Welle der Hilfsbereitschaft fürs Rottacher Tierheim – Vorsitzende meldet sich nochmals zu Wort
Das Tierheim in Rottach-Egern steckt in einer finanziell schwierigen Lage. Diese Nachricht hat viele zum Spenden animiert. Die Vorsitzende macht aber klar, dass es vor allem die öffentliche Förderung braucht.
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Stand: 25.07.2026, 11:30 Uhr
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Das Tierheim in Rottach-Egern steckt in einer finanziell schwierigen Lage. Diese Nachricht hat viele zum Spenden animiert. Die Vorsitzende macht aber klar, dass es vor allem die öffentliche Förderung braucht.
Rottach-Egern – Das Tierheim in Geldnöten. Diese Nachricht, jüngst veröffentlicht in unserer Zeitung, hat eine Welle der Hilfsbereitschaft und Solidaritätsbekundungen ausgelöst. Allein ein Spendenaufruf auf der Online-Plattform Gofundme brachte bis Freitag über 5000 Euro. „Wir freuen uns natürlich über die positive Resonanz“, sagt Johanna Ecker-Schotte, Vorsitzende des Tierschutzvereins Tegernseer Tal. Allerdings sieht sie sich auch zu einer Klarstellung veranlasst: Neben – den ebenfalls überlebenswichtigen – Spenden braucht es in erster Linie die Unterstützung von Kommunen und Landkreis, um den laufenden Betrieb des Tierheims aufrechterhalten zu können.
Der Tierschutzverein als Träger des einzigen Tierheims im Landkreis Miesbach kann auf Mitgliedsbeiträge, Spenden und in seltenen Fällen auch auf Nachlässe zurückgreifen. „Außerdem haben wir das große Glück, dass es die Otto-Kärner-Stiftung gibt“, sagt Ecker-Schotte. Diese Einnahmen könnten und dürften aber nicht die Aufgaben der Kommunen und des Landkreises ersetzen, der dafür zuständig sei, den Betrieb des Tierheims am Laufen zu halten. Die Rücklagen sollten den laufenden Betrieb nur bei schwankenden Einnahmen sichern, sie seien ansonsten dafür da, Bauvorhaben oder nötige Sanierungen zu realisieren. Bei Abweichung von diesen Vorgaben „gefährden wir auf Dauer unsere Gemeinnützigkeit“, stellt die Vorsitzende klar.
Noch einmal macht die Rottacherin deutlich, was nötig wäre: nämlich eine Pauschale pro Landkreis-Einwohner von 1,50 Euro, gemeinsam getragen vom Kreis und den Gemeinden. In der Vergangenheit erhielt der Verein laut Ecker-Schotte rund 20.000 Euro pro Jahr, inklusive freiwilliger Unterstützung einiger Kommunen. Da dies bei Weitem nicht ausreiche, „sahen wir uns gezwungen, die Vereinbarung vom August 2000 zum 31. Dezember 2024 zu kündigen“, erläutert die Vorsitzende. „Es war eine Notbremse.“ Seither hofft der Verein, dass Kommunen und Landkreis die Förderung auf neue Beine stellen.
Dies sei in Arbeit, erklärt eine Sprecherin des Landratsamtes auf Nachfrage. Gemeinden und Kreisbehörde seien sich bei einer Dienstbesprechung Anfang des Jahres einig gewesen, „dass der Tierschutzverein in Summe einen auskömmlichen Zuschuss zum Betrieb des Tierheims erhalten soll“. Aber: Die Erstellung des Entwurfs der solidarischen Vereinbarung habe sich „leider auf Arbeitsebene etwas verzögert“. Die rechtliche Ausgestaltung des Vertragswerks gestalte sich schwieriger als zunächst gedacht, heißt es aus dem Landratsamt. Und weiter: „Wir hoffen, zeitnah einen ausgearbeiteten Entwurf mit allen 17 Gemeinden final abstimmen und dem Tierschutzverein zur Unterschrift vorlegen zu können.“
Bis es soweit ist, hängt der Verein mit seinem Tierheim weiter in der Luft. 543 Schützlinge wurden im vergangenen Jahr im Tierheim betreut, darunter 403 Fundtiere, berichtet die Vorsitzende. Alleine für Tierarzt-, Futter-, Kastrations- und sonstige Sachausgaben seien etwa 120.000 Euro an Kosten angefallen. Zu einer Erhöhung der öffentlichen Förderung gibt es laut Ecker-Schotte keine Alternative: „Unsere notwendigen und wichtigen Rücklagen werden konstant durch Ausgaben reduziert, da die Zahlungen der Kommunen bis heute in keiner Weise ausreichend sind – und dies seit über 14 Jahren.“
gab