Tintenfische erobern die heimische Nordsee – und werden in den Süden exportiert
KI-Stimme. InfoWie sieht die Nordsee als Lebensraum infolge des Klimawandels in den nächsten Jahrzehnten aus? Einen kleinen Vorgeschmack darauf liefert die aktuelle Entwicklung an der belgischen Küste. Weil die...
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KI-Stimme. Info
Wie sieht die Nordsee als Lebensraum infolge des Klimawandels in den nächsten Jahrzehnten aus? Einen kleinen Vorgeschmack darauf liefert die aktuelle Entwicklung an der belgischen Küste. Weil die Wassertemperatur kontinuierlich steigt, verzeichnen Fischer derzeit eine regelrechte Tintenfisch-Invasion, berichtet der „Schweizer Rundfunk“ (SRF). Im Vergleich zum Jahresmittel zwischen 1997 und 2021 war die Temperatur an der Wasseroberfläche 2025 bereits um 0,9 Grad wärmer – ideal für Tintenfisch-Eier, die eine Temperatur zwischen 9 und 11 Grad benötigen, um lebensfähig zu sein.

„Früher war es viel kälter. Aber jetzt beobachten wir, dass die Eier der Kopffüßer sehr gut in der Nordsee überleben können“, sagte Hans Polet, wissenschaftlicher Direktor am flämischen Institut für Landwirtschafts- und Fischereiforschung, gegenüber dem Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS). Demnach habe sich der südliche Teil der Nordsee, der relativ flach sei, in hundert Jahren um vier Grad erwärmt.
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Die Folgen des Klimawandels bedeuten neue Lebensräume für andere Meeresbewohner. Landeten früher vor allem Dorsche und Krabben in den Fischernetzen, sind es mittlerweile tonnenweise Kalmare und Kraken, die aus der Nordsee gezogen werden. Weil sich der Kabeljau aufgrund der hohen Wassertemperaturen kaum noch fortpflanzen kann, schwindet die Konkurrenz für alle Unterarten der Tintenfische. Dementsprechend groß ist das Nahrungsangebot an Krabben und Krebsen für die sonst eher in südlichen Gefilden beheimateten Meeresbewohner.
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Diese Entwicklung habe sich in den vergangenen Jahren beschleunigt, erzählt Tom Premereur, Direktor der Flämischen Fischauktion. Vor acht oder neun Jahren hätten Fischer keinen einzigen Tintenfisch im Netz gehabt, heute hingegen würden sie den größten Teil der Fänge ausmachen. Ein Fischer habe ihm im vergangenen Winter erzählt, dass er mehr als zwei Tonnen Kraken und Kalmare gefangen habe.
Kurios: Weil die Überfischung die Population der Tintenfische in den Mittelmeerregionen hat sinken lassen, exportieren die flämischen Fischer den Großteil ihrer Fänge gen Süden. Ein lukratives Geschäft, da die Kraken und Kalmare derzeit für fünf bis neun Euro verkauft werden.