Versteckte Android-Einstellung "Privates DNS": Was der Handgriff wirklich bringt
Jedes Android-Handy hat seit Version 9 die Einstellung "Privates DNS" an Bord - kaum jemand kennt sie. Dabei sorgt sie für mehr Privatsphäre, weniger Werbung und etwas mehr Tempo.
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ANDROID
Jedes Android-Handy hat seit Version 9 die Einstellung “Privates DNS” an Bord - kaum jemand kennt sie. Dabei sorgt sie für mehr Privatsphäre, weniger Werbung und etwas mehr Tempo.
Mit Android 9 hat Google das Feature “Privates DNS” eingeführt. Ihr findet sie inzwischen auf fast jedem Android-Handy. Auf den Galaxy-Geräten von Samsung verbirgt sie sich etwa in den Einstellungen unter “Verbindungen” > “Weitere Verbindungseinstellungen”. Wer hier die Option aktiviert, surft trotz Störung beim Provider weiter oder schützt seine Privatsphäre. Welche(n) Vorteil ihr freischaltet, ist abhängig von der Wahl des DNS-Anbieters. Doch was ist DNS überhaupt?
DNS steht für Domain Name System. Das Konstrukt wird gerne mit einem Telefonbuch verglichen. Im Prinzip verbirgt sich dahinter eine Datenbank, die Internetadressen wie www.netzwelt.de die korrekte IP-Adresse zuordnet. Diese benötigt euer Computer, um unsere Seite abzurufen. Ohne DNS müsstet ihr eine Zahlenkombination wie 146.75.121.63 eintippen. Große deutsche Internetanbieter wie die Telekom, O2 oder Vodafone betreiben eigene DNS-Server. Diese nutzt ihr automatisch, wenn ihr einen Vertrag beim jeweiligen Anbieter habt.
Mehr Privatsphäre durch "Privates DNS"
Wechselt ihr hingegen auf einen "Privaten DNS", nutzt ihr praktisch ein anderes Telefonbuch und das hat Vorteile! Euer Provider sieht nicht mehr, welche Webseiten ihr aufruft. Das verschafft euch mehr Privatsphäre. Anonym seid ihr aber dadurch nicht im Netz unterwegs. Eure IP-Adresse ist weiterhin sichtbar und lässt so eine Rückverfolgung zu. Wer seine IP verschleiern will, braucht einen VPN-Dienst (zum Vergleich).
Ein weiterer Vorteil: Haben die DNS-Server eures Internetanbieters ein Problem, könnt ihr in der Regel keine Internetadressen aufrufen. Aktiviert ihr in diesem Fall das "Private DNS" in eurem Handy und gebt einen alternativen DNS-Server an, seid ihr trotz Störung womöglich wieder online. Alternative DNS-Server können aber auch ganz ohne Störung praktisch sein. Einige Anbieter filtern über ihren DNS-Server Werbung - etwa AdGuard. Andere blockieren - etwa Quad9 - blockieren schädliche Webseiten.
Arbeiten die Namensauflösungsserver besonders schnell, kann dies auch eure Internetverbindung beschleunigen. Wunder solltet ihr nicht erwarten. Doch wie findet ihr alternative DNS-Server und richtet sie ein? Eine entsprechende Google-Suche liefert schnell tausende Treffer. Wir würden euch aber dazu raten, nur vertrauenswürdige Dienste zu nutzen. Netzwelt kann folgende Anbieter empfehlen:
Empfehlenswerte DNS-Anbieter
- AdGuard DNS (dns.adguard.com)
- Cloudflare (one.one.one.one)
- Google (dns.google)
- Quad9 (9.9.9.9)
Um einen der DNS-Anbieter einzurichten, öffnet auf eurem Android die Einstellungen und sucht hier nach "Privates DNS". Wählt den Eintrag aus und tippt dann auf die Option "Hostname des Anbieters des privaten DNS". Gebt hier dann die oben in Klammer genannte URL eures gewählten Anbieters an - also etwa one.one.one.one für Cloudflare und tippt auf "Speichern". Prüft nun, ob ihr eine Webseite aufrufen könnt. Wenn ja, hat die Einrichtung geklappt. Andernfalls prüft, ob ihr euch bei der Eingabe der Domain vertippt habt.
Sollte es nach der Aktivierung oder zu einem späteren Zeitpunkt zu Problemen kommen - manche WLAN-Netzwerke mögen keine Geräte mit fest eingestellten DNS-Servern -, könnt ihr die Einstellungen jederzeit zurücksetzen. Wählt dazu im Menü die Option "Automatisch (empfohlen)" und ihr kehrt automatisch zum DNS-Server eures Anbieters zurück.
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