Was steckt hinter Trumps Nebelkerze, die Hamas wolle sich entwaffnen lassen

Der US-Präsident ist nicht groß vorangekommen mit seinem Gaza-Friedensplan. Die jetzige Ankündigung klingt nach Befreiungsschlag. Doch dürfte kaum etwas passieren, solange sich die israelische Armee nicht aus dem Gazastreifen zurückzieht

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Was steckt hinter Trumps Nebelkerze, die Hamas wolle sich entwaffnen lassen

Politik :

Was steckt hinter Trumps Nebelkerze, die Hamas sei zur Entwaffnung bereit?

Der US-Präsident ist nicht groß vorangekommen mit seinem Gaza-Friedensplan. Die jetzige Ankündigung klingt nach Befreiungsschlag. Doch dürfte kaum etwas passieren, solange sich die israelische Armee nicht aus dem Gazastreifen zurückzieht

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31.07.2026

Donald Trump

Donald Trump

Foto: Ken Cedeno / AFP via Getty Images

Dass der US-Präsident triumphierend verkündet hat, die Hamas habe ihrer Entwaffnung zugestimmt, ist eher als Nebelkerze denn als seriöse Nachricht zu werten. Eine Mitteilung von der Art, wie er sie immer wieder der Weltmedienlandschaft anzubieten beliebt. Schon beim jetzigen, von Israel immer wieder durch Bombardements und territorialen Vormarsch in Gaza systematisch gebrochenen Waffenstillstand hatte die Hamas unter bestimmten Bedingungen zugesagt, ihre Waffen niederzulegen.

Dazu müsste freilich Israel das Gebiet räumen, sprich: einem neutralen internationalen Truppenkontingent und der in Kairo bereitstehenden provisorischen Übergangsverwaltung Platz machen. Dass es bei diesen Bedingungen geblieben ist, hat die Hamas soeben erneut deutlich gemacht. Noch reservierter zeigte sich der Islamische Dschihad – eine mit dem militärischen Arm der Hamas verbündete Organisation im Gazastreifen

Vorleistungen der Palästinenser sind erbracht

Dennoch ist nicht auszuschließen, dass hinter den Kulissen etwas in Bewegung gekommen ist. In Israel soll am 27. Oktober eine neue Knesset gewählt werden, worauf man sich nicht nur dort, sondern eben auch in Gaza und in der Westbank vorbereitet, indem Trumps „Friedensplan“ wieder in Erinnerung gerufen wird, dem die maßgeblichen Palästinenserorganisationen ja zugestimmt hatten.

Eine Vorleistung hat das Zivilverwaltungskomitee der Hamas bereits erbracht. Der Vorsitzende, Mohammed Al-Farra, hat Anfang Juli seinen Rücktritt erklärt und das Komitee offiziell mit der Begründung aufgelöst, der Besatzungsmacht jeglichen Vorwand zu nehmen, Trumps Friedensplan weiterhin entgegenzuarbeiten.

Die Hamas hatte damit Voraussetzungen geschaffen, dass die Verantwortung für das zivile Leben dem National Committee for the Administration of Gaza übergeben werden kann. An dem dazugehörenden neutralen militärischen Einsatzkorps sollen Albanien, Indonesien, Kasachstan, Kosovo und Marokko beteiligt sein. Beide Perspektiven werden durch die UNO-Resolution 2803 unterstützt.

„Al-Dschasira“ entlässt Mitarbeiter in Gaza

Wenn Trump im Anschluss an den Besuch Benjamin Netanjahus in Washington Anfang der Woche wieder an seinen Friedensplan erinnert, kann das zur Dynamisierung des israelischen Wahlkampfes beitragen. Für Netanjahus Konkurrenten bieten sich bestimmte neue Optionen an. Auch der Premier selbst könnte überlegen, ob er weiter mit seinen rechtsradikalen Koalitionspartnern zusammenarbeiten will, die hauptverantwortlich für den Kurs sind, der auf eine Vertreibung der Palästinenser zielt.

Im Zusammenhang mit Erwartungen einer sich anbahnenden Entspannung steht womöglich auch die Entscheidung des katarischen Senders Al-Dschasira über bislang etwa 25 Mitarbeiter im Gazastreifen, die unter Lebensgefahr von dort berichteten.

Die noch verbliebenen Reporter sollen nun entlassen werden. Ihnen wurde vorgeschlagen, sie künftig über eine zwischengeschaltete Privatfirma zu beschäftigen. Das erscheint auf jeden Fall verfrüht und als Zeichen einer zutiefst unsolidarischen Haltung, die man Katar, das sich lange als Vermittler zwischen der Hamas und der israelischen Regierung betätigte, nicht zugetraut hätte.