«Wer gut schläft, rennt besser» – so optimieren Läufer ihre Erholung
Wer gut schläft, rennt besser – einfache Massnahmen helfenSchlaf ist ein unterschätzter Leistungsfaktor. Worauf Läuferinnen und Läufer achten sollten.Maja Neuenschwander23.08.2026, 05.30 Uhr2 LeseminutenEr acht...
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Wer gut schläft, rennt besser – einfache Massnahmen helfen
Schlaf ist ein unterschätzter Leistungsfaktor. Worauf Läuferinnen und Läufer achten sollten.
Maja Neuenschwander23.08.2026, 05.30 Uhr
2 Leseminuten

Er achtet auch auf seinen Schlaf: Welt- und Europameister Leo Neugebauer nach einem Zehnkampf.
Philipp Stevens / Imago
Im Laufsport wird viel über Trainingspläne, Ernährung und mentale Stärke gesprochen. Über Schlaf deutlich weniger. Fachpersonen haben in einer Broschüre für Swiss Olympic zentrale Informationen zum Thema Schlaf zusammengefasst.
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Zu den Fakten: Während des Schlafs verarbeitet der Körper Trainingsreize, reguliert Hormone und unterstützt Regeneration, Konzentration und Lernfähigkeit. Bereits wenige Nächte mit zu wenig oder schlechtem Schlaf können die Leistung beeinträchtigen. Die Folgen zeigen sich oft schleichend: in langsameren Reaktionen, nachlassender Konzentration, gereizter Stimmung und sinkender Motivation. Schlafmangel bleibt lange eine unspezifische Erklärung, obwohl seine Auswirkungen im Training und im Alltag bereits spürbar sein können.
Ein verbreitetes Missverständnis besteht darin, Schlaf nur als Thema unmittelbar vor einem Wettkampf zu betrachten. Entscheidend ist nicht eine einzelne Nacht, sondern die Schlafqualität über mehrere Tage hinweg. Wer unter der Woche zu wenig schläft und am Wochenende Schlaf nachholen muss, trägt oft bereits ein Defizit mit sich herum.
Dem kann mit einfachen Massnahmen begegnet werden, der Erfolg liegt dabei in der konsequenten Umsetzung. So reagiert der Körper positiv auf regelmässige Bett- und Aufstehzeiten: Grössere Verschiebungen erschweren häufig das Ein- und Durchschlafen. Auch vor Wettkämpfen ist es meist wenig sinnvoll, künstlich früher ins Bett zu gehen. Besser ist es, dann schlafen zu gehen, wenn tatsächliche Müdigkeit einsetzt.
Schlaf lässt sich nicht erzwingen, aber er lässt sich begünstigen. Die folgenden einfachen und alltagstauglichen Schlüsse ergeben sich daraus:
- Schlaf sollte nicht als Restzeit behandelt werden, sondern als Teil des Trainings.
- Wer schlecht schläft, muss nicht sofort nach komplizierten Ursachen suchen; oft helfen schon kleine Massnahmen: regelmässigere Bett- und Aufstehzeiten, weniger Bildschirmzeit im Bett, bewusstes Herunterfahren nach Abendtrainings, das Bett möglichst nur zum Schlafen zu nutzen oder den Koffeinkonsum anpassen.
- Gelingt das Einschlafen nicht, ist es meist sinnvoller, nochmals aufzustehen und erst bei erneuter Müdigkeit ins Bett zurückzukehren.
- Ein kurzer Powernap kann helfen, wenn nachts zu wenig Schlaf möglich war – aber nur gezielt und nicht zu lang.
Maja Neuenschwander ist Laufexpertin und ehemalige Spitzensportlerin. Heute arbeitet sie bei Swiss Olympic.
Ein Artikel aus der «NZZ am Sonntag»
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