Ukraine-Krieg: Ukrainischer Ex-Minister Fedorow ruft zu Wahlen im Krieg auf
Russische Firmen spenden offenbar Milliarden für Krieg +++ Ukraine: Selenskyj schlägt Chmara als Verteidigungsminister vor +++ Moskau mit Hunderten Drohnen attackiert +++ Der Newsblog.
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Ukraine-Krieg: Ukrainischer Ex-Minister Fedorow ruft zu Wahlen im Krieg auf
Live-Blog Selenskyj empfängt neuen deutschen Botschafter in Kiew +++ Lawrow: Könnten Großbritannien als Kriegspartei in der Ukraine betrachten +++ Russische Firmen spenden offenbar Milliarden für Krieg +++ Der Newsblog.
Mychajlo Fedorow: Er wurde als ukrainischer Verteidigungsminister kürzlich entlassen. Foto: Geert Vanden Wijngaert/AP/dpa
Ukrainischer Ex-Minister Fedorow ruft zu Wahlen im Krieg auf
Der kürzlich entlassene ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow fordert in einer aufsehenerregenden Ansprache Wahlen während des Krieges. Die Nation befinde sich in einer Regierungskrise und die Korruption in Kriegszeiten müsse enden, sagt der 35-Jährige in einer auf YouTube veröffentlichten Videoansprache.
Es ist die erste derartige Forderung einer bedeutenden ukrainischen politischen Persönlichkeit seit Beginn des russischen Angriffskrieges. Das Gesetz in der Ukraine verbietet die Abhaltung von Wahlen während des Krieges. Fedorow war im Juli entlassen worden und hatte es danach abgelehnt, als Berater von Präsident Wolodymyr Selenskyj weiterzuarbeiten.
Selenskyj empfängt neuen deutschen Botschafter in Kiew
Der neue deutsche Botschafter in der Ukraine, Boris Ruge, hat nach seinem Dienstantritt Präsident Wolodymyr Selenskyj sein Beglaubigungsschreiben überreicht. „Wir sind sehr stolz darauf, so starke Freunde zu haben“, sagte der Staatschef gemäß einer Mitteilung. Selenskyj dankte dabei Deutschland für die gewährte Hilfe.
„Ihre Unterstützung ist die größte in Europa. Wir wissen das und erinnern uns daran“, sagte das Staatsoberhaupt. Bei dem Empfang in der historischen Sophienkathedrale in der ukrainischen Hauptstadt Kiew sei auch der Ausbau der gemeinsamen Rüstungsproduktion besprochen worden.
Lawrow: Könnten Großbritannien als Kriegspartei in der Ukraine betrachten
Russlands Außenminister Sergej Lawrow sagt der Agentur Interfax zufolge, Russland habe das Recht, die direkte Beteiligung Großbritanniens an Angriffen auf russisches Territorium als Beteiligung am Krieg in der Ukraine zu betrachten. Seine Äußerungen folgten auf einen Bericht der britischen Zeitung „The Times“ vom Samstag, wonach erstmals in Großbritannien hergestellte Drohnen für Fernangriffe gegen Russland eingesetzt worden sein sollen.
Die Ukraine wird ebenso wie auch Russland von anderen Ländern in dem Krieg unterstützt. Erst am Montag hatte Lawrow von Soldaten aus Nordkorea gesprochen, die Russland unterstützten.
Russische Firmen spenden offenbar Milliarden für Krieg
Angesichts immer höherer Kosten für den Angriffskrieg gegen die Ukraine sind russische Geldgeber laut einem Medienbericht einem Spendenaufruf gefolgt und haben Milliarden in die Staatskasse gepumpt. Bis Mitte August seien 383,69 Milliarden Rubel (rund 3,9 Milliarden Euro) an freiwilligen Abgaben in den Haushalt geflossen, berichtete die russische Wirtschaftszeitung „Wedomosti“. Das sei anderthalbmal so viel wie für das gesamte Jahr 2025. Die Summe übertraf demnach alle Erwartungen.
Der Großteil der Mittel sei geflossen, nachdem es im März einen Aufruf gegeben hatte an die Unternehmer, meldete die Zeitung unter Berufung auf das Finanzministerium. Für solche Überweisungen kämen nicht nur große Konzerne infrage, sondern auch Einzelpersonen, Unternehmens- oder Familienstiftungen, erklärte der Chef des russischen Industriellen- und Unternehmerverbandes, Alexander Schochin, der Zeitung. Jeder Großspender entscheide selbst über die freiwillige Abgabe mit Blick auf die eigene finanzielle Situation.
Wofür das Geld genau ausgegeben wird, ist nicht klar. Allerdings klafft im russischen Haushalt ein hohes Defizit wegen der immer höheren Ausgaben für Putins seit viereinhalb Jahren tobenden Angriffskrieg gegen die Ukraine. Laut „Wedomosti“ könnte die Regierung im Herbst noch eine Übergewinnsteuer für den Finanzsektor einführen, um noch mehr Geld einzunehmen. Zur Finanzierung des Krieges hatte Putin schon die Einkommens- und auch die Mehrwertsteuer erhöhen lassen.
Ukraine: Selenskyj schlägt Chmara als Verteidigungsminister vor
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj schlägt Jewhenij Chmara als neuen Verteidigungsminister vor. Zugleich habe er erklärt, dass Andrij Sybiha Außenminister bleiben solle, teilen Abgeordnete mit. Die Abstimmung im Parlament über die Personalien ist für Mittwoch angesetzt. Chmara führt das Verteidigungsministerium kommissarisch, seit sein Vorgänger Mychajlo Fedorow im Juli entlassen wurde. Dieser Schritt hatte eine politische Krise für Selenskyj ausgelöst.

Der geschäftsführende Verteidigungsminister Jewhenij Chmara (l) und der neue Oberkommandierende Generalmajor Mychajlo Drapatyj (r) zeigen demonstrative Einigkeit. Verteidigungsministerium der Ukraine/dpa
Ein Toter bei Explosion nahe AKW Saporischschja
Bei der Explosion einer Drohne an einer Bushaltestelle für Mitarbeiter des ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja ist am Dienstag ein Mensch getötet worden. Zudem seien 15 weitere Personen verletzt worden, darunter drei schwer, teilte die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) unter Berufung auf den Werkleiter mit. Der Vorfall habe sich gegen 6.00 Uhr ereignet. Der Leiter des von russischen Truppen besetzten Kraftwerks bezeichnete das Geschehen demnach als das „schlimmste Ereignis, von dem das Werk bisher betroffen war“.
London sichert Ukraine trotz Drohungen aus Russland weiterhin Unterstützung zu
Die britische Regierung hat nach Drohungen aus Russland ihre anhaltende Unterstützung für die Ukraine bekräftigt. Großbritannien sei entschlossen, die Ausrüstung bereitzustellen, die die Ukraine benötige, um sich gegen „Putins illegale Invasion“ zu verteidigen, teilte das Verteidigungsministerium mit Blick auf den russischen Angriffskrieg und Kremlchef Wladimir Putin am Dienstag mit.
Selenskyj kündigt Reaktion auf russischen Angriff mit zehn Toten an
Nach einem russischen Raketenangriff mit zehn Toten in der Region Charkiw hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj eine Reaktion angekündigt. Selenskyj sprach auf der Plattform X von einer brutalen Attacke. Sein Mitgefühl gelte den Angehörigen der Opfer.
Gebiet Charkiw: Zehn Tote nach russischem Raketenangriff
Bei einem russischen Raketenangriff sind nach ukrainischen Behördenangaben im östlichen Gebiet Charkiw mindestens zehn Menschen getötet worden. Bei dem Luftschlag in Petschenihy rund 55 Kilometer östlich von Charkiw seien auch acht Menschen verletzt worden, teilte der Gebietsgouverneur Oleh Synjehubow bei Telegram mit. Es sei zivile Infrastruktur beschädigt worden, darunter zehn Privathäuser, ein Café und Geschäfte.
Russland und die Ukraine haben ihre gegenseitigen Luftangriffe deutlich verstärkt. Experten sprechen von einer Eskalation der Gewalt auf beiden Seiten. Russland griff zuletzt verstärkt mit Marschflugkörpern und Raketen an, während die Ukraine überwiegend auf immer schnellere und weitreichende Drohnen, aber auch auf Marschflugkörper setzt.
Bürgermeister: Moskau mit Hunderten Drohnen attackiert
Die russische Millionenmetropole Moskau und die umliegende Hauptstadtregion sind in der Nacht zum Ziel einer Angriffswelle mit ukrainischen Drohnen geworden. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Tass handelte es sich um die heftigste derartige Attacke seit zwei Jahren.
Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin teilte demnach mit, von Montagabend bis Dienstagmorgen seien 620 Drohnen in Richtung der Hauptstadtregion geflogen. Die meisten habe die Luftabwehr schon im Anflug abgewehrt, weitere 180 Drohnen seien dann im Raum Moskau vom Himmel geholt worden. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen. Über mögliche Opfer oder Schäden wurde zunächst nichts bekannt.
Die ukrainische Luftwaffe fliegt nahezu täglich große Angriffswellen gegen die russische Hauptstadtregion. Schon in der Nacht zu Sonntag wurde das Moskauer Gebiet laut Sobjanin von ungefähr 600 Drohnen attackiert – demnach gab es neben einem Todesopfer auch mehrere Verletzte.
Tote und Verletzte bei russischen Angriffen
Bei russischen Angriffen sind am Abend in der Ukraine mehrere Menschen getötet und verletzt worden. In Saporischschja starben ein Mann und eine Frau bei einem Drohnenangriff auf eine Kleingartenanlage, wie der regionale Militärverwalter Iwan Fedorow auf Telegram mitteilte. Bei weiteren Drohneneinschlägen sei in einer Gemeinde von Saporischschja der Strom ausgefallen.
Aus der südukrainischen Hafenstadt Odessa meldeten die Behörden mindestens neun Verletzte durch russische Angriffe. „Der Feind setzt den Terror gegen die Zivilbevölkerung in der Region Odessa fort“, schrieb der regionale Militärverwalter Oleh Kiper auf Telegram. Nach Angaben der Agentur Ukrinform wurden bei den russischen Drohnenangriffen ein Restaurant und mehrere Privathäuser getroffen.
Selenskyj kündigt Personaländerungen im Militär an
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat mit der Militärspitze seines Landes die aktuelle Kriegslage erörtert und eine Reihe von Entscheidungen in die Wege geleitet. In erster Linie seien Personalentscheidungen getroffen worden, berichtete Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. „Es ist sehr wichtig, dass erfahrene Kommandeure mehr Handlungsspielraum erhalten“, sagte er. Er habe bei der Sitzung einen Teil der Personalentscheidungen gebilligt, die ihm Oberbefehlshaber Mychajlo Drapatyj vorgelegt habe.
Namen nannte Selenskyj nicht. Selenskyj und die Militärs erörterten zudem die Auswirkungen der ukrainischen Drohnenangriffe tief auf russischem Staatsgebiet. „Wir setzen unsere Fernoperationen fort“, sagte er zu den Einsätzen. „Die Prioritäten für die Präzisionsschläge bis September stehen bereits fest.“
Offenbar russische Drohne stürzt auf Feld in Moldau
Eine vermutlich russische Drohne ist in den Luftraum von Moldau eingedrungen und auf einem Acker explodiert. Das unbekannte Fluggerät sei im Gebiet Stefan Voda im äußersten Südosten des Landes zerschellt und habe einen kleinen Brand ausgelöst, teilte die moldauische Polizei auf Telegram mit. Personen seien nicht zu Schaden gekommen. Experten untersuchten den Absturzort. Nach Darstellung ukrainischer Medien war eine russische Drohne vom Typ „Banderol“ beim Anflug auf den Hafen von Odessa vom Kurs abgekommen und über die Grenze nach Moldau geflogen.
Russland importiert Benzin aus Indien nach Angriffen auf Raffinerien
Russland importiert Benzin aus Indien, um Treibstoffengpässe nach ukrainischen Drohnenangriffen auf Raffinerien auszugleichen. Mindestens eine Ladung hat den russischen Inlandsmarkt erreicht, wie drei Brancheninsider der Nachrichtenagentur Reuters sagen und Schiffsdaten von LSEG zeigen. Ein unter omanischer Flagge fahrender Tanker hat Anfang August etwa 68.000 Tonnen Benzin im arktischen Hafen Witino entladen, von wo aus es per Bahn an inländische Abnehmer weitertransportiert wird.
Laut LSEG-Daten werden in den kommenden zwei Wochen mindestens zwei weitere Benzinlieferungen aus Indien in russischen Häfen erwartet. Moskau hat wegen der Engpässe zudem Benzinimporte aus Belarus und Kasachstan aufgenommen sowie ein Exportverbot für Kraftstoffe verhängt.
Russland greift ukrainische Kohlemine an - ein Toter
Bei einem russischen Angriff auf eine ukrainische Kohlemine ist ein Mensch ums Leben gekommen. Die Attacke habe einen Brand ausgelöst, bei dem der 52-Jährige getötet worden sei, teilte das Bergbau- und Energieunternehmen DTEK am Montag mit. Zuvor hatte der staatliche Energiekonzern Naftogas eine Serie russischer Angriffe gemeldet, die Sachschäden angerichtet hätten.
Vier Jahre Straflager für russischen Kriegsgegner Schlosberg
Ein russisches Gericht hat den prominenten russischen Kriegsgegner und Oppositionellen Lew Schlosberg in einem umstrittenen Verfahren zu elf Jahren und einem Monat Haft im Straflager verurteilt. Die Richterin befand den Vizechef der liberalen Oppositionspartei Jabloko unter anderem der Verunglimpfung der russischen Streitkräfte für schuldig.
Das Urteil blieb damit leicht hinter dem Strafantrag der Staatsanwaltschaft, die am Freitag auf zwölf Jahre und einen Monat plädiert hatte. Der 63 Jahre alte Politiker wird das Urteil anfechten, wie Schlosbergs liberale Partei Jabloko mitteilte.

Der Oppositionelle Lew Schlosberg. Uncredited/AP/dpa
Ukrainisches Energieunternehmen meldet verstärkte russische Angriffe
Russland nimmt das ukrainische Energieunternehmen Naftogas ins Visier. In der vergangenen Woche seien 13 Firmenstandorte attackiert worden, teilte der Staatskonzern am Montag mit. Eine Anlage sei mehrfach getroffen worden. Drohnen und Raketen hätten schwere Schäden angerichtet, aber keine Angestellten verletzt. Seit Jahresbeginn habe es etwa 300 Angriffe gegeben.
Chefvolkswirt von Staatsbank VEB offenbar nach Kriegskritik entlassen
Die staatliche russische Entwicklungsbank VEB hat Insidern zufolge ihren Chefvolkswirt nach kritischen Äußerungen zur Wirtschaftslage und zum Ukraine-Krieg entlassen. Dies sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Der prominente Ökonom Andrej Klepatsch hatte bereits im Mai auf einem Finanzforum erklärt, Russland falle im Wettbewerb mit dem Westen und China zurück und erleide durch den Krieg zunehmend wirtschaftlichen Schaden. Die Bank bestätigte die Entlassung, nannte jedoch keinen Grund. Auch Klepatsch selbst bestätigte gegenüber Reuters seinen Abgang.
Die Rede von Klepatsch, die auf der Webseite des Nikitski-Clubs – eines Forums von Ökonomen und Regierungsvertretern – veröffentlicht wurde, war erst vergangene Woche in russischen Medien bekannt geworden. „Wir fallen zurück. Wir verlieren den technologischen und wirtschaftlichen Wettbewerb in der Welt“, sagte Klepatsch. „Und wir verlieren ihn nicht nur gegen China und die USA. In gewisser Weise verlieren wir ihn auch gegen die Ukraine.“ Dies liege an der finanziellen Unterstützung des Westens für Kiew. „Wir werden den Wettbewerb in diesem Zermürbungskrieg nicht gewinnen. Wir haben die Illusion, dass dort (in der Ukraine) alles zusammenbrechen wird. Es ist nicht zusammengebrochen und wird nicht zusammenbrechen. Unsere Kosten steigen.“

Der ehemalige Chefvolkswirt der VEB Andrej Klepatsch. REUTERS/Anton Vaganov/File Photo
Erneuter Benzinmangel in Russland - Limits an Tankstellen
In einigen russischen Regionen ist es offiziellen Angaben und Medienberichten zufolge im August erneut zu Engpässen bei der Treibstoffversorgung gekommen. Daraufhin verschärften die Behörden in mindestens zehn Gebieten wieder die Kontrollen für den Verkauf an Tankstellen, wie unter anderem Regionalmedien melden. Benzin war am Montag an einigen Tankstellen im Raum Moskau nicht erhältlich, während Diesel fast überall verfügbar war, berichten Augenzeugen.
Die Versorgungskrise hatte im Mai begonnen und sich bis Juli auf fast alle Teile des Landes ausgeweitet. Auslöser waren der Ausfall mehrerer Raffinerien nach Drohnenangriffen sowie ein saisonal bedingter Anstieg der Nachfrage. Ende Juli hatte sich die Lage zunächst stabilisiert. Eine neue Welle von Drohnenangriffen auf Ölraffinerien Ende Juli und Anfang August führte zu neuen Engpässen und Verkaufsauflagen.
Mehrere Unterstützer von Anti-Kriegspartei in Moskau festgenommen
Russische Sicherheitskräfte haben in Moskau Dutzende Unterstützer der Anti-Kriegspartei Jabloko in Gewahrsam genommen. Vor dem Obersten Gerichtshof wird über den Ausschluss der liberalen Oppositionspartei von der Parlamentswahl verhandelt. Dort seien nicht weniger als 35 Menschen abgeführt worden, teilte Jabloko-Chef Nikolai Rybakow mit. Die Partei veröffentlichte auch Videos von Festnahmen. Rybakow forderte vor Gericht die Freilassung der Menschen und ein Ende der Einschüchterungsversuche durch die Polizei.
Das Oberste Gericht Russlands verhandelte erneut über den Ausschluss von Jabloko von der Parlamentswahl vom 18. bis 20. September. Die Partei hatte Berufung eingelegt gegen den vor einer Woche vom Gericht beschlossenen Entzug der Zulassung zur Duma-Wahl. Die Aussichten, dass Jabloko doch noch zugelassen wird, gelten als düster.
Russland meldet Einnahme zweier weiterer Orte in der Ukraine
Russland setzt seinen Vormarsch in der Ukraine nach eigenen Angaben weiter fort und meldet die Einnahme von zwei Ortschaften. Es handele sich um Nowosoloschyne in der südöstlichen Region Saporischschja und um Andrijiwska Hromada in der Region Donezk, teilt das Verteidigungsministerium in Moskau mit.
Tass: Strafverfahren in Russland gegen „FAZ“-Journalisten
Nach seiner Frage bei einer Pressekonferenz zur Tötung russischer Soldaten ist in Moskau nach Angaben der Staatsagentur Tass ein Strafverfahren gegen einen deutschen Journalisten eingeleitet worden. Ermittelt werde gegen den Korrespondenten der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ („FAZ“) wegen des Schürens von Hass und Feindseligkeit, meldete Tass.
Aktuell werde entschieden, ob der Reporter, der für die Zeitung aus Wien über Südosteuropa berichtet, international zur Fahndung ausgeschrieben werde. Die Pressestelle der „FAZ“ teilte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit, dass ihr das Verfahren nicht bekannt sei.

Selenskyj auf der Pressekonferenz in Belgrad Imago
Der Korrespondent hatte vor gut einer Woche in Belgrad den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj gefragt, was die Europäer tun könnten, um der Ukraine dabei zu helfen, mehr russische Soldaten zu töten. Das löste breite Kritik aus. Die Zeitung hatte danach am Montag erklärt, die Frage des Reporters sei missverständlich formuliert gewesen. Dies bedauere man. Es sei nicht die redaktionelle Linie der „FAZ“, dass möglichst viele russische Soldaten getötet werden sollten.
Ukraine: Angriff auf russische Produktionsanlage für Raketentreibstoff
Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben eine Anlage zur Herstellung von Raketentreibstoff in der russischen Region Rostow angegriffen. „Das Unternehmen stellt Feststoffraketentreibstoff für Mehrfachraketenwerfer sowie für eine Reihe von Raketensystemen und luftgestützten Waffensystemen her“, teilt das ukrainische Militär auf Telegram mit. Rostow liegt im Süden Russlands und grenzt an die Ukraine.
Russland meldet 822 abgeschossene ukrainische Drohnen
Die russischen Streitkräfte haben nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau landesweit 822 ukrainische Drohnen abgeschossen. Wie viele gegnerische Drohnen entdeckt wurden oder ihr Ziel erreicht haben, teilt Russland nicht mit. Etwa 45 Kilometer südlich von Moskau ist eine große Rauchwolke über dem getroffenen Wildberries-Lager in Koledino zu sehen, wie Reuters-Videos zeigen. Die Ukraine hat in den vergangenen Wochen verstärkt den Online-Händler Wildberries ins Visier genommen. Sie wirft dem Unternehmen vor, Militärgüter zu vertreiben.
Moskaus Bürgermeister: Ukraine greift russische Hauptstadt mit 600 Drohnen an
Die Ukraine hat die Region der russischen Hauptstadt nach Angaben von Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin in der Nacht mit rund 600 Drohnen angegriffen. Davon seien 201 in der Region Moskau von der Luftabwehr zerstört worden,
schrieb Sobjanin auf der Plattform Telegram. Die meisten Drohnen seien bereits vorher beim Anflug auf die Region abgewehrt worden, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Tass den Bürgermeister.
Der ukrainische Angriff auf Moskau schien eine der größten bisherigen Angriffswellen Kiews zu sein. Ende Juli etwa berichteten russische Behörden von 390 Drohnen in einer Nacht, Anfang Juli waren es 452 gewesen. Bürgermeister Sobjanin sprach nun von drei Verletzten. Er machte keine Angaben zu möglichen Schäden.
Der ukrainischen Nachrichtenseite „Kyiv Independent“ zufolge trafen die Angriffe in der Region Moskau unter anderem Industrieeinrichtungen sowie ein Lager des russischen Online-Händlers Wildberries. Die Ukraine hatte dessen Einrichtungen zuletzt auch in anderen russischen Landesteilen angegriffen.
Die Angaben der beiden Kriegsparteien konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden.

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