"Das Gefühl, etwas tun zu müssen": Warum viele Landwirte beim Waldbrand in Hürtgenwald helfen

Bildquelle: WDR/ Purvi Patel WDR. 02:02 Min.. Verfügbar bis 15.08.2028. Landwirte aus der ganzen Region sind gerade bei der Brandbekämpfung in Hürtgenwald mit dabei: Unter anderem holen sie Wasser aus ...

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"Das Gefühl, etwas tun zu müssen": Warum viele Landwirte beim Waldbrand in Hürtgenwald helfen

Bildquelle: WDR/ Purvi Patel

WDR. 02:02 Min.. Verfügbar bis 15.08.2028.

Landwirte aus der ganzen Region sind gerade bei der Brandbekämpfung in Hürtgenwald mit dabei: Unter anderem holen sie Wasser aus Talsperren und bringen es an den Einsatzort. Auch Markus Wipperfürth aus Pulheim bei Köln packt mit an. Er schätzt, dass zwischen 200 und 400 Landwirte die Einsatzkräfte unterstützen. 

"Wir sind im Prinzip Wasserträger", erzählt Wipperfürth, der auch schon nach der Ahrtal-Flut geholfen hat und über seine Social-Media-Aktivitäten vielen bekannt ist. "In erster Linie füllen wir Wasser nach, das von den Hubschraubern oder den anderen Feuerwehrleuten benutzt wird."

Doch die Landwirte helfen zum Teil auch ganz direkt bei der Brandbekämpfung. Mit ihren Fässern können sie nämlich auch Wasser auswerfen. Damit lassen sich nun Glut- und Brandnester löschen.

Spontane Helfer als "Gamechanger"

Wipperfürth erzählt: "Gestern bin ich den ganzen Tag durch den Wald gefahren und habe Brandnester gelöscht oder Wasser zugeführt." Denn: "Wer Wasser braucht, kriegt von uns Wasser".

Das wissen die Anwohner zu schätzen. Sie zeigen das zum Beispiel mit Botschaften wie "Danke für euren Einsatz", die an der Straße aufgestellt sind.

Wie wichtig diese Hilfe ist, erfährt auch die stellvertretende NRW-Ministerpräsidentin Mona Neubaur (Grüne) bei ihrem Besuch im Brandgebiet. Die spontanen Helfer seien ein "Gamechanger", wird ihr vor Ort berichtet. Gemeint sind damit die Landwirte und weitere Privatleute.

Landwirte helfen bei Brandbekämpfung: Das Gefühl, etwas tun zu müssen

Thomas Butzen ist schon seit vielen Stunden mit einem Wassertank im Einsatz und bewässert Hecken und Grünflächen, damit sich das Feuer nicht weiter ausbreiten kann. Die Landwirte haben sich über eigene WhatsApp-Gruppen organisiert und stimmen sich ab, wo ihre Hilfe gerade am dringendsten gebraucht wird.

Mit dabei ist auch Luca Franke, der aus der Gegend kommt. Er erzählt dem WDR: Als er die Rauchwolke sah, habe er das Gefühl gehabt, etwas tun zu müssen.

Hilfs-Angebote kommen auch aus der Online-Community

Dass viele Landwirte im Einsatz sind, verbreitet sich auch via Social Media. Markus Wipperfürth berichtet wieder im Netz von seinen freiwilligen Aktivitäten. Schon nach der Flutkatastrophe im Ahrtal war er auf Social Media sehr aktiv und hat etwa auf Facebook mehr als 500.000 Follower. Die hat er darauf aufmerksam gemacht, dass Hilfe benötigt werde. Und schon innerhalb von Minuten seien Angebote gekommen, sagt er im Gespräch mit dem WDR.

Und Wipperfürths Blick geht schon zum zweiten großen Brandgeschehen in der Region: dem Feuer im Hohen Venn in Belgien an der Grenze zu NRW. In einem Facebook-Posting ruft er nun dazu auf, sich mit Löschangeboten dorthin zu orientieren.

Unsere Quellen:

  • WDR-Interview mit Markus Wipperfürth
  • Facebook-Seite von Markus Wipperfürth
  • WDR-Gespräch mit Luca Franke
  • WDR-Gespräch mit Thomas Butzen
  • Aufnahmen der WDR-Kamerateams vor Ort

Sendung: WDR Fernsehen, WDR aktuell, 15.08.2026, 12:45 Uhr.