Waldbrände in Frankreich: Mehr als 110.000 Menschen evakuiert

Premierminister Lecornu spricht bei den Bränden von einem »noch nie da gewesenen Ausmaß« – er verdoppelt die militärische Unterstützung und schickt ein neuartiges Löschflugzeug. 25.07.2026, 11.35 Uhr ...

  • 3 min read
Waldbrände in Frankreich: Mehr als 110.000 Menschen evakuiert

Premierminister Lecornu spricht bei den Bränden von einem »noch nie da gewesenen Ausmaß« – er verdoppelt die militärische Unterstützung und schickt ein neuartiges Löschflugzeug.

25.07.2026, 11.35 Uhr

Zwischen den Gemeinden Saumos und Le Porge: Einsatzkräfte kämpfen gegen die Flammen Zwischen den Gemeinden Saumos und Le Porge: Einsatzkräfte kämpfen gegen die Flammen

Zwischen den Gemeinden Saumos und Le Porge: Einsatzkräfte kämpfen gegen die Flammen

Foto: Guillaume Bonnaud / MAXPPP / IMAGO

Die Waldbrände im Südwesten Frankreichs haben eine der größten Evakuierungsaktionen in der Geschichte des Landes ausgelöst. Besonders betroffen ist das südwestfranzösische Departement Gironde rund um Bordeaux, wo die Flammen weiter außer Kontrolle sind. Wegen der heranrückenden Brände wurden dort bereits mindestens 110.000 Menschen in Sicherheit gebracht.

In der Nacht zum Samstag ordneten die Behörden zudem vorsorglich die Räumung weiterer Gemeinden am Rand der Großstadt Bordeaux an: Dies betreffe die Gebiete um Le Haillan, Eysines und Mérignac – wie viele Menschen von diesen zusätzlichen Evakuierungen betroffen sind, ist noch unklar. Nach Angaben des Innenministeriums mussten außerdem 31.000 Menschen im benachbarten Departement Landes wegen der Brände ihre Häuser verlassen.

Frankreich mobilisiert zusätzliche Soldaten

Angesichts der dramatischen Lage verstärkt Frankreich den Einsatz der Streitkräfte: Die Zahl der Soldaten, die die Feuerwehr bei den Löscharbeiten unterstützen, werde von 500 auf 1000 erhöht, teilte Premierminister Sébastien Lecornu nach einer Sitzung des interministeriellen Krisenstabs mit. Zudem werden 1,5 Millionen FFP2-Masken in die Region Gironde geliefert, um Einsatzkräfte und Bevölkerung vor dem gesundheitsschädlichen Rauch zu schützen.

Lecornu habe außerdem angeordnet, dass ab sofort ein militärisches Transportflugzeug vom Typ A400M bei der Brandbekämpfung eingesetzt werde, teilte das Büro des Premierministers mit. Die A400M ist mit einem versuchsweise entwickelten System ausgestattet, das den Abwurf von 20 Tonnen Löschmittel ermöglicht. Dies entspricht laut Regierungsangaben etwa der Kapazität von zwei Löschflugzeugen vom Typ Dash. Der Einsatz war wegen technischer Vorbereitungen und Tests ursprünglich erst für Ende dieses Monats vorgesehen. Das umgerüstete Militärflugzeug soll nun eingesetzt werden, um besonders gefährdete Gebiete durch den Abwurf flüssiger Brandhemmer zu schützen.

Nach Angaben der Präfektur Gironde hat der seit Mittwoch wütende Großbrand inzwischen rund 19.000 Hektar Fläche erfasst – eine Fläche größer als Paris. Etwa 100 Gebäude wurden demnach zerstört. Der beißende Rauchgeruch ist inzwischen bis in die Stadt Bordeaux vorgedrungen.

Behörden sprechen von »beispiellosem« Feuer

»Die Brände, die unser Land heimsuchen, haben ein ‌noch nie da gewesenes Ausmaß ​erreicht«, schrieb Lecornu ‌auf X. Auch die Behörden sprechen von einem Feuer »beispiellosen Ausmaßes«, mehr als 1200 Feuerwehrleute seien im Einsatz. Da der Wind gedreht hat, breiten sich die Flammen nun nach Osten in Richtung des Ballungsraums von Bordeaux aus.

In der Region Aquitanien lagen die Temperaturen in ‌diesem Monat bislang bei durchschnittlich 32,2 Grad Celsius. Daten des »Reuters Climate Monitor« zufolge ist ‌dies 7,3 Grad ​Celsius wärmer ‌als der normale Höchstwert für Juli ‌in ​den Jahren 1961 bis 1990.

Auch in anderen Regionen Frankreichs, darunter im Departement Var und auf der Insel Korsika, kämpfen Feuerwehrleute gegen weitere Brände.

cbn/dpa/Reuters/AFP