Nicht viel los bei Eintracht Frankfurt: SGE hält sich am Deadline Day auffällig bedeckt

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Nicht viel los bei Eintracht Frankfurt: SGE hält sich am Deadline Day auffällig bedeckt

Zum Ladenschluss: Doch Bewegung bei der Eintracht

Stand: 01.09.2026, 21:08 Uhr

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Eintracht Frankfurt gibt am Deadline Day zwei Profis nach England ab: Hugo Larsson wechselt zum FC Fulham, Jean-Matteo Bahoya schließt sich Leeds an. Die Stürmersuche endet erfolglos.

Am Montagabend ist der ohnehin aufgeregte Frankfurter Fußballkosmos kurzzeitig mal kräftig in Wallung geraten. Die Eintracht, so hieß es aus Transferinsiderkreisen, beschäftige sich mit einer Verpflichtung von Joselu. Richtig, jenem Jose Luis Mato Sanmartin, der vor elf Jahren der Bundesliga den Rücken gekehrt hatte und danach zeitweise sogar für Real Madrid stürmte. Und das gar nicht mal so schlecht. Zehn Tore in 34 Spielen verbuchte der in Stuttgart geborene Angreifer, zwei davon verhalfen den Königlichen gegen Bayern München zum Einzug ins Champions-League-Finale. Irre Geschichte.

Nottingham Forest v Leeds United - Carabao Cup Second Round

England oder Eintracht? Arnoud Kalimuendo (re.) von Nottingham Forest wäre die Wunschlösung von Trainer Adi Hütter gewesen. Daraus wird wohl nix. © IMAGO/MI News

Jener Joselu, der schon in der Saison 2013/2014 für die Eintracht spielte (24 Spiele/neun Tore), könnte nun also wieder ins Hessische zurückkehren. Und das, und damit kommen wir zum Auslöser der Schnappatmung, mit 36 Jahren. Da ist er also, der Paniktransfer, wurde gespottet. Und: Können sie ja gleich noch Rob Friend, Mo Idrissou und Alex Madlung holen.

Larsson als Beispiel für Verkaufsdruck

Larsson als Beispiel für Verkaufsdruck der SGE

Um es vorwegzunehmen: Joselu, zuletzt in Katar am Ball, wird nicht wieder das Adlertrikot überstreifen. Ernsthaft beschäftigt hat sich die Eintracht mit der Personalie nicht, aber sie zeigt eben, dass kurz vor Ladenschluss einiges in Umlauf kommt. Von verschiedenen Seiten gesteuert und gestreut. Es sind schon verrückte Dinge passiert, so auf den letzten Metern, in den letzten Minuten.

Weniger verrückt, beinahe schon erwartungsgemäß, ist dann am Dienstag, dem Deadline Day, auf der Frankfurter Abgabeseite nochmal Bewegung reingekommen. Im wahrsten Sinne. Da bestieg Hugo Larsson in aller Frühe den Flieger in Richtung London. Das Ziel: der FC Fulham, Tabellen-16. der Premier League. Dort absolvierte der Schwede, der zuletzt offiziell wegen Muskelbeschwerden pausierte, den Medizincheck.

So oder so nicht das, was sich die Klubführung der Hessen bei einem Transfer des 22-Jährigen mal vorgestellt hatte, der zum Mittelfeldanker und potenziellen Bestseller reifte, ehe er in der vergangenen Saison nicht mehr richtig auf die Beine kam. Schlecht für ihn, schlecht für die Mannschaft, schlecht für den Marktwert und damit auch die Eintracht, die im vergangenen Sommer noch das Doppelte hätte einnehmen können.

Dass es nun, ein Jahr später, unter anderen Rahmenbedingungen zum Transfer kommt, zeigt den immensen Verkaufsdruck, den der Klub hat, um den gewaltigen Kostenapparat zu stemmen. Denn, auch das gehört zur Wahrheit: Hugo Larsson hatte nicht die Absicht, Frankfurt zu verlassen, wäre sogar gern geblieben. Eine Business-Entscheidung also, ähnlich wie bei Jean-Matteo Bahoya, den es ebenfalls auf die Insel zieht. So sickerte am Abend durch, dass sich Leeds United mit dem Linksaußen und der Eintracht über einen Wechsel geeinigt habe. In Form einer Leihe mit Kaufpflicht, ein etwa 30 Millionen schweres Gesamtpaket. Der Deal befinde sich auf der Zielgeraden. Zur Erklärung: In England haben die Teams noch bis Mitternacht Zeit, ihre Transfers über die Bühne zu bekommen.

Und in Frankfurt? Da trägt Trainer Adi Hütter den Kurs mit, wobei ihm die Besetzung im zentralen Mittelfeld nach dem Larsson-Abgang das geringste Kopfzerbrechen bereiten dürfte. „Könnte ich es mir aussuchen, würde ich vielleicht da einen wegnehmen und auf einer anderen Position lieber einen mehr haben“, hatte der Trainer neulich gesagt.

Fussball  Testspiel, SV Waldhof Mannheim - Eintracht Frankfurt

England statt Eintracht: Hugo Larsson. © IMAGO/Jan Huebner

SGE-Neuzugang: Kämpfer Brassier ist kein Lautsprecher

Etwa im Sturm. Da hat die Eintracht am Dienstag alle Hebel in Bewegung gesetzt, um Arnaud Kalimuendo aus Nottingham loszueisen. Ein zweites Mal, auf Leihbasis. Vergeblich. Alle Versuche, mit dem Premier-League-Klub eine Übereinkunft zu erzielen, scheiterten. Auch aus Zeitgründen. So der Stand um 20 Uhr.

Zu dem Zeitpunkt hatte der bis dato neueste Neuzugang längst seine erste Trainingseinheit im Eintracht-Dress bestritten. Bisschen aufgeregt war er, der Lilian Brassier, ist ja schließlich die erste Auslandsstation für den Franzosen, den die Hessen für ein Gesamtpaket von etwa zehn Millionen Euro von Stade Rennes verpflichtet haben. Der Wunschspieler von Hütter soll das mitbringen, was der Defensive noch gefehlt hat: Tempo, Physis und Zweikampfhärte. Der 1,86 Meter große Linksfuß, 26 Jahre alt, kann in der Innenverteidigung und auf der linken Abwehrseite eingesetzt werden. Und er bringt die Erfahrung von 161 Ligaeinsätzen mit.

„Lilian ist ein Verteidiger, der Zweikämpfe mit großer Intensität führt und über eine hohe Dynamik verfügt“, sagt Sportvorstand Markus Krösche. Brassier selbst sieht sich als Kämpfertypen, „der immer das Maximum aus sich herausholt“. Als Führungsspieler, nicht als Lautsprecher. Was er schon über die Eintracht weiß? „Es ist ein großer Klub, aus dem viele starke Talente hervorgegangen sind.“ Auf Landsmann Niels Nkounkou wird Lilian Brassier wohl nicht mehr treffen. Der Linksverteidiger schließt sich per Leihe dem OGC Nizza an.

Jean-Matteo Bahoya beim Testspiel SV Waldhof Mannheim gegen Eintracht Frankfurt.

Jean-Matteo Bahoya geht nach Leeds. © IMAGO/Florian Ulrich