Weil Konkurrent Sepp Kuss im Finale zweimal stürzt: Richard Carapaz gewinnt Königsetappe der Tour de France

Tadej Pogacar rauschte flankiert von Zehntausenden Fans in den Radsport-Sehnsuchtsort und rollte feiernd gemeinsam mit seinem Teamkollegen Isaac del Toro über den Zielstrich. Bei der zweiten Radsport-Party der ...

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Weil Konkurrent Sepp Kuss im Finale zweimal stürzt: Richard Carapaz gewinnt Königsetappe der Tour de France

Tadej Pogacar rauschte flankiert von Zehntausenden Fans in den Radsport-Sehnsuchtsort und rollte feiernd gemeinsam mit seinem Teamkollegen Isaac del Toro über den Zielstrich. Bei der zweiten Radsport-Party der diesjährigen Tour de France hinauf in den Kultort triumphierte der Star zwar nicht zum zweiten Mal nacheinander in Alpe d'Huez, doch der fünfte Gesamtsieg bei der Frankreich-Rundfahrt ist dem 27-Jährigen kaum noch zu nehmen. Sonntag endet die Tour in Paris.

Nach seinem eindrucksvollen Rekord-Sieg am Vortag konnte oder wollte der Slowene bei der Königsetappe, die dieses Mal von der anderen Seite und mit deutlich weniger Fans am Streckenrand hinauf nach Alpe d’Huez führte, dem Ecuadorianer Richard Carapaz nichts entgegensetzen. Der 33-Jährige feierte seinen zweiten Etappenerfolg bei der diesjährigen Tour – seinen dritten insgesamt.

Auf der vorletzten Etappe gewann Carapaz vor dem Belgier Remco Evenepoel und dem US-Amerikaner Sepp Kuss. Pogacar wurde Vierter.

In der Gesamtwertung steht Pogacar mit einem Abstand von 6:26 Minuten vor dem erneut stark auftrumpfenden Zweitplatzierten Evenepoel vom deutschen Red-Bull-Team. Pogacars Teamkollege del Toro aus Mexiko steht 9:42 Minuten hinter dem Star auf Rang drei.

Kuss hatte sogar noch Glück im Unglück

Kurz vor der Zieleinfahrt wurde Kuss zum Pechvogel der Etappe. Der Teamkollege des während dieser Tour ausgeschiedenen Mitfavoriten Jonas Vingegaard stürzte erst einmal. Und dann noch ein zweites Mal bei einer Abfahrt.

UAE Team Emirates - XRG's Slovenian rider Tadej Pogacar wearing the overall leader's yellow jersey and UAE Team Emirates - XRG's Mexican rider Isaac Del Toro wearing the best young rider's white jersey celebrate as they cross the finish line of the 20th stage of the 113th edition of the Tour de France cycling race, 170,9 km between Le Bourg-d'Oisans and Alpe d'Huez in the French Alps, on July 25, 2026. (Photo by Anne-Christine POUJOULAT / AFP)

Pogacar freut sich mit seinem Teamkollegen del Toro, der Platz und das Weiße Trikot sichern konnte.

© AFP/ANNE-CHRISTINE POUJOULAT

Dank eines vor dem Abhang schützenden Fangnetzes wurde der US-Amerikaner noch vor schwerwiegenden Folgen geschützt. Zu dem Zeitpunkt war der Profi auf dem Weg zum Etappensieg, doch er wurde während seines Sturzes noch von Carapaz überholt.

Die zweite Etappe hinauf in den Radsport-Kultort hatte es in sich. Bei der Etappe mit etwa 5600 Höhenmetern – den meisten Höhenmetern bei dieser Tour – standen drei Anstiege der höchsten Kategorie an. Darunter die Kletterpartie zum Alpen-Giganten Col du Galibier, dem Dach der Tour mit einer durchschnittlichen Steigung von fast sieben Prozent auf 17,7 Kilometern. Oben auf dem Gipfel war Carapaz Erster und sicherte sich wichtige Punkte für die Bergwertung.

Währenddessen machte der Star Pogacar höchstselbst Tempoarbeit, um die Distanz von etwa viereinhalb Minuten zur Fluchtgruppe um Carapaz zu verkürzen. Am Vortag hatte er noch den Geschwindigkeitsrekord von Marco Pantani in Alpe d'Huez pulverisiert.

Schlussetappe nach Paris muss verkürzt werden

Zu dem Zeitpunkt war der deutsche Radprofi Pascal Ackermann, der sich in den Massensprints bei dieser Rundfahrt kaum zeigen konnte, schon bei der Tour raus. Beim Anstieg zum Col de la Croix-de-Fer war das Rennen für den Profi beendet.

Der sichtlich enttäuschte Pfälzer sagte dem ZDF: „Es hat heute halt einfach nicht gereicht.“ Bei der Etappe am Vortag habe er einen Team-Materialwagen am Berg überholen worden. Er sei am Vorderreifen hängengeblieben und habe sich dann „quer über die Motorhaube gedreht“. „Das soll jetzt keine Ausrede sein. Die Beine waren leer. Aber das Knie kommt halt auch ein bisschen dazu.“

Am Sonntag endet die 113. Frankreich-Rundfahrt in der französischen Hauptstadt. Allerdings anders als geplant: Wegen der schweren Waldbrände im Südwesten des Landes und der benötigten Rettungskräfte wird die letzte Etappe deutlich verkürzt und komplett in die Hauptstadt verlagert.

Statt 133 Kilometer stehen nur noch 89 an. Die Profis rollen in Paris los statt im Vorort Thoiry. Zwei zusätzliche Runden rund um die Champs-Élysées werden eingebaut, teilten die Veranstalter mit. Die drei Überquerungen des Montmartre-Hügels bleiben bestehen. (dpa)