VMT erhöht Ticketpreise: Das kosten Bus und Straßenbahn ab sofort
Fahrgäste im Verkehrsverbund Mittelthüringen müssen ab sofort tiefer in die Tasche greifen. Das Unternehmen plant eine erneute Tarifanpassung bei Einzelfahrten, Kinderkarten und Tagestickets. Als Hauptgrund nennt der Verbund steigende Kosten für Energie, Personal und Infrastruktur. Gleichzeitig gewinnt das Deutschlandticket immer mehr an Bedeutung für die Einnahmen.
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AUDIO: VMT erhöht Ticketpreise (2 Min)
Öffentlicher Nahverkehr
Stand: 01.08.2026 15:11 Uhr
Fahrgäste im Verkehrsverbund Mittelthüringen müssen ab sofort tiefer in die Tasche greifen. Das Unternehmen plant eine erneute Tarifanpassung bei Einzelfahrten, Kinderkarten und Tagestickets. Als Hauptgrund nennt der Verbund steigende Kosten für Energie, Personal und Infrastruktur. Gleichzeitig gewinnt das Deutschlandticket immer mehr an Bedeutung für die Einnahmen.
von MDR THÜRINGEN
Der Verkehrsverbund Mittelthüringen (VMT) hebt auch in diesem Jahr die Preise an. Fahrgäste zahlen ab August demnach mehr für Bus und Straßenbahn. Für eine Einzelfahrt in den Städten Erfurt, Weimar, Jena und Gera soll das Ticket ab 1. August drei Euro kosten statt bisher 2,90 Euro. Im Jahr 2010 kostete eine Einzelfahrt noch 1,70 Euro.
Teurer wird es auch im Landkreis Gotha. Dort kosten die Einzelfahrten ab August 2,30 Euro statt 2,20 Euro.
Wer gehört zum Verkehrsverbund Mittelthüringen?
Zum Verkehrsverbund gehören 16 Verkehrsunternehmen, die Städte Erfurt, Weimar, Jena und Gera, die Landkreise Gotha, Weimarer Land, Saale-Holzland-Kreis, Saalfeld- Rudolstadt und Saale-Orla-Kreis. Außerdem ist der Freistaat Thüringen Partner des VMT.
Auch Preise für Kindereinzelfahrten steigen
Auch Kindereinzelfahrten werden teurer. Ab August sind dafür dann zwei Euro statt 1,90 Euro fällig. Zudem kostet eine Tageskarte innerhalb der City-Zone 7,60 Euro statt bisher 7,40 Euro.
Warum steigen die Preise?
Begründet wird die Preissteigerung mit höheren Lohn- und Energiekosten sowie hohen Infrastrukturkosten. Im Moment wird gerade sehr viel an den Schienen repariert, das macht sich dann auch bemerkbar.
Gibt es ein Kurzstreckenticket?
Ein Kurzstreckenticket gibt es nicht. Es ist im Moment auch keins geplant.
Sascha Georgy, der Geschäftsführer des VMT, begründet es so: In einem Verkehrsverbund gibt es Straßenbahnen, Busse und Züge. Legt man nun fest, man kann drei Stationen fahren, dann sind es in der Stadt vielleicht 2 Kilometer, bei einem Bus vielleicht schon bis zum übernächsten Dorf und beim Zug kommt man fast von Erfurt bis Jena.
Zum anderen müsste dann die technische Umsetzung geprüft werden, wie kontrolliert man die Kurzstrecke. Im Moment werden nur Tarifzonen erfasst, die können aber 50 Haltestellen enthalten. Und es gibt dabei eine soziale Komponente. Nutzen in den Städten viele ein Kurzstreckenticket, verringert das die Einnahmen des Nahverkehrsanbieters. Und diese geringeren Einnahmen müsste er dann auf die anderen Tarife aufschlagen, und das wären dann vor allem Reisende im ländlichen Raum. Aber die Frage eines Kurzstreckentickets wird trotzdem weiter diskutiert mit den Partnern im VMT.
Kann man sparen?
Wenn man Fahrkarten online über die Fairtiq App oder DB-Navigator App kauft, reduziert sich der Preis der Einzelfahrkarte um 10%. Außerdem berechnet die App immer den günstigsten Preis.
Was mache ich mit alten Fahrkarten?
Bereits gekaufte Fahrkarten bleiben noch drei Monate gültig und können bis zum 31.10.2026 genutzt werden. Danach können ungenutzte Fahrkarten umgetauscht werden. Abonnement werden automatisch auf die neuen Tarife umgestellt.
Ändert sich auch der Preis des Deutschlandtickets?
Nein, der Preis des Deutschlandtickets ändert sich nicht. Es gelten weiterhin die bundesweit einheitlichen Tarifregelungen.
Nach Angaben des VMT stellt das Deutschlandticket mittlerweile einen wesentlichen Bestandteil der Einnahmen des Unternehmens dar. Aktuell würde dies etwa 60 Prozent der Erlöse ausmachen, teilte eine Sprecherin MDR Thüringen mit. Allerdings gäbe es keine genauen Erkenntnisse darüber, wie intensiv die Tickets genutzt werden.
Was ändert sich noch?
Manche Abonnements hatten eine Mindestlaufzeit von vier oder zwölf Monaten. Das wird nun einheitlich. Die Mindestvertragslaufzeit aller Abonnements beträgt künftig drei Monate.
MDR (bs/ns)