Altersdiskriminierung mit 59: Halle Berry hat keine Lust auf Rente

Sie ist 59 Jahre alt und wird immer wieder gefragt, ob sie ihre Schauspielkarriere nicht so langsam mal an den Nagel hängen wolle. Darüber kann Oscar-Preisträgerin Halle Berry nur müde lächeln - und sich ärgern.

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Altersdiskriminierung mit 59: Halle Berry hat keine Lust auf Rente

Altersdiskriminierung mit 59Halle Berry hat keine Lust auf Rente

16.07.2026, 17:56 Uhr

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Empfindet es als Geschenk, älter zu werden: Halle Berry. (Foto: IMAGO/Image Press Agency)

Sie ist 59 Jahre alt und wird immer wieder gefragt, ob sie ihre Schauspielkarriere nicht so langsam mal an den Nagel hängen wolle. Darüber kann Oscar-Preisträgerin Halle Berry nur müde lächeln - und sich ärgern.

Halle Berry hat auch mit 59 Jahren nicht vor, in Schauspielrente zu gehen. "Menschen fragen mich: Willst du weiter arbeiten und Filme drehen? Und ich antworte darauf: Ja, warum sollte ich nicht?", stellte die Oscar-Preisträgerin nun im Podcast "Making Space" mit Hoda Kotb klar.

Regelmäßig werde ihr nahegelegt, mit der Arbeit aufzuhören, so Berry: "Die Leute sagen: Du hast so viel gemacht, ist es nicht an der Zeit aufzuhören, sich niederzulassen und einfach im dauerhaften Urlaub zu sein?" Die Erwartungshaltung sei oft, dass man sich ab einem bestimmten Alter irgendwann zur Ruhe setzen möchte. Oder sollte. Berry kontere dann immer mit der Gegenfrage: "Aber was heißt das, sich zur Ruhe setzen?"

Sie habe ihr ganzes Leben gearbeitet. Das habe ihr Selbstbestätigung und einen Sinn gegeben, erklärte die Schauspielerin im Podcast: "Warum sollte ich das alles aufgeben - und was dann?" Diese ständigen Fragen nach dem Ruhestand hätten zudem einen gewissen Unterton, wie sie findet. Berry sieht darin eine Form von Altersdiskriminierung: "Als ob das Leben vorbei ist. Oder wir keinen Wert mehr haben und das, was wir sagen, nicht mehr bedeutend ist. Als ob unser Beitrag nicht mehr so wichtig ist, wie er in unserer Jugend war."

Frauen werden abgewertet

Halle Berry gewann mit ihrer Rolle in "Monster's Ball" 2002 den Oscar als beste Hauptdarstellerin. Vor kurzem war sie im Thriller "Crime 101" zu sehen.  Darin spielt sie die Versicherungsmaklerin Sharon, die sich in ihrer Agentur gegen Sexismus und Altersdiskriminierung zur Wehr setzt. Eine Rolle ganz nach Berrys Geschmack, wie sie im Februar in einem Interview zum Film erklärte: "Ich werde dieses Jahr 60. Und genau deshalb war das für mich so bedeutungsvoll. Ich glaube, dass wir als Frauen schon lange empfinden, dass wir über eine Zahl definiert werden. Und wenn sie steigt, werden wir abgewertet."

Dabei sollte ihr Alter doch etwas sein, dass sie großartig mache, wunderte sich Berry: "Es ist ein Segen, älter zu werden. Es ist ein Geschenk. Ich habe so viel Weisheit, und ich habe so viel auf meinem Weg gelernt. Jetzt ist doch nicht der Zeitpunkt, um mich loszuwerden."

Quelle: ntv.de, csp/dpa