Raser in Duisburg rauben Anwohnern den Schlaf: Stadt hat reagiert - Warum das nicht hilft.
Quietschende Reifen, aufheulende Motoren und laut aufgedreht Musik in der Dämmerung. Etienne Heinen und seine Partnerin Sarah Jordan wohnen direkt an der Wittlaerer Straße und zeigen die Videos, die sie in den ...
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Quietschende Reifen, aufheulende Motoren und laut aufgedreht Musik in der Dämmerung. Etienne Heinen und seine Partnerin Sarah Jordan wohnen direkt an der Wittlaerer Straße und zeigen die Videos, die sie in den vergangenen Wochen in den Abendstunden aufgenommen haben. In der schmalen Straße in der Nähe des Rheins beschleunigen die Fahrer auf kurzer Distanz, um dann wieder abzubremsen. Dabei gilt hier Tempo 30.
"Besonders jetzt im Sommer ist das eine Katastrophe: Wir können nicht schlafen, der Lärm macht uns mürbe." Sarah Jordan, Anwohnerin
Hoffnung auf Umbau gesetzt
Die Stadt Duisburg hatte die Wittlaerer Straße Anfang des Jahres für rund 170.000 Euro umgestaltet. Straßenverengungen sollten Autofahrer dazu bringen, langsamer zu fahren. Die Anwohner hatten große Hoffnungen in die Maßnahme gesetzt. "Das hat gar nichts gebracht - es ist noch genauso wie vorher," sagt Heinen.
Die neuen Engstellen ragen aus seiner Sicht nicht weit genug in die Fahrbahn hinein. Wer schnell fahren wolle, könne die Hindernisse weiterhin nahezu ungebremst passieren.
Die Stadt erklärt dazu, dass bei der Planung auch Rettungswagen, Feuerwehr und Müllabfuhr berücksichtigt werden mussten. Deshalb hätten die Fahrbahnverengungen nicht beliebig schmal gebaut werden können.
Weitere Maßnahmen werden diskutiert
Der Duisburger Ratsherr Werner von Häfen von der SPD-Ratsfraktion ist ähnlich frustriert von der Situation an der Wittlaerer Straße wie die Anwohner. "Wir haben uns von den Umbaußnahmen deutlich mehr versprochen." Er will das Thema erneut in die politischen Gremien bringen. Unter anderem sollen Bodenschwellen geprüft werden.
Die Polizei war in den vergangenen Monaten 14 Mal wegen Ruhestörung vor Ort, konnte allerdings keine Raserei feststellen. "Das ist ein Katz- und Mausspiel," sagen die Anwohner und fordern noch mehr Kontrollen.
Lärm, Poser und Sicherheitsbedenken
Nach Angaben der Anwohner geht die Raserei häufig mit Treffen der Poserszene einher. Die Lage direkt am Rhein mache den Ort offenbar zu einem beliebten Treffpunkt. Immer wieder würden Motoren aufheulen, Musik laut abgespielt und gehupt. Grundsätzlich habe niemand etwas gegen Menschen, die sich dort treffen oder den Sonnenuntergang genießen möchten, betonen die Anwohner.
Problematisch werde es erst, wenn Geschwindigkeit und Lärm zur Belastung für das gesamte Wohngebiet würden. Für die Anwohner geht es deshalb längst nicht mehr nur um ihre Nachtruhe.
Sie sorgen sich vor allem um die Sicherheit auf der schmalen Straße, da auch Kinder in den Abendstunden noch draußen spielen. Solange dort weiterhin deutlich zu schnell gefahren werde, bleibe die Situation aus ihrer Sicht gefährlich.
Unsere Quellen:
- Gespräche mit Anwohnern
- Ratsherr Werner von Häfen, SPD
- Stadt Duisburg
- Polizei Duisburg
Sendung: WDR.de, Unaufhaltsame Raserszene in Duisburg Wanheim, 20.07.2026, 05:12 Uhr