USA fordern von Netanjahu Verurteilung militanter Siedler
Westjordanland USA fordern von Netanjahu Verurteilung militanter Siedler Radikale Siedler sind am Freitag offenbar wieder zu den Häusern palästinensischer Familien im Dorf Qusra zurückgekehrt. Israels ...
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Westjordanland
USA fordern von Netanjahu Verurteilung militanter Siedler
Radikale Siedler sind am Freitag offenbar wieder zu den Häusern palästinensischer Familien im Dorf Qusra zurückgekehrt. Israels Premier äußerte sich bisher nicht zu den Vorfällen
Ramallah/Jerusalem – Die USA drängen den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu zu einer öffentlichen Verurteilung militanter Siedler. Dies verlautete am Freitag aus US- und israelischen Regierungskreisen. Hintergrund ist die seit fast einer Woche andauernde Belagerung von palästinensischen Häusern im Dorf Qusra im Westjordanland, wo Siedler die Familien, darunter zwei Kinder, von Wasser und Strom abgeschnitten haben. Netanjahu äußert sich bisher nicht zu den Vorfällen.
Der als sehr proisraelisch geltende US-Botschafter Mike Huckabee hatte die Siedler in Qusra zuvor "israelische Terroristen" genannt. Die USA hätten Israels Militär und Polizei aufgefordert, die radikalen Siedler aus Qusra zu entfernen. Seit Sonntag belagern sie mehrere Häuser, auch eines, das einem Palästinenser mit US-Staatsbürgerschaft gehört.
Belagerung hält an
Palästinensischen und israelischen Berichten zufolge hielten sich radikale israelische Siedler am Freitag immer noch in der Nähe von palästinensischen Wohnhäusern in Qusra auf, sie seien am Morgen zurückgekehrt. Der Dorfvorsteher Abdul Azim al-Wadi sagte der Deutschen Presse-Agentur, sie belagerten die Häuser weiterhin. Die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa berichtete, rund 15 Palästinenser seien weiterhin in ihren Häusern eingeschlossen.
Die Bewohner harren dort dem Bericht zufolge derzeit unter schwierigen Bedingungen aus. Mehrere Medien sowie Qusras Dorfvorsteher berichteten, dass israelische und internationale Aktivisten mit Lebensmitteln und Getränken für die Palästinenser in die Gegend gekommen seien. Israelische Sicherheitskräfte hätten sie aber nicht zu den Häusern gelassen. Israels Militär sagte auf Anfrage, allen israelischen Staatsbürgern sei der Zutritt zu Qusra untersagt.
Schäden in den Häusern
Zunächst hatten Soldaten die Siedler gewähren lassen, beteten sogar mit ihnen gemeinsam, wie auf Videoaufnahmen zu sehen war. Als der Aufschrei größer wurde, wurden mehr Soldaten dorthin geschickt: Seit Donnerstag sind nach Angaben der Armee Soldaten im Einsatz, um "vor Ort für Sicherheit zu sorgen" und die Siedler dazu zu bewegen, die Gegend zu verlassen. Ein von ihnen neu errichtetes Zelt sei wieder entfernt worden.
Noch am Donnerstag waren 13 palästinensische Familien laut Haaretz von der israelischen Armee gezwungen worden, ihre Häuser zu verlassen. Auch die von der Belagerung betroffenen Familien wurden dazu aufgefordert, weigerten sich dem Bericht zufolge aber. Israelische und palästinensische Medien berichteten unter Berufung auf die Bewohner, dass israelische Soldaten in der Zwischenzeit Schäden in den Häusern angerichtet und dort Geld gestohlen haben.
In den vergangenen Jahren hat die Gewalt israelischer Siedler gegen Palästinenser im Westjordanland zugenommen. Laut Aufzeichnungen der israelischen NGO Peace Now kommt es jeden Tag zu einer neuen illegalen Aneignung palästinensischer Grundstücke durch Rechtsextreme. Die Banden schlagen ihre Zelte auf und beginnen, die Menschen rundherum systematisch zu terrorisieren – in der Hoffnung, dass es den Familien irgendwann zu viel wird und sie sich ein neues Zuhause suchen. Allein im Vorjahr wurden 22 palästinensische Dörfer fast oder vollständig ausgelöscht, weil sie den täglichen Attacken nicht mehr standhielten. (APA, maa, sterk, 14.8.2026)
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