Zuckersteuer kommt: Cola Zero statt normaler Cola – „Alternativen sind nicht gesünder“

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Zuckersteuer kommt: Cola Zero statt normaler Cola – „Alternativen sind nicht gesünder“

Stand: 22.08.2026, 12:00 Uhr

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Maria Lidl ist Ernährungsberaterin mit Praxis in Wolfratshausen

Maria Lidl ist Ernährungsberaterin mit Praxis in Wolfratshausen. © Privat

Zuckersteuer gegen zu süße Getränke: Ernährungsberaterin Maria Lidl erklärt, was Zucker im Körper anrichtet – und warum Zero nicht ihre Lösung ist.

Wolfratshausen – Die Zuckersteuer soll früher kommen als gedacht. Das wurde vor der politischen Sommerpause des Bundestags bekannt. Die Pläne: Zuckerhaltige Getränke sollen gestaffelt teurer werden. Je mehr Zucker ein Softdrink enthält, desto höher die Kosten. Ernährungsberaterin Maria Lidl erklärt in ihrer Praxis in Wolfratshausen, was Zucker mit unserem Körper macht, wie gefährlich Alternativen sind und was sie tut, um ihren Zuckerkonsum zu reduzieren.

In Zukunft sollen zuckerhaltige Getränke besteuert werden. Was ist so schädlich an Zucker?

Unabhängig von Kalorien ist Zucker schädlich für den Körper. Übermäßiger Zuckerkonsum kann zu Diabetes Typ 2 führen. Zucker verklebt die Faszien und beeinflusst die Gefäße negativ, was zu Bluthochdruck, Entzündungen und Leberproblemen führen kann. Auch das Risiko für Herzinfarkte steigt.

Es wird nur Industriezucker besteuert. Heißt das, Alternativen sind gesünder?

Nein, Alternativen sind nicht automatisch gesünder. Süßstoffe sind beispielsweise noch schädlicher, weil sie die Darmbakterien angreifen. Das macht Zucker zwar auch, aber nicht in so großem Ausmaß. Ich sage immer: Wenn Sie eine Cola trinken wollen, dann lieber wenig von der Normalen anstatt einer Zero.

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Was ist mit Fruchtzucker?

Fructose ist grundsätzlich besser als Industriezucker. Je natürlicher ein Zucker, desto gesünder ist er. Trotzdem kann besonders Fructose zu einer Fettleber führen. Und durch den aktuellen Boom an Smoothies und Säften konsumieren die Menschen viel zu viel davon. In einem Liter Fruchtsaft können bis zu 120 Gramm Zucker enthalten sein. Das kann sogar zu einer Intoleranz führen und Durchfall oder Verstopfungen verursachen.

Dabei heißt es immer, Obst sei gesund.

Obst ist gesund, dagegen ist nichts zu sagen. Aber man sollte nicht mehr als zwei Handvoll am Tag zu sich nehmen. Aber überlegen Sie sich mal, wie viele Orangen Sie für ein Glas Orangensaft auspressen müssen. Das ist einfach zu viel.

Warum nehmen die Menschen so viel Zucker zu sich?

Das Verlangen nach Süßem ist grundsätzlich angeboren. Mit der Zeit stumpfen die Geschmacksnerven ab. Je mehr Zucker Sie zu sich nehme, desto weniger schmecken Sie die Süße. Außerdem wird Zucker häufig zur schnellen Emotionsregulierung genutzt und ist häufig ein Ersatz für unbekannte Bedürfnisse.

Was kann man dagegen tun?

Die Geschmacksnerven sensibilisieren sich wieder. Zwei Wochen Zuckerverzicht reichen da schon aus. Wenn man langfristig weniger Zucker essen möchte, ist eine langsame Entwöhnung geeigneter. Hunger auf Süßes entsteht oft durch Stress oder als Belohnungssystem. Dann ist es sinnvoll, Alternativen zu finden.

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Wie verzichten Sie persönlich auf zu viel Zucker?

Ich backe Süßigkeiten selbst und verwende weniger Zucker als im Rezept angegeben ist. Meinen Kindern vermittle ich, dass Süßigkeiten ein Genuss sind. Das gibt es nur als Dessert am Tisch. Als Durstlöscher trinke ich Wasser.

Was halten Sie von der Zuckersteuer?

Ich hoffe die Menschen werden zum Nachdenken angeregt, mehr auf ihren Zuckerkonsum zu achten. Andererseits befürchte ich, dass Getränke und Säfte voller Süßstoffe noch beliebter werden. Der Konsum wird nicht weniger werden, er wird sich nur verschieben.

(fra)