„Machen uns Angst“: Zombiefeuer lodern nach Frankreich-Waldbrand monatelang unter der Erde weiter
StartseiteWeltStand: 30.07.2026, 20:28 UhrKommentareUns auf Google folgenNach dem Waldbrand in Frankreich schwelen Zombiefeuer tief im Torfboden weiter. Sie können jederzeit ohne Vorwarnung wieder aufflammen – ...
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Stand: 30.07.2026, 20:28 Uhr
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Nach dem Waldbrand in Frankreich schwelen Zombiefeuer tief im Torfboden weiter. Sie können jederzeit ohne Vorwarnung wieder aufflammen – für mehrere Monate.
Bordeaux – Seit Tagen kämpfen Feuerwehrleute in Südeuropa gegen mehrere Waldbrände. Monatelange Hitze und die dadurch resultierende Trockenheit haben die Wälder in Spanien, Italien, Griechenland und Frankreich ausgedörrt. Trotz einer leichten Entspannung der Waldbrandlage in Südfrankreich droht eine neue Gefahr: Sogenannte Zombiefeuer schwelen unter der Erde weiter – und können ohne Vorwarnung wieder aufflammen. Die Behörden bereiten sich auf eine monatelange Überwachung vor.

Derweil können an der französischen Atlantikküste rund 84.000 Menschen in ihre Häuser zurückkehren. Wie die Präfektin von Bordeaux, Sophie Brocas, am Donnerstagmorgen (30. Juli) entschied, können die Bewohner von neun vorsorglich evakuierten Orten nach Hause. Insgesamt mussten 224.000 Menschen aus der Region fliehen. Die französischen Einsatzkräfte kämpfen währenddessen gegen die Waldbrände in Südfrankreich und im Burgund. Doch die eigentliche Gefahr lauert unter der Erde.
Waldbrände in Frankreich noch nicht unter Kontrolle – Torfboden als unsichtbarer Brandherd
Der trockene Torfboden rund um Bordeaux macht die Lage besonders gefährlich. Auch wenn der Großbrand im Département Gironde inzwischen als „stabilisiert“ gilt und die Flammen in den kommenden Tagen gelöscht werden, schwelt es unter der Erde weiter. Die Flammen haben 42.000 Hektar Torfwald und Dünenlandschaften verwüstet. Betroffen ist das Gebiet zwischen der bei Touristen beliebten Halbinsel Cap-Ferret und den Ausläufern der Stadt Bordeaux. Auch Urlauber mussten fliehen.
Die Torfschicht am Waldboden besteht aus Pflanzenteilen, die sich über Jahre langsam zersetzen. Sie bildet ein ideales Brennmaterial für schwelende Glut. Mangels Sauerstoff bleibt das Feuer unter der Erde verborgen. Wind und Trockenheit können es aber jederzeit wieder anfachen. Sichere Anzeichen sind glimmende Wurzeln oder Rauchwolken.
Feuerwehrmann Cyril Venière beschreibt die Lage eindringlich: „Das Feuer ist überall, es schwelt. Es wird mindestens Wochen, wenn nicht Monate dauern, bis wir es schaffen, es vollständig zu löschen. Wir müssen das gesamte Gebiet genau überwachen“ – im Zweifel über Jahre hinweg, berichtet die französische Agence France-Presse (AFP).
Feuerwehrmann erinnert sich zurück an Großbrand 2022
Die Region hat bereits Erfahrung mit diesem Phänomen. Das Gebiet eines Waldbrands aus dem Jahr 2022 in derselben Region wird nach Feuerwehrangaben noch immer überwacht. Zwei Jahre lang entdeckten Feuerwehrleute immer wieder Reste des Feuers..
Matthieu Jomain, Kommandant des Feuer- und Rettungsdienstes in der Gironde, erinnert sich an die Wochen nach dem damaligen Brand: „Diese schwelenden Feuer, die plötzlich an Stellen oder in Umgebungen ohne ersichtliche Quelle auftauchen, haben uns viele Probleme bereitet.“ Er ergänzt: „Sie tauchen hier und dort auf, ohne unbedingt einem Muster zu folgen.“ Feuerwehrleute hätten Stück für Stück Asche und Erde abgetragen, um Brandherde tief verborgen in der Erde zu finden.
Waldbrand-Gefahr noch nicht gebannt – Aufflammen „jeden Tag“ erwartet
Die Einsatzkräfte in Frankreich konzentrieren sich nun auf die verbleibenden Brandherde. Rund 240 Kilometer am Waldrand müssen abgesichert werden. Für die langfristige Überwachung der verbrannten Fläche sind rund 2500 Freiwillige der Organisation zum Schutz der Wälder vor Bränden (DFCI) in der Region zuständig. Ihr Vorsitzender Bruno Lafon hofft auf zusätzliche Unterstützung. Er appelliert an Bauern in der Region. „Vielleicht schicken sie uns ein paar Soldaten“, hofft Lafon.
Der DFCI-Vorsitzende macht das schiere Ausmaß der Waldbrand-Katastrophe deutlich: „Schauen Sie sich die Fläche an, können Sie sich das vorstellen? Der Umfang des Feuers misst 130 Kilometer! Im August wird es heiß, da wird jeden Tag etwas wieder aufflammen.“ Er rechnet damit, dass sich die Lage erst mit dem Regen im kommenden Winter beruhigt. Die Zombiefeuer unter der Erde „machen uns Angst“, sagt er und gesteht ein: „Wir sind nicht genügend Leute.“ (Quellen: AFP, dpa) (cln)