Wie viel ist uns Renaturierung wert? Der Sommer gibt uns die Antwort
Michael Ortner Wie viel ist uns Renaturierung wert? Der Sommer gibt uns die Antwort Maßnahmen für die Renaturierung Österreichs sind teuer. Doch noch teurer werden die Folgeschäden. Das haben die Hitzw...
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Michael Ortner
Wie viel ist uns Renaturierung wert? Der Sommer gibt uns die Antwort
Maßnahmen für die Renaturierung Österreichs sind teuer. Doch noch teurer werden die Folgeschäden. Das haben die Hitzwellen der vergangenen Monate gezeigt
Kommentar
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Michael Ortner
Am 1. September, dem letzten Tag der Frist, hat Umweltminister Norbert Totschnig (ÖVP) Österreichs Renaturierungsplan nach Brüssel geschickt. Die darin enthaltenen Maßnahmen sollen helfen, Moore, Au- und Flusslandschaften und Wälder wieder in einen naturnahen Zustand zu bringen. Das Vorhaben ist komplex. Unter anderem müssen Grundstückseigentümer, also Land- und Forstwirte, mitspielen, wenn auf ihren Flächen Moore wieder vernässt werden sollen. Die Regierung setzt auf Freiwilligkeit. Vor allem aber kostet die Umsetzung viel Geld – Geld, das Totschnig von der EU-Kommission einfordert. Sonst werde das nichts mit der Renaturierung, wie er sagt.
Investment für Klimaresilienz
Doch das ist zu kurz gedacht. Denn Renaturierung ist eine gute Investition. Jeder Euro, der in Österreich für eine funktionierende Umwelt ausgegeben wird, macht uns gegen die Folgen der Klimakrise resilienter. Beispiele gibt es genug. Werden einst trockengelegte Moore wieder vernässt, können sie CO₂ speichern. Wiederhergestellte Augebiete sind wie ein Schwamm: Sie sind natürliche Überflutungsflächen und lassen Hochwasser versickern. Es geht aber auch um städtische Ökosysteme: Bäume, Parks und unversiegelte Böden sind unverzichtbar – wie sehr man sie braucht, hat der heurige Sommer gezeigt.
Natürlich wirken die Maßnahmen nicht von heute auf morgen. Moore brauchen Jahrzehnte, bis sie sich erholt haben, Bäume, bis sie gewachsen sind. Doch nicht in die Natur zu investieren, kommt uns noch teurer. Die historische Dürre heuer richtete einen Schaden von einer Milliarde Euro in der Landwirtschaft an. Die EU schätzt die Kosten für die Renaturierung auf 145 Milliarden Euro bis 2070. Ohne Renaturierung drohen Folgekosten von 1,8 Billionen Euro. Die Entscheidung dürfte also nicht allzu schwerfallen. (Michael Ortner, 3.9.2026)
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