschland ausgezeichnet.
11.07.2026 , 18:47 Uhr
Frank Roeder, Inhaber von Masterwein in Vöklingen, wurde vom Schlemmeratlas als einer der Top 50 Sommeliers im Handel prämiert.
Foto: BeckerBredel
Der Schlemmeratlas hat den Völklinger Weinhändler Frank Roeder als Top 50 Sommelier im Weinhandel ausgezeichnet – und das zum vierten Mal in Folge. Außerdem wurde der Saarbrücker Sommelier Christian Pufahl als einer der Top 50 Sommeliers aus der Deutschen Gastronomie ausgezeichnet (wir berichteten).
Roeder ist in der deutschen Weinszene kein Unbekannter. Dabei begann seine Karriere ganz anders: Der ehemalige Lufthansa-Verkehrspilot war als Weinliebhaber irgendwann so tief in der Materie, dass er sein Weinwissen professionalisierte und 2009 als dritter Deutscher den Titel „Master of Wine“ erhielt. Seinen VIF-Weinhandel gründete er, noch während er bei der Lufthansa flog. Dann begründete er eine Franchise-Kette mit mehreren Niederlassungen und verkaufte diese schließlich an Vendis, den Getränkehandel der Karlsberg Brauerei. Zu diesem Zeitpunkt hatte VIF bereits bundesweit einen guten Namen, wie er berichtet, und der Verkauf habe Vendis neue Märkte erschlossen.
Jeder Wein wird blind verkostet
Als Vendis sich Jahre später aus Teilen des Weinmarktes zurückzog, gründete Roeder unter dem Namen „Masterwein“ ein neues Unternehmen in Völklingen, aber dieses Mal ohne Filialen. Seine Expertise zielt auf die Spitzengastronomie ebenso wie auf den interessierten Weinliebhaber. Dabei ist Roeders Maxime einfach: Jeder Wein, den er verkauft, wird zuvor blind verkostet.
„Es ist ein langwieriges Verfahren, bis ein Wein die Aufnahme in unser Sortiment schafft. Nicht nur der Wein muss eine akribische Prüfung über sich ergehen lassen, auch das Weingut wird besucht, geprüft und kontrolliert“, erklärt Roeder. „Ich verkoste jeden Wein blind, bewerte ihn und notiere meine Eindrücke. Ich habe ein sehr gutes Geschmacksgedächtnis. Nur wenn der Wein in puncto Qualität und Preis überzeugt, schafft er die Eingliederung in unser Sortiment.“
Völklinger Sommelier kümmert sich um Weinauswahl auf Lufthansa-Flügen
Nach eigenen Angaben verkostet Roeder so bis zu 6.000 verschiedene Weine jährlich. Dabei sei er auch zuständig für den Wein auf Lufthansa-Flügen. Er verkauft allerdings nicht selbst den Wein an die Fluggesellschaft, sondern leitet das Weinauswahlteam und berät die Einkäufer. „Allein in der First Class benötigen wir monatlich von jedem Wein auf der Karte 1.600 Flaschen. In der Business- und Economy Class sind die Mengen noch größer“, erzählt Roeder. „Da hat man als Auswahlteam schon Einfluss auf den Markt.“ Er ist stolz, dass seine jüngste First-Class-Weinkarte vom Business Traveler Magazin wieder eine Goldmedaille bekommen habe. „Der bestbewertete Rotwein in der First Class war ein roter deutscher Spätburgunder“, freut er sich.
Roeders Weinhandel hat ein Lager in Völklingen, insgesamt fünf Mitarbeiter und „eine stabile Entwicklung“, wie er selbst sagt. Weinliebhabern rät er zu Blindverkostungen: „Am meisten lernt man, wenn man mit Freunden Weine blind probiert und sie untereinander vergleicht.“ Bei seinen Tastings biete er genau das an – und viele Teilnehmer kämen regelmäßig. „Sie werden spürbar von Mal zu Mal besser und können die wichtigsten Rebsorten irgendwann klar schmecken, wenn nicht gerade ein Exot darunter ist.“
Einen Lieblingswein hat Roeder selbst überhaupt nicht. „Die Weinwelt bietet immer wieder so tolle Überraschungen, da muss man offen sein für Neues“, sagt er. „So haben wir gerade die Weine aus Korsika für uns entdeckt.“ (ian/skm)