Taktisches Wählen löst das Problem mit der extremen Rechten nicht

StartseiteMeinungKommentareStand: 14.08.2026, 21:29 UhrKommentareUns auf Google folgenUm langfristig die Stimmanteile der extremen Rechten zu reduzieren, müssen die demokratischen Parteien in Sachsen-Anhalt und...

  • 2 min read
Taktisches Wählen löst das Problem mit der extremen Rechten nicht

Stand: 14.08.2026, 21:29 Uhr

Kommentare

Uns auf Google folgen

14.08.2026, Sachsen-Anhalt, Magdeburg: Ein Wahlplakat zeigt CDU-Spitzenkandidat und Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) mit dem Titel „Lebensleistung würdigen“. Nach Diskussionen um seine Wahlplakate hat der sachsen-anhaltische CDU-Spitzenkandidat Schulze einen Fehler eingeräumt. (zu dpa: „«Wunderheiler“ Schulze? Politiker äußert sich zu Plakaten») Foto: Peter Gercke/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits +++ dpa-Bildfunk +++

Um langfristig die Stimmanteile der extremen Rechten zu reduzieren, müssen die demokratischen Parteien in Sachsen-Anhalt und anderswo überzeugendere inhaltliche Angebote machen. © Peter Gercke/dpa

Ein reines Dagegensein hält die AfD nicht auf, die demokratischen Parteien müssen potentielle Wählende der Rechten mit Inhalten für sich gewinnen. Der FR-Kommentar.

Taktisches Wählen löst die Probleme nicht. Denn wer einen reinen Abwehrkampf führt, ignoriert die politischen Herausforderungen der Gegenwart. Die AfD erreicht in Sachsen-Anhalt in aktuellen Umfragen 43 Prozent. Je nachdem, welche anderen Parteien in den Landtag einziehen werden, könnte das der in dem Bundesland als gesichert rechtsextremistisch eingestuften Partei für eine absolute Mehrheit reichen.

Nun wollen demokratische Akteure alles dafür tun, um eine absolute Mehrheit dieser Partei zu verhindern. Darum empfehlen sie, strategisch oder auch taktisch zu wählen. Für sie bedeutet das, die Stimme den Grünen oder der SPD zu schenken, weil deren Einzug in den Landtag die Regierungschancen der AfD senkt.

Aber erfordern Zeiten, in denen die AfD 43 Prozent der Stimmen zu bekommen vermag, nicht andere Lösungen als ein reines Dagegensein? Denn in jedem Fall wird die AfD die mit Abstand meisten Plätze im Landtag besetzen. Ob sich alle anderen Parteien auf eine gemeinsame Koalition einigen werden, ist die eine Frage. Bisher schließt die CDU ein Bündnis mit der Linken aus. Die andere Frage ist: Was können wir von einem solchen Bündnis erwarten und wie lange würde es halten? Die inneren Konfliktlinien würden von massivem Druck der starken Opposition angefeuert werden.

Jede und jeder hat das Recht, taktisch zu wählen. Wie lange aber lässt sich ein solcher Abwehrkampf führen? Dass in Zukunft die Verhältnisse anders aussehen, ist kaum zu erwarten, wenn eine Koalition regiert, die sich nicht auf ein politisches Programm einigen kann. Es ist Zeit für Inhalte.

Hannah Jagemast.

Hannah Jagemast. © privat