Zugstrecke ab München „restlos überfüllt“ und „absolut erbärmlich“ – Bahn äußert sich

tzMünchenStadtLudwigsvorstadt-IsarvorstadtStand: 09.08.2026, 08:15 UhrKommentareUns auf Google folgenEin Fahrgast hat in einem Zug in München schon vor der Abfahrt jede Menge Chaos erlebt. Die Länderbahn kann d...

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Zugstrecke ab München „restlos überfüllt“ und „absolut erbärmlich“ – Bahn äußert sich

Stand: 09.08.2026, 08:15 Uhr

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Ein Fahrgast hat in einem Zug in München schon vor der Abfahrt jede Menge Chaos erlebt. Die Länderbahn kann die Geschehnisse erklären – doch gibt dem Reisenden in einem Punkt recht.

München – „Heute haben sich die Bahn und die Bundespolizei wieder einmal selbst übertroffen“, beginnt die wütende E-Mail eines Lesers an unsere Redaktion. Er war Fahrgast in einem alex von München nach Prag. Doch bevor der Zug überhaupt von der bayerischen Landeshauptstadt abfahren konnte, beobachtete der Reisende einige Geschehnisse, die er nicht nachvollziehen konnte. Die Länderbahn verteidigt ihre Mitarbeiter entschieden – stimmt aber auch einem Punkt zu.

Am Hauptbahnhof München geht es manchmal ganz schön zu – das hat auch ein Fahrgast erlebt. (Symbolfoto)

Am Hauptbahnhof München geht es manchmal ganz schön zu – das hat auch einer unserer Leser erlebt. (Symbolfoto) © IMAGO / Sven Simon

Überfüllter Zug und Verspätung: Fahrgast ärgert sich über Bahn in München

Doch von vorne – was war überhaupt passiert? Der Leser beschreibt uns die Lage vom 23. Juli, als er in dem alex saß, der um 18.24 Uhr von München abfahren sollte – und der „restlos überfüllt“ war. Aus diesem Grund habe das Zugpersonal die Bundespolizei gerufen, um den Zug teilweise räumen zu lassen. Zwei junge Polizisten hätten dann „hilflos“ versucht, Fahrgäste zum Aussteigen zu bewegen. „Tatsächlich sind eine Handvoll Passagiere ausgestiegen, ohne dass es zu einer nennenswerten Entlastung gekommen wäre“, erläutert der Leser. Mit „größerer Verspätung“ sei der „total überfüllte Zug“ dann losgefahren.

Dieses Verhalten kann der Fahrgast nicht nachvollziehen. „Entweder bestand eine Gefahr für die Mitreisenden, dann hätte die teilweise Räumung erfolgen müssen. Oder es bestand keine Gefahr, dann hätte der Zug rechtzeitig fahren können“, teilt er seine Gedanken. Durch die Verzögerung hätten sich auch die nachfolgenden Züge verspätet. „Leider steigert die Bahn ihre Unfähigkeit bis zur Perfektion“, ärgert sich der Passagier. „Aber ändern tut sich nichts.“

„Ausdrücklich korrekt gehandelt“: Länderbahn nimmt Fahrpersonal in Schutz

Die Länderbahn kann den Ärger des Fahrgastes vollkommen verstehen. Nach einer Anfrage unserer Redaktion nimmt die Pressesprecherin ihre Mitarbeiter jedoch in Schutz: „Unser Fahrpersonal hat hier ausdrücklich korrekt gehandelt.“ Weiter erklärt sie, dass Zugbegleiter und Lokführer für die Sicherheit der Reisenden verantwortlich sind. Dazu zählt, dass Rettungsmittel oder Türbereiche für ein sicheres Öffnen und Schließen zugänglich bleiben müssen. Ist dies nicht gewährleistet, dann gehört es zum Standardvorgehen, mittels Durchsage zunächst Fahrgäste aufzufordern, den Zug zu verlassen. Wird dem nicht Folge geleistet, erfolgt eine weitere Durchsage mit Ankündigung der Räumung des Zuges durch die Bundespolizei. Kann die Situation nach dieser Durchsage nicht gelöst werden, erfolgt die Anforderung der Bundespolizei. „Die Sicherheit hat immer absolute Priorität und ist nicht verhandelbar“, betont die Sprecherin.

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Im Falle des Fahrgastes führte das hohe Reisendenaufkommen am 23. Juli zur Überfüllung des Zuges. „Eine sichere Fahrt war nicht mehr gewährleistet.“ Diese hohen Auslastungen können zu Verspätungen führen, „die sich durchaus aufschaukeln können“. Es bedarf dann mehr Zeit bei den Haltestellen als geplant, weil sehr viele Reisende aus- und einsteigen. Die Verspätung summierte sich laut Sprecherin an besagtem Tag bis Schwandorf auf 42 Minuten.

„Sehr hohe Störanfälligkeit“: Länderbahn gesteht Probleme auf Strecke von München nach Prag

Doch das ist noch nicht alles, worüber sich der Fahrgast echauffiert. Denn die Zugverbindung von München nach Prag sei allgemein „absolut erbärmlich“. Ständig gebe es auf dieser Strecke Verspätungen oder sogar Ausfälle. Dazu räumt die Pressesprecherin ein: „Die Strecke Prag – München ist leider wirklich sehr verspätungsanfällig.“ Das hat unterschiedliche Gründe. Insbesondere sorgt die derzeit vorhandene Infrastruktur für die stark ausgelasteten Bahnstrecken zwischen München und Regensburg beziehungsweise bis nach Schwandorf und weiter nach Furth im Wald für eine „sehr hohe Störanfälligkeit im Betrieb“.

Die Sprecherin erklärt detaillierter: „Die Strecke Schwandorf – Pilsen ist nur eingleisig befahrbar. Diese teilen wir uns jedoch in Abschnitten mit der oberpfalzbahn und dem Güterverkehr. Damit das funktioniert, gibt es viele Kreuzungspunkte auf der Strecke, die dazu dienen, dass man sich gegenseitig überholen oder kreuzen kann. Sobald hier aber eine Verspätung auftritt – ganz gleich aus welchen Gründen – überträgt sich diese dann auch auf alle folgenden bzw. entgegenkommenden Züge.“

Darüber hinaus führt die hohe Auslastung der Strecke Landshut – München, die sich allein fünf bayerische Nahverkehrslinien, Fern- und Güterverkehr teilen müssen, regelmäßig zu einem „Nadelöhr-Effekt“, der sich verstärkt, wenn Züge bereits mit Abweichungen vom Fahrplan ankommen. Auch die sehr hohen Auslastungen der Knotenbahnhöfe Schwandorf und Regensburg und München sind Teil der hohen Störanfälligkeit. „Bei einer für einen Nahverkehr vergleichbar langen Reisezeit des alex von München nach Prag von planmäßig 5,5 Stunden summieren sich diese Faktoren und schaukeln mitunter hohe Verspätungen auf“, erklärt die Sprecherin. „Die Bahninfrastruktur im Freistaat Bayern lässt dann ein Aufholen von Verspätungen kaum noch zu.“ Hinzu kommen die geplanten und ungeplanten Baumaßnahmen an der Infrastruktur sowie angeordnete Langsamfahrstellen, die zu Abweichungen der Fahrzeiten führen können.

Dass sich die Lage auf dieser Strecke beruhigt, ist also erst einmal nicht absehbar. (Quellen: Mail von Leser, Anfrage an Länderbahn) (res)

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