1.200 essbare Pflanzen: Waldgarten-Seminar in Barjenbruch sucht Fortgeschrittene

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1.200 essbare Pflanzen: Waldgarten-Seminar in Barjenbruch sucht Fortgeschrittene

Stand: 09.09.2026, 19:00 Uhr

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Angelika Stelter hat eine Ausbildung zum Survival Guide absolviert und möchte ihr Wissen in den Wintermonaten weitergeben.

Angelika Stelter hat eine Ausbildung zum „Survival Guide“ absolviert und möchte ihr Wissen in den Wintermonaten weitergeben. © Essgarten

Der Essgarten Barjenbruch gehört zu den artenreichsten Waldgärten Deutschlands. Am 10. und 11. Oktober erklärt Buchautor Volker Kranz, wie ein eigener Waldgarten geplant wird.

Barjenbruch – Wer einen Waldgarten anlegen möchte, benötigt mehr als einige Bäume, Beerensträucher und Kräuter. Welche Pflanze wächst wo am besten? Welche Arten ergänzen sich – und wie entsteht daraus ein System, das möglichst dauerhaft funktioniert? Mit solchen Fragen beschäftigt sich am 10. und 11. Oktober ein Aufbauseminar im Essgarten in Barjenbruch. Dieser ist für das Thema selbst das beste Anschauungsobjekt: Auf dem rund 2,4 Hektar großen Gelände wachsen etwa 1.200 verschiedene essbare Pflanzen. Damit zählt die Anlage zu den ältesten und artenreichsten Waldgärten Deutschlands.

Das Seminar „Waldgarten gestalten“ findet erst zum zweiten Mal in dieser Form statt. Es richtet sich nicht an völlige Neulinge, sondern an Teilnehmer, die bereits erste Kenntnisse mitbringen und nun selbst planen wollen. „Statt der grundsätzlichen Frage, was ein Waldgarten überhaupt ist, geht es uns deshalb um die praktische Umsetzung: Wie wird ein Standort analysiert? Wie entsteht ein Pflanzplan? Und was muss in den ersten Jahren geschehen, damit sich aus vielen einzelnen Pflanzen tatsächlich ein stabiles System entwickelt?“, teilt Malou Furch vom Essgarten-Team mit.

In ihrem Essgarten in Barjenbruch

In ihrem Essgarten in Barjenbruch kann Malou Furch derzeit mit vollen Händen ernten. © Essgarten

Geleitet wird das Wochenende von Permakultur-Designer und Buchautor Volker Kranz. Er ist im Essgarten kein Unbekannter und bietet dort seit Jahren Waldgartenseminare an. Gemeinsam mit dem früheren Betreiber Frits Deemter veröffentlichte er 2021 das „Praxisbuch Waldgarten“. Auch den Mini-Waldgarten, den die heutigen Betreiber Angelika Stelter sowie Malou und Nils Furch auf einer rund 300 Quadratmeter großen Fläche am Parkplatz angelegt haben, entwickelte Kranz mit.

Beim Aufbauseminar können die Teilnehmer vieles von dem, worüber gesprochen wird, gleich vor der Tür betrachten. Bäume, Sträucher und bodennahe Pflanzen bilden verschiedene Ebenen, dazwischen wächst Essbares, das andernorts kaum auf dem Speiseplan stehen dürfte. Das Prinzip lässt sich dabei nicht nur auf große Grundstücke übertragen. Auch für kleinere Hausgärten können die Planungsansätze genutzt werden.

Erfahrung aus internationalen Projekten fließt mit ein

Kranz bringt zudem Erfahrungen aus internationalen Projekten mit. Dazu gehört eine Permakultur-Planung in der nordirakischen Region Shingal. Dort sollen nachhaltige Landwirtschaft und der Wiederaufbau sozialer Strukturen die Wiederansiedlung von Geflüchteten unterstützen.

Während sich das Oktoberseminar an Menschen mit Waldgarten-Vorkenntnissen richtet, bereitet das Essgarten-Team derzeit auch ein Angebot für eine Zielgruppe vor, die bislang im Veranstaltungsprogramm eher selten eigens angesprochen wurde: Kinder und Jugendliche. Stelter hat inzwischen eine Ausbildung zum „Survival Guide“ absolviert und möchte ihr Wissen in der kommenden Saison dann weitergeben.

Wie das Programm im Einzelnen aussehen wird, steht laut Mitteilung bisher nicht fest. „Wir arbeiten das gerade aus und planen Veranstaltungen, bei denen junge Teilnehmer die Natur nicht nur kennenlernen, sondern praktisch erleben können“, unterstreicht Furch. Für den Essgarten ist das Neuland: Zwar sind Kinder und Familien bei verschiedenen Angeboten willkommen, ein ausdrücklich auf diese Altersgruppe zugeschnittenes Veranstaltungsformat gab es bislang jedoch nicht.