100 junge Ehrenamtliche stellen „Raus ausm Keller“-Festival auf die Beine

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100 junge Ehrenamtliche stellen „Raus ausm Keller“-Festival auf die Beine

Stand: 04.09.2026, 19:05 Uhr

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„Raus ausm Keller“-Festival Egelsbach Aufbau

Alle packen mit an: Viele Helfer schätzen die familiäre Atmosphäre beim „Raus ausm Keller“-Festival. © Manuel Schubert

Am Samstag, 5. September, treten zwölf Bands und Künstler in Egelsbach auf. Vom Aufbau bis zum Einlass packen Helfer zwischen 14 und 35 Jahren an.

Egelsbach – Am Donnerstag herrscht auf der Bürgerhauswiese Hochbetrieb. Seit 9 Uhr morgens sind viele junge Menschen zu Gange, um die schlichte Grasfläche in ein Festivalgelände zu verwandeln: Getränkeinsel und Kühlwagen sind schon aufgebaut und befüllt, auch zwei große Pavillons für Merchandise- und Infostände stehen bereit, ein dritter wird gerade von vielen helfenden Händen zusammengesteckt. Bauzäune mit Werbebannern grenzen das Gelände ein. Am Freitag werden Bühne und Technik angeliefert, reichlich Deko aufgebaut – und dann ist auch fast schon alles bereit für die elfte Ausgabe des „Raus ausm Keller“-Festivals.

Damit am Samstag, 5. September, ab 14 Uhr zwölf verschiedene Bands und Künstler unter freiem Himmel auftreten können, packen rund 100 Helfer zwischen 14 und 35 Jahren tatkräftig mit an. In Zeiten, in denen Vereine immer mehr um Ehrenamtliche ringen, ist das Engagement beim „RAK“ ungebrochen. „Wir haben eine richtige Community aufgebaut. Es macht unheimlich viel Spaß“, sagt Robert Hoppe, pädagogischer Mitarbeiter beim Verein für Jugendsozialarbeit und Jugendkulturförderung Rhein-Main, der das Festival organisiert. Er ist einer von nur zwei Hauptamtlichen, die in das Projekt involviert sind. „Viele kommen erst als Besucher aufs Festival und fragen dann, ob sie mitmachen können. Jeder findet hier Freunde“, sagt Hoppe. Die Helfer besuchen gemeinsam auch andere Festivals und liefen dieses Jahr auch beim Egelsbacher Fastnachtsumzug mit. „Und heute Abend, nach dem Aufbau, sitzen wir bestimmt noch ein paar Stunden zusammen“, so Hoppe.

Bands betreuen und Altglas wegbringen

Zum ersten Mal engagiert sich Felix Luft. Der 27-Jährige ist direkt von seiner 24-Stunden-Schicht in einer Klinik aufs Gelände gekommen, um beim Aufbau zu helfen. Auch beim Abbau am Sonntag unterstützt er, übernimmt dazu eine Drei-Stunden-Schicht am Einlass und backt Zimtschnecken-Muffins für den Vereinskiosk. Vor zwei Jahren hat er auf einem anderen Festival das „Streetteam“ getroffen, das dort Werbung für das „Raus ausm Keller“ machte. „Es hat einfach gepasst und ich bin hier hineingesogen worden“, berichtet er. „Das Festival ist sehr familiär, alle Helfer kennen sich“, begründet er sein Engagement. „Und die Musik ist einfach geil.“

Für die sorgen am Samstag sowohl lokale Akteure wie Helena Scholz (bekannt aus „The Voice Kids“), der Männerchor „Elschbächer Goldkehlchen“ oder die Egelsbacher Band Rasselbande als auch überregionale Acts wie die Ulmer Post-Grunge-Alternative-Rocker Van Holzen, der Frankfurter Rapper Bosca oder die Pop-Punker WSTR, die extra aus England anreisen. Als großer Backstage-Bereich mit eigenem Catering dient ihnen der Bürgerhaussaal. Franziska Schnith trägt gerade mit anderen Helfern die Sofas aus dem Jugendzentrum im Keller nach oben. Die 24-Jährige leitet zum ersten Mal das Backstage-Team. „Wir sorgen dafür, dass die Bands vor und nach ihren Auftritten einen angenehmen Aufenthaltsraum haben“, betont sie. Ein bisschen aufgeregt sei sie schon, gibt die Psychologiestudentin zu. „Aber wir haben ein cooles Team. Die Liebe zur Livemusik verbindet uns alle.“

Zeitplan ist eng getaktet

Für die Betreuung der Bands am Festivaltag ist Noemi Vogel zuständig. „Ich nehme sie in Empfang, führe sie übers Gelände, stelle ihnen die wichtigen Leute vor und versuche, ihre Wünsche zu erfüllen“, erklärt die stellvertretende Vereinsvorsitzende. „Die meisten sind ganz pflegeleicht.“ Vogel leitet auch das Dekoteam. In der Optik des Areals soll sich die Intention des Festivals widerspiegeln, nicht nur harte Rocker, sondern die breite Masse anzusprechen: „Wir richten es heimelig ein – mit vielen Lichterketten, Palettenmöbeln und einer Fotoecke“, sagt Vogel. Auch sie hebt das besondere Gemeinschaftsgefühl hervor: „Wir wachsen immer mehr zu einer Crew zusammen, die Bock hat, ein Event für Egelsbach zu gestalten.“

Eine der anspruchsvollsten Aufgaben hat Lukas Soukop. Der 30-Jährige fungiert als Stage-Manager, kümmert sich am Samstag um den reibungslosen Ablauf auf der Bühne. Schon im Vorfeld hält er den Kontakt zu den Bands, um sie über die örtlichen Gegebenheiten aufzuklären. Am Festivaltag ist seine größte Herausforderung der Zeitplan, denn der ist eng getaktet: Die Umbaupausen dauern nur zwischen zehn und 25 Minuten. „Manche Bands haben echt viel Zeug dabei“, sagt Soukop und lacht. „Ich passe auf, dass wir nicht in Verzug geraten.“ Während eine Gruppe noch spielt, stellt er daher sicher, dass die nächste schon bereit ist und alles hat, was sie braucht.

Tickets

Knapp 500 Eintrittskarten für das „Raus ausm Keller“-Festival sind vergriffen, maximal passen 800 Menschen aufs Gelände. Tickets (Erwachsene: 30 Euro, Unter-18-Jährige: 10 Euro) gibt es auf reservix.de, adticket.de und an der Tageskasse. Kinder bis 12 Jahre haben freien Eintritt.

Damit sich auch alle Besucher wohlfühlen, gibt es ein „Awareness-Team“ unter Leitung von Maria Jäger, der zweiten Hauptamtlichen des Vereins. „Wir professionalisieren uns in allen Bereichen – auch hier“, sagt sie. Vorher gab es sogar eine professionelle Schulung für ihre Teammitglieder, die an rosafarbenen T-Shirts zu erkennen sind und beispielsweise helfen können, wenn sich jemand unwohl fühlt, zu betrunken ist oder belästigt wird. „Bis jetzt hatten wir hier aber nie größere Vorfälle. Alle achten sehr aufeinander“, ist Jäger froh.

So hat jeder in der großen „RAK“-Familie seine Aufgabe. Selbst für Jobs mit deutlich weniger Verantwortung findet sich jemand. „Ich bin Springer“, erläutert der 15-jährige Pierre Perrot. „Ich bringe Altglas weg oder schiebe Getränke vom Kühlwagen zur Theke. Es ist einfach cool, dabei zu sein.“

Weitere Infos zum Line-up gibt es hier.