Was ein ETF wirklich kostet: TER, Spread und versteckte Gebühren.
tzWirtschaftStand: 09.08.2026, 14:09 UhrKommentareUns auf Google folgenWas ein ETF wirklich kostet © IMAGO / SteinachDie TER ist nur der sichtbare Teil der Kosten. Was darüber hinaus anfällt und wo wirklich ge...
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Stand: 09.08.2026, 14:09 Uhr
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Die TER ist nur der sichtbare Teil der Kosten. Was darüber hinaus anfällt und wo wirklich gespart werden kann.
Die TER ist die Zahl, die jeder kennt. 0,2 Prozent, steht im ETF-Factsheet, klingt nach wenig, ist eigentlich alles, worüber gesprochen wird. Aber sie ist nicht alles.
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Was ein ETF tatsächlich kostet, setzt sich aus mehreren Posten zusammen. Die meisten davon sind klein. Manche überraschen. Und wer sie kennt, versteht besser, warum manche ETFs günstiger sind als ihre TER vermuten lässt, und andere teurer.
„Die TER ist ein guter Ausgangspunkt“, sagt Margarethe Honisch, Finanzexpertin und Gründerin von Fortunalista. „Aber wer wirklich versteht, was ein ETF kostet, schaut noch auf zwei weitere Zahlen.“
Was die TER ist und was sie enthält
Total Expense Ratio. Sie umfasst alle laufenden Kosten, die direkt vom Fondsvermögen abgezogen werden: Verwaltungsgebühr, Lizenzgebühren für den Index, Prüfungskosten, Verwaltungsaufwand. Was dabei passiert: Der Betrag wird täglich anteilig einbehalten, nie als separate Rechnung.
Was die TER nicht enthält: Transaktionskosten innerhalb des Fonds, den Spread beim Kauf und Verkauf und eventuelle Depotgebühren beim Broker.
Für einen Sparplan bei einem kostenlosen Neobroker gilt: Die TER ist der einzige wirklich relevante Kostenposten. Was dabei unter 0,25 Prozent liegt, ist günstig.
Was der Spread ist
Wer einen ETF an der Börse kauft, kauft nicht zum exakten Fondswert, sondern zum sogenannten Briefkurs. Wer verkauft, bekommt den Geldkurs. Die Differenz zwischen beiden ist der Bid-Ask-Spread.
Was bei einem liquiden MSCI World ETF dabei anfällt: meistens 0,01 bis 0,05 Prozent. Bei einem Sparplan von 200 Euro sind das wenige Cent pro Transaktion. Was bei exotischeren, kleinen ETFs anders aussieht: deutlich größere Spreads, die sich bei häufigem Handeln summieren können.
Die Faustregel: Je höher das Fondsvolumen und das tägliche Handelsvolumen, desto enger der Spread.
Was die Tracking Difference verrät
Das ist die Zahl, die aussagekräftiger ist als die TER, aber selten betrachtet wird.
Die Tracking Difference misst, wie stark die tatsächliche Rendite des ETFs von der Rendite des nachgebildeten Index abgewichen ist, über ein ganzes Jahr. Was dabei positiv überraschen kann: Manche ETFs erzielen durch Wertpapierleihe zusätzliche Einnahmen und geben diese an Anlegerinnen weiter. Was das bedeutet: Eine negative Tracking Difference zeigt, dass der ETF den Index minimal übertroffen hat.
Was als Quelle gilt: Portale wie justETF oder extraETF zeigen die historische Tracking Difference. Was dabei ein gutes Zeichen ist: eine Tracking Difference, die gleich oder kleiner als die TER ist.
Was bei Neobroker-Sparplänen übrig bleibt
Kein Ausgabeaufschlag, keine Depotgebühr, keine Ordergebühr. Was bleibt: die TER des ETFs. Bei 100 Euro monatlichem Sparplan und 0,2 Prozent TER fallen im ersten Jahr rund 1,20 Euro Kosten an.
Was aktiv verwaltete Fonds dagegen kosten: das Fünf- bis Zehnfache. Was der Unterschied über zwanzig Jahre bedeutet: tausende Euro Rendite, die im Depot bleiben statt in Gebühren zu fließen.
Fazit
TER unter 0,25 Prozent, enger Spread, gute Tracking Difference. Wer diese drei Zahlen kennt und berücksichtigt, hat die Kostenseite beim ETF-Investieren vollständig im Griff.