API-Zugang für Truth Social soll bis zu 100.000 US-Dollar im Monat kosten

Donald Trumps Medienunternehmen TMTG will für den API-Zugang zu Kurznachrichtenbeiträgen des US-Präsidenten und enger Vertrauter auf Truth Social bis zu 100.000 US-Dollar (etwa 87.000 Euro) pro Monat verlangen....

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API-Zugang für Truth Social soll bis zu 100.000 US-Dollar im Monat kosten

Donald Trumps Medienunternehmen TMTG will für den API-Zugang zu Kurznachrichtenbeiträgen des US-Präsidenten und enger Vertrauter auf Truth Social bis zu 100.000 US-Dollar (etwa 87.000 Euro) pro Monat verlangen. Wer direkt ein Dreijahresabo abschließt, soll den Preis auf monatlich 60.000 US-Dollar (rund 52.000 Euro) drücken können. Das berichtet zumindest die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf anonyme Personen, die mit dem Vorgang vertraut seien. Zwar gibt es demnach Kritik an dem Vorhaben, aber sonderlich laut ist die nicht. Donald Sherman, Präsident und CEO der überparteilichen Organisation Citizens for Responsibility and Ethics hält den Plan demnach für „vollkommen unethisch“, kann anhand der öffentlichen Angaben aber nicht einschätzen, ob er illegal ist.

Solch ein Vorgehen nicht vorgesehen

Die Trump Media & Technology Group hat den geplanten API-Zugang für Truth Social vorige Woche vorgestellt. Der kostenpflichtige Echtzeit-Zugang zu den Beiträgen der zehn größten Konten auf dem Kurznachrichtendienst sei eine Reaktion darauf, dass Trumps Beiträge dort schon jetzt Konsequenzen an den Finanz- und Rohstoffmärkten haben. Das gilt beispielsweise für Ankündigungen – oder Rücknahmen – von Zöllen für andere Staaten, die teils hektische Reaktionen an den Märkten nach sich ziehen. Vor allem in der Finanzwelt dürfte das Interesse daran ziemlich groß sein, von diesen Beiträgen möglichst früh zu erfahren. Bislang muss man dafür Truth Social nutzen und Trumps Konto dort im Auge behalten.

Die demokratische US-Senatorin Elizabeth Warren hat das Vorhaben laut Reuters als „ungeheuerliches Manöver, um aus dem Präsidentenamt Profit zu schlagen und die Wall Street zu bereichern“, bezeichnet. Auch ihr Kollege Ron Wyden hat demnach kritisiert, dass solch ein privilegierter Zugang Händler an der Wall Street reich machen und der Familie Trump Geld in die Kassen spülen würde. Gleichzeitig scheint es aber keine Regel zu geben, gegen die solch ein API-Zugang unzweifelhaft verstößt. „Ich glaube nicht, dass der Kongress oder eine Aufsichtsbehörde jemals damit gerechnet hat, dass ein Präsident oder ein marktbeherrschender Akteur eine solche Vereinbarung nach dem Prinzip ‚Zahlung für Zugang‘ eingehen würde“, sagt Sherman demnach.

Truth Social gibt es seit Anfang 2022, aktuelle Zahlen zur Nutzung sind nicht öffentlich, Donald Trump hat dort aber knapp 13 Millionen Follower. Sein Konto ist auch das mit Abstand größte, sein Sohn kommt auf 7,4 Millionen Follower. Donald Trump Jr. verwaltet als Treuhänder den Trust, der Trumps TMTG-Anteile hält. Wie viele der Accounts aktiv sind, ist unklar. Die Liste der populärsten Konten zeigt, dass der Dienst primär bei Anhängern und Anhängerinnen von Donald Trump beliebt ist. Der nutzt ihn für Verlautbarungen, die nun zu Geld gemacht werden sollen. Technisch basiert Truth Social auf dem Quellcode von Mastodon, beide sind aber nicht verknüpft. Den API-Zugriff soll es ab dem 1. August geben.

(mho)