Angriff auf Samara: Ukrainische Marschflugkörper treffen russische Raketenfabrik

Das ukrainische Militär hat eine russische Raketenfabrik angegriffen. Präsident Selenskyj will durch größere Schäden die Notwendigkeit für Frieden in Russland klarmachen. Qu...

  • 2 min read
Angriff auf Samara: Ukrainische Marschflugkörper treffen russische Raketenfabrik

Das ukrainische Militär hat eine russische Raketenfabrik angegriffen. Präsident Selenskyj will durch größere Schäden die Notwendigkeit für Frieden in Russland klarmachen.

Quelle: DIE ZEIT, Reuters,

tw

Aktualisiert am 15. August 2026, 18:05 Uhr

Ihr Browser unterstützt die Wiedergabe von Audio Dateien nicht. Download der Datei als mp3: https://zon-speechbert-production.s3.eu-central-1.amazonaws.com/articles/98f30c40-bc95-4a1b-8745-49d4f0dd8e01/full_f7f669b64cfcf949a9676a4b4a6b6caab7e9cbf667e01501b02bbe99813741ba115894ed53dc0aea8d527c56158a902a.mp3

158 Kommentare
Ukraine Angriffe Samara Progress Marschflugkörper Russland
Will die Notwendigkeit, den Krieg zu beenden, in Russland spürbar machen: der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. © Marko Djurica/​Reuters

Das ukrainische Militär hat nach Angaben von Wolodymyr Selenskyj das Raketen- und Raumfahrtzentrum Progress im russischen Samara angegriffen. Flamingo-Marschflugkörper haben die rund 900 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernte Raketenfabrik getroffen, teilte der ukrainische Präsident auf Telegram mit.

Ukrainische Streitkräfte hätten außerdem den Militärflugplatz Sawasleika, einen Stützpunkt für russische Kampfflugzeuge in der Region Nischni Nowgorod, beschossen. Dort seien Flugzeuge stationiert, die ​für Angriffe auf die Ukraine eingesetzt würden.

Selenskyj zufolge ist das Ziel der Angriffe, den Druck auf Russland zur Beendigung des Krieges zu erhöhen. »Es ist wichtig, ‌dass das ⁠russische Kriegspotenzial verringert wird«, schrieb Selenskyj ​auf der Kurznachrichtenplattform X. »Frieden ist nötig, und das muss in Russland spürbar sein – durch konkreten Schaden an bestimmten Einrichtungen.«

Russland entwickelt Alternative zum Starlink-System

Dem ukrainischen Generalstab zufolge gab es direkte Treffer und Brände auf dem Flugplatz in der Region Nischni Nowgorod sowie im Raumfahrtzentrum Progress in der Region Samara. Die Stadt Samara entwickelte sich vor allem in der Sowjetzeit zu einem wichtigen Zentrum für die Produktion von Trägerraketen, Satelliten ⁠und Raumfahrttechnik.

Nach ukrainischen Angaben werden im Progress-Werk Raketen für das Breitbandnetzwerk Rasswet hergestellt. Russland entwickelte das Netzwerk als ‌Alternative zum Starlink-System des US-Unternehmens SpaceX, das der Ukraine erhebliche Vorteile bei der Drohnensteuerung und der Kommunikation auf ​dem Schlachtfeld verschafft.

Örtliche Vertreter der Region Samara teilten mit, die Luftverteidigung habe dort einen großen Raketenangriff abgewehrt. Die industrielle Infrastruktur habe örtlich begrenzte Schäden erlitten, Rettungskräfte seien im Einsatz. Von den Behörden in Nischni Nowgorod gab es zunächst keine Bestätigung für den Angriff auf den Flugplatz.

Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, in den ‌vergangenen 24 Stunden ukrainische Logistikzentren sowie Treibstoff-, Energie- und Verkehrsinfrastruktur angegriffen zu haben. Auch Montagehallen für Langstreckendrohnen und Drohnenboote seien getroffen worden. Die Berichte beider Seiten ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

Verfolgen Sie alle Entwicklungen im Krieg Russlands gegen die Ukraine in unserem Liveblog.