30-Meter-Mobilfunkmast überragt Kirchturm – Anwohner sammeln Unterschriften

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30-Meter-Mobilfunkmast überragt Kirchturm – Anwohner sammeln Unterschriften

Stand: 26.07.2026, 12:48 Uhr

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Protest in Trudering wegen Funkmast, München 22.07.2026 
Foto: Markus Götzfried

Protest gegen den Funkmast: Die Schnüre am Boden zeigen, wie groß das Fundament wäre. © Markus Grötzfried

In einer Grünanlage in Trudering soll ein 30 Meter hoher Mobilfunkmast aufgebaut werden. 40 Anwohner haben bereits einen Protest unterschrieben – jetzt prüfen sie eine Klage.

München – Der geplante Aufbau eines Mobilfunkmastes in Trudering treibt die Anwohner auf die Barrikaden. Der Sendemast sei mit seinen 30 Metern völlig überdimensioniert und verschandle die Grünanlage, sagen die Anlieger empört. „Das ist höher als unser Kirchturm“, schimpft Luise Brückl. Der Turm von St. Augustinus gleich nebenan ist 26 Meter, mit Kreuz 32 Meter hoch. Wer wolle schon ständig so ein hässliches Teil im Blick haben, so die Seniorin. Ihr Mieter aus dem Dachgeschoss habe schon mit Auszug gedroht.

Protest in Trudering wegen Funkmast, München 22.07.2026 
Foto: Markus Götzfried

Wieso? Weshalb? Warum? Diese Frage stellen sich die Truderinger Anwohner. © Markus Götzfried

Der Funkmast soll in der gegenüberliegenden Grünanlage an der Ecke Wald-/Lafatscherjochstraße aufgebaut werden. Auslöser ist der Abriss eines Hauses, auf dem bislang ein Sendemast stand. Damit gäbe es in der Gegend keine ausreichende Versorgung mehr. „Lieber ein Funkloch als ein Funkturm“, sagt Brückl. Laut Telekom muss der Turm Häuser und Bäume überragen, weil sonst die Signale blockiert würden. Nur so könne eine störungsarme und leistungsfähige Versorgung für Mobilfunk, Navigationssysteme, Behörden- und Rettungsfunk sowie Katastrophenwarnungen sichergestellt werden.

Vergebliche Suche nach Alternativ-Standorten

Zudem kann ihn damit auch ein weiterer Mobilfunkanbieter mitnutzen, der seinen Standort dort aufgeben muss. Trotz langer Suche konnte keine Dachfläche in der Nähe akquiriert werden. Eine ebenso gute Alternative, allerdings direkt gegenüber von Kirche und Kindergarten, wurde abgesagt. Und der von Anliegern vorgeschlagene Hochbunker an der Sonnwendjochstraße liegt zu weit weg für das Sendegebiet. Ein Ortstermin ergab, dass die Grünfläche der geringste Eingriff ins Viertel wäre.

Ein zehn mal zehn Meter großes Fundament sei ein enormer Eingriff, schimpft Brückls Sohn Ulrich. Das sind allerdings die Ausmaße der Baugrube für den 15-Tonnen-Mast, dessen Betonfundament rund drei Meter in die Tiefe geht. „Da wird so viel Boden versiegelt.“ Dauerhaft belegt werden von dem Mast am Ende nur 30 Quadratmeter. Auf den restlichen 70 Quadratmetern werden rundherum 15 bis zu ein Meter hohe Sträucher sowie vier Bäume mit etwa 20 Zentimetern Stammumfang gepflanzt, damit der Mast besser in die Grünanlage passt.

Anwohner beklagt fehlende Bürgerbeteiligung

Zudem wurde eigens ein schlanker Stahlrohrmast ausgesucht. Die Höhe gilt eigentlich als erhebliche Beeinträchtigung des Landschaftsbilds, innerstädtisch wird dies jedoch nur als gering bewertet. Deshalb muss der Bauherr, die Deutsche Funkturm GmbH, in Trudering nur knapp 2000 Euro als Ausgleich an den Bayerischen Naturschutzfond zahlen.

Von der Stadtplanung war der Mast abgelehnt worden, weil Grünflächen in erster Linie der Erholung dienen sollen und der Bau in eine übergeordnete Grünbeziehung eingreift. Auch der Bezirksausschuss Trudering hat Höhe und Ausmaß kritisiert. Stadt und BA werden bei Mobilfunkmasten gehört, haben aber kein Veto-Recht. „Das wurde alles über die Köpfe der Bürger entschieden, es gab keine Bürgerbeteiligung“, ärgert sich Ulrich Brückl. Ende 2023 hatte sich schon eine andere Anliegerin beschwert. Jetzt wurden etwa 40 Unterschriften gegen den Mast gesammelt und die Nachbarn überlegen sich eine Klage.