Vom spektakulären Steinbruch ins idyllische Naturschutzgebiet

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Vom spektakulären Steinbruch ins idyllische Naturschutzgebiet

Stand: 30.08.2026, 07:00 Uhr

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Waldschatten

Auch an heißen Tagen lässt sich der Wanderweg „Rund um Michelnau“ gut gehen. Viel Waldschatten sorgt für angenehme Temperaturen. © Rüdiger Geis

Die acht Kilometer lange Tour „Rund um Michelnau" startet an einem Industriedenkmal mit 150 Jahren Abbaugeschichte. Heute leben dort seltene und schützenswerte Tiere und Pflanzen.

Michelnau – Ein heißer Tag im August, knapp 30 Grad, die Luft steht und vermittelt Backofenklima. Ein Tag, an dem man normalerweise nicht auf die Idee kommt, acht Kilometer Wanderweg unter die Füße zu nehmen, während die Landschaft drumherum wie ausgebrannt erscheint und die Bäume teilweise infolge von Wassermangel schon eine herbstliche Färbung annehmen.

Steinbruch

Beeindruckend: der ehemalige Steinbruch, heute ein wertvolles Biotop. © Rüdiger Geis

Und doch: Die Tour „Rund um Michelnau“ ist sogar für heiße Tage geeignet, wenn man da nicht allzu empfindlich ist, denn sie führt über weite Strecken durch schattigen Wald. Und an den wenigen Stellen, die über offene Landschaft führen, merkt man an einem solchen Tag, wie wichtig große Bäume für die Temperatur am Boden sind.

Tour um Michelnau

Länge: 8,4 Kilometer (mit Haißbachteich).

Laufzeit: ca. 2:20 Stunden (+ individuelle Pausen).

Start/Ziel: Parkplatz am Steinbruch.

ÖPNV: Buslinie FB 81 von Nidda.

Einkehrmöglichkeiten: diverse in Nidda.

Infos/Kontakt Steinbruch: www.steinbruch-michelnau.de, Mail: [email protected], Telefon: 06043/400415.

Doch zur Strecke selbst: Auch hier haben die Götter den Schweiß vor den Erfolg gesetzt, denn zunächst geht es knapp zwei Kilometer mal mehr, mal weniger moderat in die Höhe.

Industriedenkmal und wichtiges Biotop

Start (und Ziel) ist der Steinbruch, ein Industriedenkmal, an dessen frühere Bedeutung für die Region der rührige, seit 2010 bestehende Verein „Freunde des Steinbruchs Michelnau“ erinnert. Gleich also ein spektakulärer Einstieg in die Tour – und nach einigen Metern bergan erreicht man eine Aussichtsplattform.

Hier bietet sich ein hervorragender Einblick in die Spuren, die über 150 Jahre Abbaugeschichte hinterlassen haben, anfangs noch mit Axt, Hacke, Hammer und Eisenkeilen, später dann auch mit maschineller Hilfe, bis sich der Abbau Ende der 1980er-Jahre nicht mehr lohnte. Heute ist der Steinbruch ein Biotop für seltene und schützenswerte Tiere und Pflanzen. Zum Kennenlernen bietet der Verein regelmäßig Führungen an.

Nächster markanter Punkt auf der Tour ist der Taunusblick mit einer schönen Aussicht, dann geht es nochmals eine Weile bergan durch schattigen Buchenwald auf den Höhenrücken und auf dem Röderweg zum Friedrichsberg. Ein zweiminütiger Abstecher führt zum Gipfelstein. Dort bietet sich die Möglichkeit zu einer stärkenden Rast und zum Eintrag ins Gipfelbuch. Und so langsam nähert man sich dem Punkt, von dem es nun wieder abwärts geht.

Nach dem nicht nur für Geologen beeindruckenden Auftakt am Steinbruch folgt nach knapp fünf Kilometern Strecke etwas für Romantiker und Naturfreunde.

Taunusblick

Ein Gesteinsblock ragt am Taunusblick aus dem Boden. © Rüdiger Geis

Idyllisches Naturschutzgebiet

Der Haißbachgrund ist ein langgezogenes Wiesental, in dem ein kleiner Abstecher zum Haißbachteich führt. In diesem idyllischen Naturschutzgebiet mit einer Rastmöglichkeit auf einer bequemen Holzliege kann man diverse Vogelarten beobachten und hören.

Noch drei Kilometer geht es zunächst ein Stückchen über offenes Gelände, dann längere Zeit durch schattigen Wald und zum Schluss ein Stück durch den Ort zurück zum Ausgangspunkt.

Fazit: Ein Wanderweg der Besinnlichkeit, der weniger spektakuläre Landschaftspanoramen bietet, dafür aber zum In-sich-gehen und Nachdenken animiert. Da liegt die Kraft in der Ruhe.