Nächster Sylt-Laden dicht: Jetzt trifft es Hugo Boss
Schleswig-Holstein Was ist da auf Sylt los? Nächster Luxus-Laden macht überraschend dicht Der Hugo Boss-Store in Westerland auf Sylt wird schließen. Was bedeutet das für andere hochpreisige...
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Schleswig-Holstein
Was ist da auf Sylt los? Nächster Luxus-Laden macht überraschend dicht
Hugo Boss schließt Anfang 2027 nach 16 Jahren seinen Store in Westerland. Der Schritt reiht sich in den tiefgreifenden Wandel der bekannten Sylter Einkaufsstraße ein.
Die Friedrichstraße in Westerland ist das unangefochtene Zentrum des Sylter Einzelhandels. Doch hinter den Kulissen vollzieht sich ein tiefgreifender Wandel. Nun reiht sich ein weiterer prominenter Name in diese anstehenden Veränderungen ein: Der international bekannte Modekonzern Hugo Boss wird seinen Store in der Westerländer Friedrichstraße Anfang des Jahres 2027 schließen.
Wie aus einem Unternehmensstatement hervorgeht, ist dieser Schritt Teil einer langfristigen Strategie. Ein vollständiger Rückzug aus dem Norden sei das jedoch nicht. Das Unternehmen betont vielmehr, eine starke Präsenz in Norddeutschland aufrechterhalten zu wollen. Als Beleg dafür dient die umfassende Renovierung des wiedereröffneten Stores in Hamburg.
Für die Boss-Filiale in Westerland mit derzeit fünf Mitarbeitern ist dennoch 2027 nach 16 Jahren am selben Standort Schluss. Das Unternehmen Boss nutzte nach SHZ-Informationen den zum Jahresende auslaufenden Mietvertrag für die strategische Neuausrichtung und die Aufgabe des Standorts. Vermieter Oliver Boettiger (H. B. Jensen) wollte sich auf Anfrage nicht äußern, auch nicht zur Frage, ob es bereits einen Nachmieter für das Geschäft gebe.
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Wie in Berlin: Boss-Filiale in Westerland geschlossen
Das gleiche Schicksal wie in der Friedrichstraße auf Sylt trifft den Boss-Store auf der gleichnamigen einstigen Berliner Luxusmeile. In der dortigen Friedrichstraße wurde der Laden bereits im Juni nach 16 Jahren dauerhaft geschlossen. Interessanterweise ist die offizielle Begründung des Unternehmens exakt dieselbe wie im Fall Westerland: Hugo Boss verfolge eine langfristige Strategie und optimiere derzeit sein globales Store-Portfolio, was eben auch das Geschäft in Berlin-Mitte betreffe.
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Makler sieht Schließung als fortlaufende Entwicklung
Dass sich das Gesicht der Friedrichstraße in Westerland spürbar verändert, ist seit Längerem sichtbar. Die Schließung des O2-Shops nach 15 Jahren sorgte zuletzt für Diskussionen über teils enorme Mietpreise in der Eins-A-Lage.
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Andererseits fanden sich für die ehemaligen Leysieffer-Standorte in der oberen Friedrichstraße Nachmieter wie die feiner Schokoladenmarke Läderach und Coffee Fellows. Und in das Traditionsgeschäft „Steffi Moden“ soll die Wind-und-Wetter-Mode der Marke „Schietwetter“ einziehen, die derzeit zwei Standorte in List und einen bereits in der Friedrichstraße (Nähe Münchner Hahn) hat.
Der auf Gewerbe spezialisierte Makler Michael Beyer sieht in Schließungen wie Boss keinen isolierten Einzelfall, sondern vielmehr das Symptom einer fortlaufenden Entwicklung. Vor allem inhabergeführte Betriebe geraten bei steigenden Mieten zunehmend unter wirtschaftlichen Druck.
Es wird nicht mehr jeder Preis bezahlt
Der Rückzug von Boss zeige, dass auch große Filialisten ihre Standorte genau auf den Prüfstand stellen, weil die Umsätze aufgrund der konjunkturellen Lage und der Online-Konkurrenz zurückgehen, während Mieten und Mietnebenkosten eher steigen. Immobilienexperte Beyer beobachtet mittlerweile eine wachsende Zurückhaltung bei Interessenten, die nicht mehr jeden Preis für Toplagen zahlen wollen. Die Zeiten, in denen nahezu jedes Handelskonzept funktionierte, seien schlichtweg vorbei.
Friedrichstraße bleibt gefragt
Trotz punktueller Schließungen und Leerstände warnt der Experte jedoch davor, die Situation als generellen Niedergang zu werten. Die Friedrichstraße verzeichne nach wie vor mit Abstand die höchste Passantenfrequenz auf Sylt und bleibe ein gefragter Handelsstandort. Jedoch warnt Beyer vor Homogenität: Mode, Schmuck und Gastronomie dominierten das Bild, was zwar für einen touristischen Standort nachvollziehbar sei, aber zulasten der Attraktivität für Einheimische gehe. Er plädiert daher ausdrücklich für mehr Inhaber mit individuellen Konzepten. (Dieser Artikel erschien zuerst auf SHZ.de)