Waffentechnologie: Bundesinnenminister kündigt neues Drohnenzentrum an
Nach dem Leipziger Drohnenvorfall kündigt Bundesinnenminister Dobrindt ein neues Drohnenzentrum an. Das technologische Wettrüsten erfordere eigene Forschungseinheiten. Quell...
- 2 min read
Nach dem Leipziger Drohnenvorfall kündigt Bundesinnenminister Dobrindt ein neues Drohnenzentrum an. Das technologische Wettrüsten erfordere eigene Forschungseinheiten.
Quelle: DIE ZEIT,
tw
- August 2026, 0:19 Uhr
Ihr Browser unterstützt die Wiedergabe von Audio Dateien nicht. Download der Datei als mp3: https://zon-speechbert-production.s3.eu-central-1.amazonaws.com/articles/7fe90b0c-8e4c-47b4-a396-043de76552ab/full_2829e2f2e0a11bc0c3b6987496b63e42fe9023891138fff12a3e85feb7d61e3a484ec2d78f9916b8788329c9e1aea21b.mp3
11 KommentareBundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) planen eine neue Forschungseinrichtung für Drohnensicherheit. Laut Bild am Sonntag soll das Zentrum am 18. August am Testflughafen des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) im sachsen-anhaltischen Cochstedt errichtet werden.
»Wir befinden uns nicht im Krieg, aber wir sind tägliches Ziel hybrider Kriegsführung«, sagte der Bundesinnenminister der Bild am Sonntag. »Das spürbare strategische Ziel fremder Mächte ist es, uns politisch und gesellschaftlich zu bezwingen.« Darauf müsse Deutschland sich einstellen.
Das Wettrüsten der Drohnentechnologie erfordere eigene Forschungseinheiten, um Schritt halten zu können, sagte Dobrindt. »Gemeinsam mit dem DLR errichten wir mit dem neuen Technologiezentrum eine bundesweit einzigartige Einrichtung, in der innovative Technologien für die Drohnensicherheit in Reallaboren erforscht, entwickelt und erprobt werden.« Das Zentrum solle wissenschaftliche Exzellenz, technologische Innovation und die Anforderungen der Sicherheitsbehörden zusammenführen.
Ankündigung folgt auf Leipziger Drohnenvorfall
Der Bundesinnenminister kündigte die Einrichtung des neuen Forschungszentrums vor dem Hintergrund des Drohnenfundes in Leipzig an. Am Flughafen Leipzig/Halle wurde diese Woche eine Drohne mit Sprengladung in der Nähe ukrainischer Frachtflugzeuge entdeckt.
US-Medien bringen den Drohnenfund in Leipzig mit Russland in Verbindung. Das Wall Street Journal schreibt unter Berufung auf mit Geheimdienstberichten vertraute US-Beamte, dass die Drohne mit Sprengstoff wahrscheinlich der russischen Regierung gehöre. Der US-Sender CNN zitiert einen US-Verteidigungsbeamten in Europa mit der Aussage, die USA seien zum Schluss gekommen, dass die Drohne von einem russischen Geheimdienst sei.
Russland hat die Verantwortung für den Drohenvorfall in Leipzig allerdings zurückgewiesen. Schon bei den Drohnensichtungen im vorigen Jahr an deutschen Flughäfen wies Russland die Schuldzuweisungen zurück. Bundesinnenminister Dobrindt sprach von »hybriden« Angriffen »fremder Mächte« und äußerte sich bislang nicht zu der Frage, ob die Drohne von russischer Seite stammt.
CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann sagte der Bild am Sonntag: »Wir erleben eine terroristisch-militärische Bedrohung der neuesten Art, die vor allem hinsichtlich der Entwicklungsdynamik nicht unterschätzt werden darf.« Zum Schutz der kritischen Infrastruktur müsse Deutschland der Lage daher sowohl beim Beschaffungs- als auch beim Entwicklungsprozess jederzeit technologisch voraus sein.