Verheerende Waldbrände wüten in Deutschland: In diesen Regionen ist das Risiko am größten
StartseiteDeutschlandStand: 05.08.2026, 19:27 UhrKommentareUns auf Google folgenKaum Niederschlag und extreme Hitze. Im Sommer nimmt die Waldbrandgefahr in Deutschland rapide zu. Die Situation ist aktuell beson...
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Stand: 05.08.2026, 19:27 Uhr
Kaum Niederschlag und extreme Hitze. Im Sommer nimmt die Waldbrandgefahr in Deutschland rapide zu. Die Situation ist aktuell besonders heikel.
Frankfurt am Main – Die Böden sind ausgetrocknet, ergiebige Niederschläge sind kaum zu erwarten. Gewitter können, laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) das Niederschlagsdefizit kaum nachhaltig ausgleichen. Ein Funke genügt. Bei bestimmten Windbedingungen kann sich ein kleines Feuer schnell ausbreiten. Der DWD schätzt täglich die aktuelle Waldbrandgefahr in Deutschland vom März bis Oktober mit dem Waldbrand-Gefahrenindex (WBI) ein – der fünf Stufen umfasst. Die Waldbrandwarnstufen vor Ort legen Landesbehörden oder auch örtliche Behörden fest.

In Bayern ist ein Waldbrand am Kranzbergkogel außer Kontrolle – Stand 5. August. Hubschrauber sind in der Luft. In Baden-Württemberg löschten Einsatzkräfte in der Nacht ein Feuer in einem Waldgebiet bei Stutensee (Landkreis Karlsruhe). Eine Fläche von 5000 Quadratmetern stand in der Nacht auf Mittwoch (5. August) bei Hanau (Hessen) in Flammen. Es besteht der Verdacht auf Brandstiftung, die Kripo ermittelt.
Aktuelle Waldbrandgefahr in Deutschland – so hoch ist das Risiko
In Hessen gilt seit Montag (3. August) Alarmstufe A „hohe Waldbrandgefahr“. 100 Waldbrände hat es schon seit Jahresbeginn gegeben. Eine Fläche von 23 Fußballfeldern (etwa 165.000 Quadratmetern) ist bereits zerstört. Städte wie Frankfurt, Marburg und Bad Vilbel haben Grillverbote auf öffentlichen Plätzen erlassen. Einige Kommunen sperren Grillplätze im Wald. Wer einen Waldbrand bemerkt, sollte unverzüglich die Feuerwehr (Notruf 112) informieren.
Der DWD-Waldbrand-Gefahrenindex wird aus Werten wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Niederschlag und Windgeschwindigkeit errechnet. Der Index beschreibt das meteorologische Potenzial für die Gefährdung eines Waldbrandes, erläutert der DWD. Also, wie leicht ein Brand entstehen und sich ausbreiten könnte.
Waldbrand-Gefahrenindex – DWD-Prognose wird von März bis Oktober täglich aktualisiert
Das Ergebnis wird auf einer Skala von 1 (sehr geringe Gefahr) bis 5 (sehr hohe Gefahr) dargestellt. Die Karten werden einmal täglich aktualisiert. Dazu liefert der DWD eine Prognose für bis zu vier Folgetage mit.
In Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Brandenburg sowie in Sachsen sind viele Gebiete auf der DWD-Prognosekarte je nach Datum rot markiert (Stufe 4). Die Situation bleibt weiter ernst. Großflächige Brände, wie in Spanien oder Frankreich, gelten in Deutschland eher als unwahrscheinlich, sind jedoch nicht ausgeschlossen. „Bei extremer Trockenheit kann alles brennen“, sagte Kirsten Thonicke, Geowissenschaftlerin am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, laut tageschau.de.
Die anhaltende Trockenheit ist dieses Jahr laut DWD-Daten ein großes Problem:
- In Deutschland sind bisher 2026 im Mittel etwa 360 Millimeter (mm) Niederschlag gefallen. Der Soll für den Zeitraum 1991 bis 2020 liegt bei knapp 450 Millimetern (mm) zu diesem Zeitpunkt.
- Es fehlen statistisch gesehen bereits etwa ein bis zwei komplette Monatsniederschlagsmengen, rechnet der DWD vor.
Insbesondere im Südwesten Deutschlands sei es teilweise extrem trocken gewesen. „An zwei Stationen ist nicht mal 1 mm Niederschlag gefallen während des gesamten Monats“, teilt DWD-Meteorologe Felix Dietzsch im Thema des Tages mit.
Waldbrände in Deutschland: Jeder fünfte Brand vermutlich vorsätzlich gelegt
Im Jahr 2025 sind in Deutschland 2.626 Hektar Waldfläche abgebrannt – eine Fläche so groß wie die Insel Norderney. Das geht aus der Waldbrandstatistik des Bundeszentrums für Landwirtschaft (BMLEH) hervor. Sachsen liegt im Ländervergleich der Waldbrandstatistik mit 1.894 Hektar vorn. Verantwortlich dafür sei der Großbrand in der sächsischen Gohrischheide gewesen. Brandenburg (252 Hektar) und Bayern (224 Hektar) folgen im großen Abstand. Insgesamt wurden 1175 Waldbrände registriert.
Knapp jeder fünfte Brand wurde laut dem BMLEH vermutlich vorsätzlich gelegt. Brandursachen in Folge von Fahrlässigkeit gingen demnach auf 27 Prozent zurück. Allerdings sei der Anteil der verbrannten Fläche durch Brandstiftung (ein Prozent) und Fahrlässigkeit (4,5 Prozent) gering. „Die größte Brandfläche verursachten sonstige handlungsbedingte Einwirkungen.“ Darunter fallen unter anderem Funkenflug oder Explosionen von Munition oder Blindgängern auf militärischen Übungsplätzen. (Quellen: DWD, Hessen, Sachsenforst, Bayerisches Landwirtschaftsministerium, Bundeszentrum für Landwirtschaft, tageschau.de) (ml)