Umbaupläne für Casteller Straße: Weniger Parkplätze, breitere Wege
StartseiteRegionMain-TaunusHofheimStand: 24.08.2026, 08:00 UhrKommentareUns auf Google folgenNun gibt es konkrete Vorschläge für eine Erneuerung der Casteller Straße. © Jürgen DickhausSchon lange gibt es Pläne ...
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Stand: 24.08.2026, 08:00 Uhr
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Schon lange gibt es Pläne für eine grundhafte Erneuerung der Casteller Straße in Diedenbergen. Jetzt gibt es konkrete Vorschläge.
Diedenbergen – Die etwas älteren Diedenberger erinnern sich noch gut an das Projekt „Dorferneuerung“ im Rahmen des Hessischen Dorferneuerungsprogramms. Dreimal hatte die Stadt einen entsprechenden Förderantrag gestellt, 1998 kam endlich die ersehnte Zusage. 1999 wurde das Unternehmen dann mit einer Bürgerversammlung in der Kirche und der Begründung einer Arbeitsgemeinschaft interessierter Bürger (AG DE) gestartet.
„Ein Vorzeigeprojekt“, wie Klaus Ernst vom Heimatgeschichtsverein einmal formuliert hat. Denn die Bürger sollten mitentscheiden, wie ihre Ortsmitte künftig aussehen sollte. Ortsvorsteher war damals Horst Schaper (SPD). Ziele waren der Bau eines Dorfgemeinschaftshauses zusammen mit der Evangelischen Kirchengemeinde – und eine Lösung für ein Dauerproblem: „Die Verkehrsbelastung im Ortskern, besonders in der Casteller Straße“, wie die Zeitungen damals berichteten. Absicht war, „die Casteller Straße so auszubauen, dass durch Verkehrsberuhigung der Durchgangsverkehr reduziert wird.“
Pflaster seinerzeit „Steine des Anstoßes“
Das Ergebnis kennen alle Diedenberger. Der Kreisel in Richtung Autobahnauffahrt gehört dazu. Und in der Ortsmitte wurde „ein spezielles Pflaster“ verlegt, das „optisch den historischen Charakter des Platzes“ betonen sollte, wie es bei der Vorstellung der Planung 2002 hieß. Nach der Verlegung 2005 mutierte der gut gemeinte Belag allerdings schnell zu „Steinen des Anstoßes“. Mehrfach wurde in den vergangenen 20 Jahren bei den ausführenden Firmen um Nachbesserung gebeten, weil sich die Pflastersteine immer wieder lösten, was bei jedem vorbeifahrenden Auto für nervigen Lärm sorgte. 2018 hatte der Ortsbeirat es zuletzt reklamiert. Zuvor war schon eine „Aktion sichere Bürgersteige“ initiiert worden, in deren Folge es auch Verkehrsworkshops und Ortsbegehungen gab. Passiert ist ein wenig seither – aber zu wenig, befand der Ortsbeirat immer wieder.
In der jüngsten Ortsbeiratssitzung sah es immerhin so aus, als wolle man im Rathaus nun das Problem ganz grundsätzlich bei den Hörnern packen. Der Magistrat sieht sogar die Notwendigkeit für eine „grundhafte Erneuerung“ der Casteller Straße inklusive des Einmündungsbereichs der Weilbacher Straße. Der Pflasterbelag soll dabei weichen. Grundhafte Erneuerung heiße, dass die Anlieger mit finanziellen Beiträgen belastet werden. Das müsse man der Fairness halber von vornherein sagen, merkte Stadtrat Wulf Baltruschat (CDU) an.
Rathausmitarbeiterin Alisa Benner stellte zwei mögliche Varianten für die Umgestaltung der Casteller Straße vor. Beide sehen mehr Raum für Fußgänger vor, was zwangsläufig zulasten des Straßenraumes geht. Der wird stark auch für das Abstellen von Fahrzeugen genutzt. 53 öffentliche Stellplätze hat die Stadt im untersuchten Bereich gezählt und festgestellt, dass der Anteil der Langzeitparker bei bis zu 47 Prozent liegt.
In Variante 1 werden die Gehwege auf eine Mindestbreite von einem Meter vergrößert, sodass sie auch mit Rollstuhl nutzbar sind. Die Parkflächen würden versetzt und durch Begrünungselemente begrenzt, was zu einer Reduzierung auf 26 Plätze führt. Die Bushaltestelle zwischen Friedhofsweg und Dachsweg würde so verlegt, dass sie in beide Richtungen künftig direkt gegenüberläge.
Parkplätze schwinden in beiden Plänen
Variante 2 sieht eine zusätzliche Ampel auf Höhe der Casteller Straße 74 vor. Sie soll eine wechselweise einspurige Verkehrsführung bis zur bestehenden Ampel an der Einmündung Wildsachsener Straße ermöglichen. Weil bei Einbahnverkehr die Fahrbahnbreite auf 3,75 Meter verringert werden kann, könnten die Bürgersteige wachsen. Auch in dieser Variante schwindet die Zahl der Stellplätze auf 26 plus einen barrierefreien Platz. Ergänzend wurde die Einrichtung eines sogenannten „Shared Space“ geprüft, in dem alle Verkehrsteilnehmer den gesamten niveaugleichen Straßenraum gleichberechtigt nutzen. Eine Idee, die im Ortsbeirat allerdings auf erkennbar wenig Sympathie stieß.
Über die beiden vorgestellten Varianten soll nun weiter gesprochen werden, und das auch mit den Bürgern. „Wir haben noch sehr, sehr viele Fragen“, kündigte André Seuberth (FWG) schon mal Diskussionsbedarf an. Der Ortsbeirat begrüßte das Projekt aber grundsätzlich und betonte seinerseits, dass die Bürger dabei mitzunehmen seien. „Im Herbst“ soll es ein erstes „Arbeitsgespräch“ geben, zu dem die Stadt einladen wird.