Knochentrockener Fluss bricht Allzeit-Rekord – „Werte um 20 Zentimeter kein Tabu mehr“
StartseiteDeutschlandWo Frachter fuhren, sind jetzt Kiesbänke: Rhein-Pegel stürzt auf Allzeit-Rekordtief von 24 ZentimeternStand: 04.08.2026, 19:28 UhrKommentareUns auf Google folgenDer Flusspegel am Rhein hat ...
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Wo Frachter fuhren, sind jetzt Kiesbänke: Rhein-Pegel stürzt auf Allzeit-Rekordtief von 24 Zentimetern
Stand: 04.08.2026, 19:28 Uhr
Der Flusspegel am Rhein hat einen historischen Tiefstand erreicht. Die Prognosen zeigen weiter nach unten. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Frankfurt – Es ist Punkt 20 Uhr, als die Anzeige nach unten kippt: 24 Zentimeter. Der Pegel Kaub, die wichtigste Engstelle des ganzen Rheins, unterschreitet die 25-Zentimeter-Marke – und stellt damit einen traurigen Rekord auf.

Nie zuvor stand hier so wenig Wasser. Wer am Ufer steht, traut seinen Augen kaum: Wo sonst mächtige Frachter vorbeiziehen, liegen breite Kiesbänke frei, glänzen Steine in der Abendsonne, die seit Jahren niemand gesehen hat. Der Fluss, sonst ein reißender Strom, wirkt wie ein müdes Rinnsal.
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Rhein-Pegel stürzt auf 24 Zentimeter – ein Rekord, der Geschichte schreibt
Und das Verrückte daran: An dieser Stelle wird schon seit weit über hundert Jahren gemessen. Generationen von Schiffern, Kriege, Dürren, Jahrhundertsommer – all das hat der Kauber Pegel überstanden, ohne je so tief zu fallen. Der alte Bestwert stammte aus dem Dürre-Jahr 2018, als das Wasser bei 25 Zentimetern stoppte. Jetzt, ein einziger Zentimeter tiefer, ist dieser Wert Geschichte.
Für die Binnenschifffahrt ist das eine Katastrophe: Jeder Zentimeter weniger bedeutet weniger Ladung, weniger Fahrten, höhere Kosten. Ganze Frachter dürfen nur noch halb beladen fahren – oder bleiben gleich im Hafen.
Und jetzt? Es wird noch schlimmer
Wer auf schnelle Entspannung hofft, muss stark sein: Die Prognosen zeigen weiter steil nach unten. Ohne kräftigen, tagelangen Landregen sinkt der Pegel weiter – Werte um die 20 Zentimeter und darunter sind längst kein Tabu mehr.
Schuld ist die knochentrockene Witterung der vergangenen Wochen, kombiniert mit brütender Hitze, die dem Fluss das letzte Wasser raubt. Kurze Gewitterschauer? Verpuffen sofort. Der Rhein benötigt keine Tropfen, er braucht Tage voller Regen. Und die sind nicht in Sicht. Es bleibt spannend – und bitter.