Threema: DDoS-Attacken setzen Messenger zeitweise außer Gefecht
Nutzer und Nutzerinnen des Messengers Threema mussten in dieser Woche zeitweise auf den Dienst verzichten. Grund war eine Serie größerer DDoS-Angriffe, die Threema sowie den Colocation-Partner Nine trafen. Dies...
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Nutzer und Nutzerinnen des Messengers Threema mussten in dieser Woche zeitweise auf den Dienst verzichten. Grund war eine Serie größerer DDoS-Angriffe, die Threema sowie den Colocation-Partner Nine trafen. Dies berichtet das Entwicklerteam in einem Blogbeitrag. Besonders am Dienstagabend war der Dienst betroffen: Zwischen 19:30 und 23:30 Uhr MESZ war Threema nicht verfügbar. Am Mittwochmorgen folgten weitere kürzere Ausfälle.
Bei einem Distributed-Denial-of-Service (DDoS)-Angriff wird ein Online-Dienst mit einer riesigen Menge an Anfragen oder Datenpaketen bombardiert. Ziel ist es, die Infrastruktur zu überlasten und den Dienst für normale User unerreichbar zu machen. Die Angreifer müssen dabei nicht in Systeme eindringen oder Daten stehlen: Im Mittelpunkt steht allein die Verfügbarkeit.
Besonders schwierig wird die Abwehr, wenn die Angreifer ihre Methoden und Quellen ständig verändern. Genau das passierte laut Threema bei der aktuellen Angriffswelle. Während Threema neue Angriffsmuster analysierte und filterte, passten die Angreifer ihre Attacken erneut an. Dadurch kam es am Mittwochvormittag immer wieder zu kurzen Unterbrechungen.
Angriff auf Threema oder mehrere Ziele?

Unklar ist bislang, ob Threema tatsächlich das Hauptziel der Angreifer war oder ob die Attacken gleichzeitig auf mehrere Ziele gerichtet waren. Sicher ist laut des Unternehmens jedoch, dass die Angreifer äußerst hartnäckig vorgingen. Erst ab 12:23 Uhr am Mittwoch lief der normale Betrieb wieder stabil, seitdem sind die Dienste nach Angaben von Threema vollständig verfügbar.
Nicht die gesamte Threema-Kundschaft war von den Problemen betroffen. Organisationen, die Threema OnPrem einsetzen, betreiben ihre Instanz auf eigener Infrastruktur und konnten den Messenger deshalb auch während der Angriffswelle ohne Unterbrechungen nutzen. Unternehmen, die Threema Work verwenden, wurden dagegen über die instabile Situation informiert.
Verstärkung für die DDoS-Abwehr

Threema will aus den jüngsten Problemen Konsequenzen ziehen: Zusätzlich zu den bereits vorhandenen Schutzmechanismen wird ein spezialisierter DDoS-Schutz vorgeschaltet. Dieser soll schädlichen Datenverkehr bereits vor der eigenen Infrastruktur herausfiltern und damit die Systeme entlasten. Nach den letzten Stabilitätstests soll der zusätzliche Schutz kurzfristig in Betrieb gehen.
Auch bei der Kommunikation plant Threema Verbesserungen. Die Status-Seite soll künftig eine Historie vergangener Störungen enthalten und um einen RSS-Feed ergänzt werden. User und die zuständige Administration von Threema Work können damit Statusmeldungen über einen unabhängigen Kanal abonnieren und schneller erfahren, wenn es erneut zu Problemen kommt.
Threema (App Store-Link) steht weiterhin als mobile App für iPhones und iPads im deutschen App Store zur Verfügung und kostet dort einmalig 7,99 Euro. Die rund 116 MB große Messenger-App erfordert zur Installation mindestens iOS bzw. iPadOS 17.0 oder neuer auf dem Gerät und kann mittlerweile in 19 verschiedenen Sprachen genutzt werden.
Preis: 7,99 €