Wasserwacht-Neubau: Bürgermeister fordern Unterstützung vom Erholungsflächenverein

Drei Gemeinden und die BRK-Wasserwacht verlangen vom Erholungsflächenverein München einen Beitrag für die neue Station in Steinebach. Seefelds Bürgermeister Kögel kann sich sogar eine Klage vorstellen.

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Wasserwacht-Neubau: Bürgermeister fordern Unterstützung vom Erholungsflächenverein

Stand: 07.08.2026, 13:01 Uhr

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Das Baugrundstück der Wasserwacht in Steinebach. Das Foto entstand im Frühjahr, derzeit ist die Fläche für Badegäste wieder geöffnet. Baubeginn ist im September.

Das Baugrundstück der Wasserwacht in Steinebach. Das Foto entstand im Frühjahr, derzeit ist die Fläche für Badegäste wieder geöffnet. Baubeginn ist im September. © hvp

Drei Gemeinden und die BRK-Wasserwacht verlangen vom Erholungsflächenverein München einen Beitrag für die neue Station in Steinebach.

Steinebach – Die Gemeinden Inning, Seefeld und Wörthsee nehmen viel Geld für den Neubau einer Wasserwachtstation in Steinebach in die Hand, die Ehrenamtlichen engagierten sich in einer Spendenaktion. Bisher zurückgehalten hat sich der Erholungsflächenverein München, der am Wörthsee das Erholungsgelände Oberndorf unterhält. Bis vor einigen Jahren gab es dort auch ein Wasserwachtgebäude, es wurde allerdings abgerissen. Seitdem kommt die Wasserwacht im Notfall aus Steinebach über den See. „Aus diesem Grund sind wir der Meinung, dass sich der Erholungsflächenverein beteiligen muss“, sagt Seefelds Bürgermeister Klaus Kögel. Gemeinsam mit Wörthsees Bürgermeisterin Sassa Bäumler, Innings Bürgermeister Hubert Vögele und Jule Heuchert, Vorsitzende der Wasserwacht, hat er diese Woche an Christian Mohr, Geschäftsführer des Erholungsflächenvereins, einen Brief geschrieben.

Nicht zuletzt wegen zahlreicher tödlicher Badeunfälle „machen wir Bürgermeister der Anrainergemeinden und die Wasserwacht Wörthsee nochmals eindringlich auf die notwendige finanzielle Unterstützung durch den Naherholungsverein München für die neue Wasserwachtstation in Wörthsee aufmerksam“, heißt es in dem Brief. Im Vordergrund stünden dabei die Kosten für die technische Ausstattung und die Notwendigkeit, einen möglichst schnellen Einsatz des Rettungsbootes für das Badegelände in Oberndorf sicherstellen zu können.

„Diese Kosten belaufen sich, wie Ihnen bereits bekannt ist, auf circa 45.000 Euro für Winde, Tor, Trailer und Gleisanlage.“ Nachdem die Rettungsstation in Oberndorf im Juli 2022 wegen Baufälligkeit abgerissen worden sei, sei die Wasserwacht Wörthsee auf eine optimale technische Ausstattung angewiesen.

„Wir hatten Sie im Herbst letzten Jahres um einen Beitrag gebeten, nachdem alle Antrainergemeinden, der Landkreis, das BRK und die Wasserwacht-Ortsgruppe enorme Anstrengungen zur Finanzierung des Baus der Station unternommen haben“, schreiben die Verfasser weiter. Allein die Wasserwacht habe mit Spenden und Eigenmitteln mehr als 250.000 Euro zur Finanzierung des Projekts beigetragen, das insgesamt 952.000 Euro koste.

„In Anbetracht der landesweit deutlich zunehmenden Badeunfälle und der notwendigen Absicherung der vielen Erholungssuchenden auf dem von Ihrem Verein unterhaltenen Badegelände Oberndorf halten wir es für dringend geboten, dass auch der Naherholungsverein München einen Beitrag leistet“, heißt es weiter. Zudem sei im Mai 1976 zwischen dem Landkreis Starnberg, dem BRK und der Ortsgruppe Wörthsee mit Zustimmung des Vereins Erholungsgebiete e. V. in einem Vertrag die Baulastträgerschaft und der Unterhalt für die Station in Oberndorf durch den Verein festgeschrieben worden. „Damit wurde bereits damals der Wasserwacht Wörthsee eine finanzielle Unterstützung für ihre Einsatzbereitschaft zugesichert.“

Verein investierte seit 1976 bereits 4,4 Millionen Euro

Seit 2017 hat die Wasserwacht Wörthsee keine betriebsfähige Station mehr am Badegelände Oberndorf. „Im Gespräch letzten Herbst wurde der Ortsgruppe ein Neubau einer Rettungsstation Oberndorf in frühestens zehn Jahren in Aussicht gestellt.“ Mit dem Bau der Wasserwachtstation in Steinebach erspare sich der Erholungsflächenverein nicht nur den Bau und den Unterhalt einer eigenen Bootshalle auf seinem Gelände in Oberndorf in Höhe von 174.000 Euro. Sondern der Neubau stelle damit auch in den nächsten zehn Jahren die Sicherheit der Badegäste in Oberndorf sicher.

Große Hoffnung können sich die Bürgermeister jedoch nicht machen. „Am Ende ist das eine Budgetfrage“, sagte Christian Mohr am Donnerstag dem Starnberger Merkur. Hinzu komme, dass die Gemeinde Wörthsee nicht Mitglied des Erholungsflächenvereins sei. „Wir haben zahlreiche Projekte anderer Gemeinden, die Mitglied sind und Vorrang haben.“ Er könne aus dem Stand allein drei Projekte nennen, „die wir schon gestern hätten machen können“. Seit 1976 habe der Verein fast 4,4 Millionen Euro in das Gelände in Oberndorf investiert. „Davon profitieren auch die Anrainer.“ Einige Menschen sähen das Erholungsgebiet auch als Entlastung für Steinebach.

Kögel kündigte gestern an, sich damit nicht zufriedenzugeben. Er könne sich auch eine Klage vorstellen, denn es gebe einen Vertrag. „Ich bin da maximal auf Krawall gebürstet. Denn ich sehe uns da auch in der Verantwortung“, sagte er.