K.-o.-Tropfen-Fall im Aargau: Mann in U-Haft wegen Missbrauch und Filmaufnahmen
Publiziert6. August 2026, 21:35Kanton AargauWeiterer Fall: Mann soll Frauen betäubt und missbraucht habenEin Mann soll im Aargau Frauen mit K.-o.-Tropfen betäubt, missbraucht und gefilmt haben. Das Obergericht ...
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Publiziert6. August 2026, 21:35
Kanton AargauWeiterer Fall: Mann soll Frauen betäubt und missbraucht haben
Ein Mann soll im Aargau Frauen mit K.-o.-Tropfen betäubt, missbraucht und gefilmt haben. Das Obergericht hält ihn weiter in U-Haft.

Darum gehts
- Im Aargau soll ein Mann zwischen 2017 und 2022 mehrere Frauen mit K.-o.-Tropfen betäubt, missbraucht und gefilmt haben.
- Das Obergericht hat die Beschwerde gegen die verlängerte Untersuchungshaft abgewiesen – es besteht Verdunkelungsgefahr.
- Die Staatsanwaltschaft geht von mindestens drei weiteren Opfern aus und schliesst ein serientatmässiges Vorgehen nicht aus.
Ein bisher unbekannter Fall mutmasslicher Sexualdelikte erschüttert den Kanton Aargau: Ein Mann soll zwischen 2017 und 2022 mehrere Frauen mit GBL oder K.-o.-Tropfen betäubt, sexuell missbraucht und die Taten gefilmt haben. Bekannt wurde der Fall erst, weil sich der Beschuldigte gegen die Verlängerung seiner Untersuchungshaft vor Obergericht wehrte, berichtet SRF. Eine Anklage oder ein Urteil gibt es bislang nicht. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Ex-Freundin entdeckte versteckte Videokamera
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten vor, mehrere Frauen über Jahre hinweg betäubt und sexuell missbraucht zu haben. Zudem soll er die Taten gefilmt und teilweise auf Pornoplattformen veröffentlicht haben. Laut Urteil betrifft einer der Fälle eine frühere Partnerin, die zur Tatzeit noch minderjährig war. Sie soll mit GBL oder K.o.-Tropfen betäubt worden sein. Versteckte Aufnahmen sollen zeigen, wie der Mann sexuelle Handlungen an der bewusstlosen Frau vornahm. Zudem wird ihm vorgeworfen, sie im Intimbereich verbrannt zu haben.
Die Ermittler gehen von mindestens drei weiteren bekannten Opfern aus. Auf mehreren Videos seien sexuelle Handlungen an verschiedenen Frauen zu sehen, mindestens eine davon sei bewusstlos gewesen. Laut Staatsanwaltschaft konnte noch nicht sämtliches Bildmaterial konkreten Geschädigten zugeordnet werden. Sie spricht deshalb von einem «serientatmässigen Vorgehen» und schliesst weitere Opfer nicht aus.
Auch sexuelle Handlungen mit Minderjährigen
Gegen den Mann läuft eine Strafuntersuchung wegen zahlreicher Delikte, darunter Straftaten gegen die sexuelle Integrität und Freiheit sowie das Betäubungsmittelgesetz. Bereits früher war er wegen mehrfacher sexueller Nötigung und sexueller Handlungen mit Minderjährigen verurteilt worden.
Das Obergericht wies die Beschwerde gegen die verlängerte Untersuchungshaft ab. Es sieht insbesondere Verdunkelungsgefahr. Zudem verweist die Staatsanwaltschaft auf ein Gutachten, wonach die Gefahr weiterer Straftaten bestehe. Der Entscheid ist noch nicht rechtskräftig.
Parallelen zu Fall um SVP-Grossrat
Der Fall erinnert an jenen des ehemaligen Aargauer SVP-Grossrats Patrick Frei, dem ebenfalls vorgeworfen wird, seine ehemalige Partnerin sowie deren damals 15-jährige Tochter und weitere Frauen mit K.-o.-Tropfen betäubt und sexuell missbraucht zu haben. Die Staatsanwaltschaft fordert eine lebenslange Freiheitsstrafe. Auch in diesem Verfahren gilt die Unschuldsvermutung.
Bist du oder ist jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?
Hier findest du Hilfe:
Lilli.ch, Onlineberatung für Jugendliche
Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Reto Bollmann (bre), Jahrgang 1991, verstärkt seit Ende 2021 als Redaktor den Newsdesk von 20 Minuten. Eine Vorliebe hat er für politische, wissenschaftliche und geschichtliche Themen.
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