Touristenbusse müssen weichen: Parkplatz am Ottoneum fällt für lange Zeit weg

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Touristenbusse müssen weichen: Parkplatz am Ottoneum fällt für lange Zeit weg

Stand: 22.08.2026, 12:00 Uhr

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Papinplatz, zentrale Bushaltestelle für Touristenbusse, von links Thomas und Sylvia Fredrich von Stadtrundfahrt Kassel und Margret Baller und Claudia Panetta-Möller von Stadtführungen Kassel

Hier war er noch nutzbar: Für den zentralen Bushalt für Touristenbusse auf dem Papinplatz wünschen sich (von links) Thomas und Sylvia Fredrich von Stadtrundfahrt Kassel und Margret Baller und Claudia Panetta-Möller von Stadtführungen Kassel adäquaten Ersatz. © Bastian Ludwig

Der große Bushalt auf dem Papinplatz wird für die Opernhaus-Sanierung mindestens sechs Jahre gesperrt. Nun steht die Fläche erstmal bis 11. September nicht zur Verfügung.

Kassel – Seit dieser Woche ist der Papinplatz zwischen Schauspielhaus und Ottoneum mit Bauzäunen abgesperrt. Wo sonst Reisebusse Touristengruppen ausladen und Stadtrundfahrten starten, findet der Aufbau für die Aktion „Ein Rummelnachtstraum“ statt. Der theatrale Jahrmarkt wird vom Staatstheater Kassel und der Schaustellerfamilie Schellberg vom 28. August bis 6. September veranstaltet (HNA berichtete). Erst ab 11. September kann die Fläche wieder für Stadtrundfahrten und Touristenbusse genutzt werden. Damit fehlt für dreieinhalb Wochen ein adäquater Bushaltepunkt für Kassel-Besucher.

Doch während sich dies für wenige Wochen mit einem Provisorium regeln lässt, steht ein viel größeres Problem bevor. Nach der documenta im nächsten Jahr soll der Papinplatz für mindestens sechs Jahre für ein mehrstöckiges Containerdorf und die Lagerung von Baumaterial für die Opernhaus-Sanierung voll gesperrt werden. Denn der Friedrichsplatz kommt für die Baustelleneinrichtung nicht infrage, weil er wegen der Tiefgarage nur eingeschränkt belastet werden darf. Dies bringt nicht nur Touristengruppen, Stadtführer und die Anbieter der Kassel-Rundfahrten in Not. Auch eine Zufahrt zum Naturkundemuseum im Ottoneum ist in den bisherigen Planungen nicht vorgesehen, was auch den Museumsbetrieb tangieren dürfte.

Thomas und Sylvia Fredrich von „Stadtrundfahrt Kassel“ sind enttäuscht darüber, dass sie in die Planungen nicht rechtzeitig eingebunden wurden. Auch von der Theateraktion und der mehrwöchigen Sperrung habe er nur durch Zufall erfahren, sagt Thomas Fredrich. Dabei fahre er seit 16 Jahren Touristen freitags bis sonntags vom Papinplatz zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt. „Wir haben uns für die Zeit des Theater-Rummels darum bemüht, von einem anderen Ort abfahren zu können“, sagt Fredrich. Letztlich habe er sich mit der Stadt auf eine temporäre Haltestelle vor dem AOK-Gebäude am Friedrichsplatz verständigt. Diese sei aber nur für einen Bus ausgelegt und dürfe nur zum Ein- und Aussteigen genutzt werden.

Kassel Stadtrundfahrt Fredrich, Sightseeing und Busreisen muss für drei Wochen vor der AOK starten, da der Busbahnhof neben dem Schauspielhaus gesperrt ist. Thomas FredrichFoto: Andreas Fischer

Neuer Abfahrtsort: Die Stadtrundfahrten starten die nächsten Wochenenden vor dem AOK-Gebäude am Friedrichsplatz. © Fischer, Andreas/Andreas Fischer

Für die Zeit während der Theater-Aktion ist dies aus Sicht von Fredrich eine Notlösung, die aber keinesfalls für die bevorstehende Sperrung des Papinplatzes während der Opernhaus-Sanierung tauge. Denn längst nicht nur für die Stadtrundfahrten braucht es einen ausreichend dimensionierten, innenstadtnahen Bushalt. „Der Papinplatz ist der zentrale Anlaufpunkt für Touristengruppen. Er ist auf allen Internetportalen und in Broschüren zu finden“, sagt Claudia Panetta-Möller von Stadtführungen Kassel. Neben Theaterbesuchern würden über das Jahr etliche Busgesellschaften in Kassel Station machen – besonders viele seien es zum Weihnachtsmarkt. Deshalb müsse rechtzeitig eine adäquate Ausweichfläche für die Phase der Opernhaus-Sanierung gefunden werden.

Die bislang von der Stadt vorgetragenen Vorschläge seien nicht überzeugend, findet Panetta-Möller. So sei der Parkplatz an den Messehallen ins Spiel gebracht worden. „Der ist zu weit weg von der Innenstadt und es fehlen Toiletten. Auch für die Busfahrer, die ihre Lenkzeitpausen einhalten müssen, braucht es Infrastruktur“, so die Gästeführerin. Sie befürchtet, wenn keine gute Alternative zum Papinplatz geschaffen werde, würden viele Reisegruppen einen Bogen um Kassel machen. Dabei müsse auch an die Belange von Rollstuhlfahrern und älteren Menschen gedacht werden. „Wir haben bereits Buchungen für 2027. Um verlässliche Infos geben zu können, brauchen wir Klarheit“, so Panetta-Möller.

Die Stadt weist die Kritik zurück, dass Fredrich zu spät in die Pläne eingeweiht wurde. Als dieser sich Ende Mai an die Stadt gewandt habe, seien die Details zur Veranstaltung noch gar nicht klar gewesen. Anfang Juli sei die Abstimmung über die Ersatzhaltestelle, in die der Busunternehmer eingebunden gewesen sei, abgeschlossen worden. Damit habe er ausreichend Zeit gehabt, sich darauf einzustellen. Für die mehrjährige Sperrung des Papinplatzes ab 2027 liefen die Planungen noch. Dabei würden auch die touristischen Nutzungen der Fläche berücksichtigt.

Als Baudienstleister des Landes Hessen ist der Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen (LBIH) bei der Sanierung federführend. Dieser hat auf eine HNA-Anfrage aber nicht reagiert.