13-Jährige stirbt an Bushaltestelle: Mehrere Tote bei russischem Luftangriff in der Ukraine
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Stand: 11.07.2026, 20:16 Uhr
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Der Ukraine-Krieg wütet weiter: Russische Gleitbomben treffen Sumy, eine 13-Jährige stirbt an einer Bushaltestelle. Insgesamt gibt es 4 Tote und 17 Verletzte.
Update vom 11. Juli, 20:16 Uhr: Das russische Militär hat durch den Abwurf von Gleitbomben auf die nordostukrainische Stadt Sumy mindestens fünf Menschen getötet. Die Behörden der im Ukraine-Krieg umkämpften Stadt korrigierten die Opferzahlen damit nach oben. Eine Bushaltestelle sei getroffen worden, teilte der Chef der Militärverwaltung von Sumy, Oleh Hryhorow, mit. Die Zahl der Verletzten stieg seinen Angaben nach auf 30, darunter seien auch fünf Schwerverletzte, schrieb er bei Telegram. Nach Angaben des Bürgermeisters von Sumy, Artem Kobsar, ist unter den Toten ein 13-jähriges Mädchen.
Ukraine-Krieg erschüttert erneut Sumy: Russland tötet bei Luftangriff wohl vier Menschen
Sumy, Ukraine – Eine Teenagerin wartet am helllichten Tag an einer Bushaltestelle, wenige Momente später ist sie tot: Im Ukraine-Krieg haben russische Streitkräfte am Freitag die nordostukrainische Stadt Sumy mit drei gelenkten Luftbomben angegriffen und dabei mindestens vier Menschen getötet, darunter ein 13-jähriges Mädchen. Weitere 17 Personen wurden verletzt, drei von ihnen schwer. Der Angriff traf ein belebtes Wohngebiet der Stadt und hinterließ einen Bombenkrater im Asphalt sowie einen zerfetzten Kleinbus – Bilder, die Bürgermeister Artem Kobsar in einem Video auf seinem Telegramkanal veröffentlichte.
Zwei der Bomben schlugen in einem stark frequentierten Stadtbereich ein, eine davon in der Nähe einer Straße und einer Bushaltestelle, wo das Kind ums Leben kam. Das bestätigte die Polizei der Region Sumy, die als Frontregion im Ukraine-Krieg immer wieder im Fokus steht. Eine dritte Bombe traf eine Infrastrukturanlage. Neben Wohngebäuden wurden laut Polizeiangaben auch ein Autohaus, eine Tankstelle, ein Restaurant sowie mehrere Fahrzeuge beschädigt.

Der Chef der regionalen Militärverwaltung, Oleh Hryhorow, teilte mit, dass drei der Verletzten in ernstem Zustand seien. Rettungseinsätze waren zunächst noch im Gange, während Behörden das Ausmaß der Schäden zu erfassen versuchten. „Darunter ist auch ein Mädchen“, sagte Bürgermeister Kobsar in dem Video. Die örtlichen Behörden warnten die Bevölkerung eindringlich, Schutzräume aufzusuchen und die Einschlagstellen zu meiden – aus Furcht vor sogenannten Doppelschlägen, bei denen kurz nach einem ersten Angriff erneut dieselbe Stelle bombardiert wird. Das Ziel dieser „double-tap“-Taktik ist besonders perfide: Der zweite Schlag soll vorwiegend Helfer treffen.
Russland setzt im nun mehr als vier Jahre andauernden Krieg gegen die Ukraine in zunehmendem Maße auf gelenkte Luftbomben, um Städte und Gemeinden in Frontnähe zu treffen – besonders in den Regionen Sumy, Charkiw und Donezk. Die Waffen werden von Flugzeugen weit außerhalb der Reichweite vieler ukrainischer Luftabwehrsysteme abgeworfen und gleiten dann über mehrere Kilometer in Richtung Ziel. Trotz ihrer Lenkung gelten sie als nicht besonders zielsicher; immer wieder treffen sie zivile Objekte wie Haltestellen, Wohnhäuser oder Marktplätze.
Kämpfe an der Front: Putin plant Pufferzone im Nordosten der Ukraine
Der Angriff auf Sumy ereignete sich nur Stunden nachdem Russland in der Nacht zuvor sechs ballistische Raketen, sechs weitere Raketen sowie 121 Angriffs- und Täuschungsdrohnen gegen die Ukraine abgefeuert hatte, wie die ukrainische Luftwaffe mitteilte. Allein innerhalb eines Tages kamen dabei landesweit mindestens zehn Menschen ums Leben, mindestens 80 weitere wurden verletzt.
Bei dem seit vier Jahren andauernden Angriffskrieg Russlands sind vor allem die Grenzregionen im Nordosten der Ukraine schwer in Mitleidenschaft gezogen worden. Russland beansprucht die vier ukrainischen Regionen Cherson, Donezk, Luhansk und Saporischschja für sich, kontrolliert sie jedoch nicht vollständig. Russische Truppen halten darüber hinaus Landstreifen in den an Russland angrenzenden Regionen Sumy und Charkiw besetzt. Kremlchef Wladimir Putin hatte im vergangenen Jahr erklärt, dort eine Pufferzone schaffen zu wollen, um die russische Zivilbevölkerung vor ukrainischen Angriffen zu schützen.
Während die tatsächlichen Geländegewinne russischer Einheiten in diesen Gebieten minimal geblieben sind, hat das Leiden der ukrainischen Zivilbevölkerung durch die anhaltenden Bombardierungen weiter zugenommen. (Verwendete Quellen: Kyiv Independent, Deutsche Presse-Agentur) (stma)