Krieg in Nahost: Trump: "Wir verhandeln nur so halb"
Newsblog zum Krieg in Nahost Trump: "Wir verhandeln nur so halb"Aktualisiert am 10.08.2026 - 02:40 UhrLesedauer: 18 Min.Das iranische Regime will Fotos des obersten Füjhrers veröffentlichen. Israel widersetzt s...
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Newsblog zum Krieg in Nahost
Trump: "Wir verhandeln nur so halb"
Aktualisiert am 10.08.2026 - 02:40 UhrLesedauer: 18 Min.
Das iranische Regime will Fotos des obersten Füjhrers veröffentlichen. Israel widersetzt sich Trumps Plan für Gaza. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Montag, 10. August
Vom Iran unterstützte Rebellen greifen Hafenstadt im Jemen an
Die vom Iran unterstützten jemenitischen Huthi-Rebellen haben erneut die an der Westküste Jemens liegende Hafenstadt Mokka angegriffen. Die Armee teilte am späten Abend auf der Plattform X mit, die Huthi-Miliz habe ballistische Raketen und Drohnen auf ein Wohnviertel der von der Regierung kontrollierten Stadt geschossen. Die Luftabwehr habe einige Drohnen abgefangen.
Bei einem Angriff der Miliz zuvor seien sieben Zivilisten und Militärangehörige getötet und weitere Menschen verletzt worden, teilte die Armee weiter mit. Huthi-Militärsprecher Jahja Sari erklärte auf der Plattform Telegram, der Angriff habe saudi-arabischen Truppen und Waffenlagern in der Stadt gegolten. Mokka liegt nahe der strategisch wichtigen Meerenge Bab al-Mandab, die für die Schifffahrt den Eingang zum Roten Meer bildet.
Saudi-Arabien kämpft gemeinsam mit der international anerkannten Regierung im Jemen seit Jahren gegen die Huthi-Miliz. Diese hatte den Jemen, ein armes Land auf der Arabischen Halbinsel, 2014 förmlich überrannt und in einen Bürgerkrieg gestürzt. 2022 trat in dem Konflikt eine Waffenruhe in Kraft, kleinere Gefechte gab es allerdings weiterhin.
Trump verzichtet offenbar vorerst auf Angriffe auf Iran
Donald Trump will auf weitere Angriffe auf den Iran offenbar vorerst verzichten und stattdessen auf wirtschaftlichen Druck setzen. "Wir halten uns zurück", sagte Trump dem Nachrichtenportal "Axios" am Sonntag in einem kurzen Telefoninterview. "Wir verhandeln nur so halb mit ihnen", fügte der US-Präsident hinzu. Die US-Regierung warte ab und beobachte den Iran, der eine "enorme Inflation" und "kein Geld" habe.
Trump hatte erst vor gut einer Woche neue massive Angriffe auf den Iran angedroht, diese dann aber wieder ausgesetzt, weil es "Umrisse einer Vereinbarung" zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus gebe. Zuletzt hatte der Iran aber wieder harte Bedingungen für eine Öffnung der für den weltweiten Erdöl- und Erdgashandel wichtigen Meerenge gestellt. Die iranischen Revolutionsgarden bekräftigten am Sonntag, die Straße von Hormus werde so lange blockiert bleiben, "bis der Feind alle unsere Bedingungen erfüllt".
Nachdem Außenminister Abbas Araghtschi am Samstag unter anderem "Entschädigungen" von den USA gefordert hatte, legte der Nationale Sicherheitsrats des Iran eine ganze Liste an Bedingungen für ein Ende der Blockade vor: Er forderte unter anderem ein Ende des "Krieges und der Aggression gegen den Iran und seine Verbündeten im Libanon, in Palästina, im Jemen und im Irak" sowie eine Aufhebung der von den USA verhängten Blockade iranischer Häfen und der Sanktionen.
Irans Präsident Peseschkian trifft obersten Führer Chamenei
Der iranische Präsident Massud Peseschkian hat sich mit dem neuen obersten Führer des Iran, Modschtaba Chamenei, getroffen. Wie Chameneis Büro am Sonntag mitteilte, sprach die beiden "ausführlich über die Probleme und Herausforderungen des Landes", einschließlich der "derzeitigen militärischen Lage und der Zukunftsaussichten". Wann genau das Treffen stattgefunden hat, wurde nicht mitgeteilt. Am Mittwoch hatte Peseschkian die Kommunikation mit Chamenei noch als "momentan sehr schwierig" bezeichnet.
Peseschkian hatte zuletzt Anfang Mai mitgeteilt, dass er sich mit Chamenei getroffen habe. Er hatte auch damals kein Datum genannt. Chameneis Büro hatte damals gar keine Stellungnahme abgegeben.
Chamenei ist der Nachfolger von Ayatollah Ali Chamenei, der seit 1989 an der Spitze der Islamischen Republik gestanden hatte und am ersten Tag des US-israelischen Krieges gegen den Iran am 28. Februar getötet worden war. Sein Sohn Modschtaba Chamenei, der seine Nachfolge antrat, ist seitdem nie öffentlich aufgetreten. Am Sonntag kündigte ein General der iranischen Revolutionsgarden die Veröffentlichung von Fotos an, die Chamenei in der Öffentlichkeit und bei Treffen zeigen sollen. Wie er der Nachrichtenagentur Tasnim sagte, ist dies "künftig" geplant, einen konkreteren Zeitpunkt nannte er aber nicht.
Netanjahu: Israel lehnt Gaza-Fahrplan ab
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat seine Ablehnung des von US-Präsident Donald Trump unterstützten Plans zur Entwaffnung der islamistischen Hamas im Gazastreifen bekräftigt. Bereits vergangene Woche hatte Netanjahu den Plan kritisiert, nun wurde er deutlicher: "Israel lehnt den 15-Punkte-Plan ab", sagte er am Sonntag. Die israelische Armee werde erst dann aus dem Gazastreifen abziehen, wenn die dort herrschende Hamas "wirklich" entwaffnet sei.
Die Hamas und ihre Verbündeten sind nach Netanjahus Ansicht nach wie vor in der Lage, einen neuen Angriff auf Israel zu starten. Israels Armee werde daher "weiterhin Bedrohungen für unsere Streitkräfte und unsere Bürger abwehren".
Trump hatte Ende Juli eine Einigung zur Entwaffnung der Hamas und ihrer Verbündeten im Gazastreifen sowie einen Rückzug der israelischen Armee bekannt gegeben. Seinen Plan bezeichnete er als "Meilenstein". Nach Darstellung des US-Präsidenten sollte die islamistische Miliz schrittweise ihre Waffen abgeben, anschließend sollten sich die israelischen Streitkräfte aus dem Gazastreifen zurückziehen. Eine internationale Stabilisierungstruppe und eine neue palästinensische Polizei sollten die Verantwortung übernehmen. Zuletzt hatte der von Trump ins Leben gerufene "Friedensrat" bei einem Treffen mit Netanjahu am vergangenen Montag zugesagt, die israelische Armee müsse sich erst dann zurückziehen, wenn die Hamas "vollständig" entwaffnet sei. Nach Ansicht einiger "Friedensrat"-Mitglieder ist dieses Ziel jedoch nicht realistisch erreichbar.
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Sonntag, 9. August
Iran tauscht obersten Sicherheitsberater aus
Der ehemalige Kommandeur der mächtigen iranischen Revolutionsgarden (IRGC), Mohsen Resai, ist neuer Vorsitzender des iranischen Nationalen Sicherheitsrates. Der oberste Führer Modschtaba Chamenei habe ihn an die Spitze des mächtigen Gremiums berufen, teilten iranische Medien übereinstimmend mit. Chamenei schrieb dies auch selbst auf X.
Mit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar waren durch amerikanisch-israelische Luftangriffe viele zentrale Personen der iranischen Führung getötet worden. Dass nun der bisherige Vorsitzende des Sicherheitsrates, der eher unbekannte Brigadegeneral Mohammed Bagher Solghadr, durch Resai ersetzt wird, könnte auf eine weitere Festigung des Einflusses der IRGC auf die Regierung hindeuten.