Wasserschutzpolizei kontrolliert Sportbootfahrer auf der Weser

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Wasserschutzpolizei kontrolliert Sportbootfahrer auf der Weser

Stand: 04.08.2026, 18:23 Uhr

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Startpunkt Bollerholz: Die Hauptkommissare der Wasserschutzpolizei Nienburg/Weser, Dienststellenleiter Harald Bormann (l.) und Melanie Burghardt, bringen das 115 PS starke Streifenboot „W25“ vom Trailer in die Weser. Die Kontrollfahrt dauert bis in die Nacht.

Startpunkt Bollerholz: Die Hauptkommissare der Wasserschutzpolizei Nienburg/Weser, Dienststellenleiter Harald Bormann (l.) und Melanie Burghardt, bringen das 115 PS starke Streifenboot „W25“ vom Trailer in die Weser. Die Kontrollfahrt dauert bis in die Nacht. © Gregor Hühne

Die Wasserschutzpolizei (WSP) kontrolliert auf der Weser zwischen Weyhe und Etelsen verstärkt Sportbootfahrer und Angler. Ein Vater muss mehrere Hundert Euro zahlen, weil sein zwölfjähriger Sohn ein Motorboot fuhr, einem anderen brennt die Birne durch. Die Mediengruppe Kreiszeitung hat die Nienburger Beamten einen Tag lang auf einer Streifenfahrt begleitet.

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Weser/Landkreis Diepholz/Landkreis Verden – Startpunkt Campingplatz Bollerholz. Die Wasserschutzpolizei (WSP) Nienburg fährt in den Sommermonaten mit dem Streifenboot „W25“ verstärkt Schwerpunktkontrollen auf der Weser zwischen Wieltsee in Weyhe und Schleusenkanal bei Etelsen. Im Fokus stehen Sportbootfahrer und Angler. Ein Reporter der Mediengruppe Kreiszeitung hat die Hauptkommissare Harald Bormann und Melanie Burghardt einen Tag lang auf einer Kontrollfahrt begleitet.

Bevor es losgeht, muss das 5,50 Meter lange, rund 120.000 Euro teure und 115 PS starke Polizeiboot vom Trailer ins Wasser. Der „Schlauch“, wie ihn Bormann nennt, gehört dem Land Niedersachsen und wird den Nienburgern zu Sonderveranstaltungen zur Verfügung gestellt, erklärt der WSP-Dienststellenleiter. Er schätzt die Agilität des kompakten Fahrzeugs, das sich ideal für Sportbootkontrollen eigne.

Bootsschein und Funkzertifikat: Harald Bormann überprüft die Dokumente. Alles in Ordnung.

Kontrolle auf der Weser: Harald Bormann kontrolliert den Bootsführerschein und den IBS (Internationalen Bootsschein). Hier ist alles in Ordnung. © Gregor Hühne

Henning Bunke ist auf dem Campingplatz der Slipstellenleiter und freut sich über das Interesse an seiner Einsetzstelle von WSP, Feuerwehr Riede und dem DLRG. Erst im Mai habe er die Anlegebucht ausbaggern lassen. Seine Frau Ines Bunke schwärmt derweil über skurrile Wasserfahrzeuge, die sie dort regelmäßig sieht. Neulich beispielsweise habe ein Camper einen gelben Amphibien-Wohnwagen zu Wasser gelassen. „Der sah aus wie ein Briefkasten“, sagt sie und lacht.

Genug der Plauderei. Ab aufs Wasser, den Motor starten und schon beginnt die erste Kontrolle. Burghardt schaltet das Baulicht ein und Bormann signalisiert einem Kajütbootführer: „Bug gen Berg.“ Das bedeutet, die Vorderseite gegen die Strömung flussaufwärts zu richten und dann an die Steuerbordseite (rechts) des Streifenboots zu fahren. „Dann ist das für uns einfacher“, so Bormann. Die Boote werden fix mit Leinen verbunden und das Polizeiboot nimmt das Gespann unter Kontrolle. „Einmal Führerschein und IBS (Internationaler Bootsschein)“, fordert Bormann, ähnlich wie bei einer Fahrzeugkontrolle an Land. Stimmen die Dokumente? Abfrage über Funk: Ist die Person zur Fahndung ausgeschrieben? Häufigstes Versäumnis an diesem Tag: fehlende Unterschrift unter den Funkzertifikaten. Bei diesem Skipper gibt es jedoch bis auf eine Kleinigkeit nichts zu beanstanden. Der falsche Funkkanal ist eingestellt. Kanal 10 muss es sein, auch um das Schiff aus der Ferne kontaktieren zu können. Der Mann hatte jedoch Kanal 20 geschaltet. Der ist erst für den Sprechfunk mit der nahen Schleuse beim Bremer Weserwehr vorgesehen. Mündliche Aufklärung. Gute Fahrt.

Auch die Berufsschifffahrt auf der Weser behalten Melanie Burghardt und ihr Kollege im Blick.

Auch die Berufsschifffahrt auf der Weser behalten Melanie Burghardt und ihr Kollege im Blick. © Gregor Hühne

Weiter geht’s. Burghardt steuert, Bormann kontrolliert. Später wird gewechselt. Rund ein Dutzend Skipper und Angler werden an diesem Tag überprüft – auf dem Wasser und an Land. Burghardt dockt das Boot an einer Buhne an. Verdächtige Anglergruppe. Bormann geht an Land, erkundigt sich nach den Fischereiberechtigungen. Plötzlich ein Problem. Die freundlichen Männer mit einer Flasche Doppelkorn befinden sich in Niedersachsen, besitzen jedoch nur den Bremer Stockangelschein. Mitführen von fangfertigem Fischereigerät in einem Bereich ohne Befugnis, heißt das im Fachjargon. Bormann stellt einem Deutschen und einem russischen Staatsbürger Ordnungswidrigkeiten-Anzeigen nach dem Niedersächsischen Fischereirecht aus.

Zurück an Bord saust der Streife ein Speedboot entgegen. Blaulicht ein. Kontrolle. Maximal 35 km/h dürfen Sportboote auf der Weser fahren. In Engstellen wie dem Horstedter Bogen weniger. Dort gelten 12 km/h zu Berg und 18 km/h zu Tal. Nicht jeder hält sich an das Tempolimit oder will von den Regeln in der Engstelle wissen. Regelmäßig führt die WSP daher Geschwindigkeitsmessungen durch. An Land lasern Beamte die Boote und die Wasserstreife informiert die Kapitäne. Entkommen oder verstecken ist dabei zwecklos. Spätestens an der nächsten Schleuse wäre die Fahrt vorbei und der Bootsschein weg. „Schiffsführer müssen der Kontrolle nachkommen und sie unterstützen“, erklärt Bormann. Die Skipper wissen das.

Das nächste Boot hat einen neuen 60-PS-Motor. Viermal so stark wie der alte, und nicht eingetragen. „Hab ich vergessen“, entschuldigt sich der Skipper. „Dafür sind wir ja da, ist nur nicht immer umsonst“, antwortet Burghardt. 35 Euro kostet das Versäumnis. „Der Bootsschein muss immer aktuell sein, wie beim Auto“, erklärt Bormann.

Teures Hobby: Rund 60.000 Euro kosten das Hightech-Boot aus den USA samt Fischfangsonar, GPS-gesteuerten Positionhaltern und der Anglerausrüstung.

Teures Hobby: Rund 60.000 Euro hat der Skipper für dieses Hightech-Boot aus den USA samt Fischereiausrüstung wie Sonar und GPS-Positionhaltern ausgegeben. © Gregor Hühne

Gravierende Straftaten oder Verstöße auf diesem Abschnitt der Weser seien selten, schildert Bormann. „Viel Präsenz zeigt Wirkung.“ Vor einigen Jahren habe es hier eine Diebstahlserie gegeben. Täter hätten nachts rund zehn Boote von ihren Liegeplätzen gelöst, die Motoren abgebaut und die Wasserfahrzeuge sich selbst überlassen. Auch schwere Unfälle seien hier die Ausnahme, so Bormann. Oberhalb der Weser sähe das anders aus. Dort hätten sie schon einiges erlebt und gesehen, von Schwerverletzten nach Kollisionen bis Wasserleichen an den Ufern.

Das Streifenboot erreicht den Schleusenkanal bei Etelsen. Bormann und Burghardt beäugen die festgemachten Binnenschiffe. Kontrollen an Bord sollen nur während der Arbeitszeiten der Berufsschiffer stattfinden, es sei denn, es besteht ein triftiger Grund oder Gefahr im Verzug. An den bis zu 110 Meter langen Schiffen scheint heute alles in Ordnung zu sein. Die gewerblichen Kapitäne können ihren Feierabend genießen.

Auf dem Rückweg fällt ein kleines Beiboot auf. Der Fahrer scheint zu jung zu sein. Das Mindestalter zum Fahren eines führerscheinpflichtigen Sportboots auf einer Bundeswasserstraße beträgt 16 Jahre. Das Schlauchboot mit Außenborder gehört zu einer größeren Jacht, die einem Mann aus Kasachstan gehört. Am Steuer des Beiboots saß eines seiner elf Kinder. Wie alt genau der Junge ist? Eine kurze Nachfrage des Vaters nach dem Geburtstag: zwölf Jahre. Mehrere Hundert Euro werden fällig und eine Anzeige. Den eigenen Bootsführerschein kann der Mann zudem nicht vorzeigen. Wohl verlegt. Es soll nicht das erste Mal sein, dass er bei der WSP auffällig wurde. Burghardt erklärt, dass bei wiederholten Verfehlungen die Zuverlässigkeit infrage gestellt werden kann, was sogar den Entzug des Bootsführerscheins zur Folge haben kann.

Während der Kontrollfahrten müssen Besatzungen von Streifenbooten auf Wind und Wetter vorbereitet sein. Ein zweites Streifenboot der WSP Nienburg (7 Meter) ist an diesem Tag oberhalb der Schleuse bei Etelsen im Einsatz. Für längere Fahrten verfügt die Dienststelle jedoch über ein wetterfestes, 16-Meter-Streckenboot aus Aluminium, das mit Sanitäranlagen und Schlafmöglichkeiten ausgestattet ist.

Vorbei an der Achimer Bacardi Beach. Die Sonne senkt sich am Horizont und ein rosarotes Farbenspiel am Himmel schmückt die Natur. Während der Reporter den Kopf in den Wolken hat, prüfen Bormann und Burghardt weiter konzentriert jedes Detail auf, links und rechts der Weser. Verdächtige Bewegung an Bootsanlegern? Stimmen die Kennungen? Ist etwas nicht, wie es sein sollte?

Die Kontrollfahrt geht bis in die Nacht. Ab Einbruch der Dunkelheit müssen Sportboote Lichtsignale führen. Es folgen zwei Kontrollen. Bei einem Anglerboot ist das weiße Liegelicht defekt. Die Glühbirne brennt beim Einschalten durch. Ärgerlich. Die Besatzung hatte sich auf ein Nachtangeln auf der Weser vorbereitet und muss die Unternehmung abbrechen.

Es wird ruhig auf der Weser. Burghardt und Bormann kehren zurück nach Bollerholz. Bis zur nächsten Welle.