Zwei Welten prallen aufeinander

Wenige Tage vor ihrer Hochzeit findet die Perfektionistin Sandra Giesinger (Klara Lange) heraus, dass ihr kürzlich verstorbener Vater über Jahre eine heimliche Zweitfamilie hatte. Ihre neu gewonnene Schwester Sandy (Cosima Henman) sucht sofort ihre Nähe und stürzt die Familie damit schnell ins Chaos...

  • 3 min read
Zwei Welten prallen aufeinander

Stand: 13.07.2026, 00:00 Uhr

Kommentare

Uns auf Google folgen

"Plötzlich Schwester" - Nach dem Tod von Gerd müssen sich dessen Witwe Monika (Andrea Sawatzki, links) und Tochter Sandra (Klara Lange, zweite von links) plötzlich mit dem Gedanken anfreunden, dass der Verstorbene mit Sandy (Cosima Henman, zweite von rechts) und Gabi (Anita Vulesica) eine heimliche Zweitfamilie hatte.

"Plötzlich Schwester" - Nach dem Tod von Gerd müssen sich dessen Witwe Monika (Andrea Sawatzki, links) und Tochter Sandra (Klara Lange, zweite von links) plötzlich mit dem Gedanken anfreunden, dass der Verstorbene mit Sandy (Cosima Henman, zweite von rechts) und Gabi (Anita Vulesica) eine heimliche Zweitfamilie hatte. © ZDF/Michael Kötschau/[M] Vielfein

Wenige Tage vor ihrer Hochzeit findet die Perfektionistin Sandra Giesinger (Klara Lange) heraus, dass ihr kürzlich verstorbener Vater über Jahre eine heimliche Zweitfamilie hatte. Ihre neu gewonnene Schwester Sandy (Cosima Henman) sucht sofort ihre Nähe und stürzt die Familie damit schnell ins Chaos...

So hatte sich die Perfektionistin Sandra Giesinger (Klara Lange) ihre Traumhochzeit mit Justus Maiwald (Yannik Heckmann) nicht vorgestellt: Der Tortentopper sieht aus wie von einem fünfjährigen Kind gebastelt, ihre Trauzeugin hat kurz vor knapp abgesagt, und dann landet auch noch ihr Vater Gerd (Stefan Gebelhoff) tot und mit dem Gesicht voraus bei der Hochzeitsprobe in der Torte. Der größte Schock erwartet die zukünftige Braut und ihre Mutter Monika Giesinger (Andrea Sawatzki) jedoch an der Beerdigung: Denn Gerd Giesinger hatte über Jahre eine heimliche zweite Familie ... „Plötzlich Schwester“ (Regie: Tine Rogoll, Buch: Svenja Ingwersen) ist eine turbulente Komödie, die bereits ab Montag, 13. Juli, auf zdf.de abrufbar ist.

"Plötzlich Schwester" - Justus Maiwald (Yannik Heckmann) und Sandra Giesinger (Klara Lange) haben hohe Ansprüche an ihre bevorstehende Hochzeit.

„Plötzlich Schwester“ - Justus Maiwald (Yannik Heckmann) und Sandra Giesinger (Klara Lange) haben hohe Ansprüche an ihre bevorstehende Hochzeit. © ZDF/Michael Kötschau

Zwei Familien, zwei Realitäten

Sandras prollig-herzliche Halbschwester Sandy Koslowski (Cosima Henman) passt so gar nicht in das Schicki-Micki-Familienbild der Giesingers. Auch ihre esoterische Mutter Gabi Koslowski (Anita Vulesica) hat wenig Mühe, ihre Nebenbuhlerin Monika zu vergraulen. Dafür hätte sie wohl gar nicht erst Gerds Asche vor der Bestattung aus der Urne entwenden müssen. „Ich hab ihn so lange geteilt, ich will ihn einmal im Leben für mich haben“, erklärt sie ihrer fassungslosen Tochter, als diese die Tupperdose („Da war vorher ein Thunfisch-Sandwich drin“) entdeckt.

Schließlich gibt es da noch Gerd verschollenes Testament mit unbekanntem Inhalt. Da Gabi fürchtet, dass Monika sie über den Tisch ziehen könnte, zieht sie gemeinsam mit Sandy in den alten Camper im Garten, um Monika zu erpressen. Sandy wittert derweil die Chance ihres Lebens, ihrer Halbschwester endlich näherzukommen: Als sie hört, dass Sandra noch eine Trauzeugin sucht, ist sie sofort zur Stelle und stiftet alsbald Chaos...

Altbekannt und vorhersehbar, aber gut gespielt

Die Grundidee von „Plötzlich Schwester“ ist alles andere als neu: Nicht zuletzt im Thriller-Genre dient das Sujet der heimlichen Zweitfamilie gerne als Ausgangspunkt für (mörderische) Psychospielchen. Dass es sich in diesem Fall um zwei komplett gegensätzliche Familien aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten handelt, wobei keine der beiden Schwestern auch nur ansatzweise eine Vorstellung vom tatsächlichen Leben der jeweils anderen zu haben scheint, macht das Ergebnis stellenweise etwas klischeehaft und auch ein Stück weit vorhersehbar. Gutgeschriebene Dialoge und starke schauspielerische Leistung machen das in weiten Teilen aber wieder wett.

Vor allem Cosima Henman überzeugt. Die 29-jährige Schauspielerin kennt die Vor- und Nachteile von Patchwork-Familien auch aus ihrem eigenen Leben: „Früher blieben viele Paare wegen der Kinder oder aus gesellschaftlichen Gründen zusammen“, erklärt sie im Interview: „Dabei muss jedoch immer im Einzelfall geprüft werden, was für das Kind tatsächlich besser ist: ob die Eltern zusammenbleiben oder nicht.“

Sie selbst habe das Aufwachsen in einer Patchwork-Familie als positiv empfunden: „Daraus ist auch neuer Familienzuwachs entstanden, was ebenfalls schön war. Wie so oft gibt es auch hier Vor- und Nachteile. Grundsätzlich sollte man diesen Familienmodellen mit Offenheit begegnen und ihnen eine Chance geben. Letztendlich ist aber jede Situation anders, und jeder muss seinen eigenen Weg finden. “Entscheidend, so fährt die Schauspielerin fort, sei, „dass die Menschen sich respektieren und bereit sind, an ihrer Beziehung zueinander zu arbeiten - unabhängig davon, welche Geschlechterrollen bestehen.“ (Dieser Artikel entstand in Kooperation mit teleschau.)