SV Raisting siegt 2:0 – trotz drei Platzverweisen gegen Gilching

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SV Raisting siegt 2:0 – trotz drei Platzverweisen gegen Gilching

Stand: 24.08.2026, 08:01 Uhr

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Maximilian Berwein gegen Johannes Mayr (l.)  - Fußball - Bezirksliga Süd - Saison 2026/27 - SV Raisting (SVR) - 1. FC Penzberg (FCP) - 19. August 2026

Spielszene aus dem Derby gegen Penzberg: Maximilian Berwein (r.) vom FC Penzberg gegen Johannes Mayr (l.) vom SV Raisting. © Andreas Mayr

Der SV Raisting gewinnt beim TSV Gilching mit 2:0 – und beendet damit seine Negativserie. In Überzahl tat sich der SVR aber schwer.

Gilching – Der TSV Gilching – das wird stets der Verein seiner Jugend bleiben. Noch heute unterhält Peter Bootz einen kleinen Stammtisch mit Kameraden von früher. Beim TSV ist er groß geworden, nennt ihn nach wie vor „meinen Heimatverein“, auch wenn es bis auf den Abteilungsleiter kaum Anknüpfungspunkte gibt. Von den Fans, die reinschreien, kenne er aber doch noch ein paar, scherzte Bootz nach dem Wiedersehen in seiner Heimat. Und wie die Gilchinger brüllten an diesem Sonntag. Drei Platzverweise gingen auf ihr Team hernieder. Der Gipfel der Grausamkeit war dann das Endergebnis: 0:2 aus Sicht des Favoriten. Das hieß aber auch: drei Punkte für Peter Bootz und seine Raistinger. Wenn das mal kein Ausgleich für die zuletzt so guten, doch ertragslosen vergangenen Wochen ist.

Statistik

TSV Gilching-A.⇥0
SV Raisting⇥2
Tore: 0:1 (38.) Lajqi, 0:2 (83.) Mayr. Gelbe Karten: Gilching 4, Raisting 3. Gelb-rote Karten: Gilching (27.) Wiedemann, (45.+4) Bauer. Rote Karte: Gilching (34.) König. Schiedsrichter: Florian Semrau. Zuschauer: 120.

Aber der Trainer des SVR wollte sich keinesfalls rühmen mit diesem Erfolg. „So sollten wir nicht nochmals spielen, das kostet uns Sympathie bei unseren Zuschauern.“ Die Darbietung seiner Männer bei dreifacher Überzahl: „Grausam.“ Anders kann er’s nicht sagen. Schon die Ausgangslage ließ Schlimmstes befürchten. Auf beiden Seiten fehlten locker zehn Stammkräfte, also pro Team. „War wirklich das letzte Aufgebot“, notierte Peter Bootz. Michael Ahn aktivierte er aus der Reserve, er hatte sogleich 90 Minuten durchzuhalten. Die Arrivierten auf der Bank saßen nur als Dummies dort. Kein Wunder, dass sich ein niveauarmer Kick entfaltete, der das Siegel „Bezirksliga“ nun wirklich nicht verdient hatte. „Das schlechteste Spiel, das ich begleitet habe“, sagte Bootz.

Gastgeber zürnen dem Schiri

Ins Visier der Gilchinger geriet ziemlich bald Schiedsrichter Florian Semrau, ein junger Mann, seit drei Jahren in der Liga aktiv. Seine Beurteilung von Kontakten fanden auch die Raistinger nicht prickelnd, bei den Schlüsselsequenzen aber ging Peter Bootz mit dem Offiziellen mit. Alle drei Feldverweise sah der SVR-Coach als berechtigt an. Ganz im Gegensatz zu den Gastgebern. Zunächst beging der bereits gelb-verwarnte Quirin Wiedemann ein zweites, hartes Foul. Hernach grätschte Maximilian König dermaßen rüde, dass auch Bootz sagte: „Für mich Rot.“ Und Ben Bauer, ebenfalls schon sanktioniert, meckerte zum Halbzeitpfiff für alle hörbar und beförderte den Ball aufs Vereinsgelände, sodass Schiri Semrau nochmals zur Karte griff. Raisting führte da 1:0. Mit zwei Mann mehr hatte Patriot Lajqi eine präzise Hereingabe von Sebastian Baur verwandelt. Aus ähnlicher Lage hatte gegen Penzberg noch vergeben. Es gleicht sich in einer Saison eben alles aus.

Bei dreifacher Überzahl hätte man meinen können, dass Raisting nun kurzen Prozess machen würde. Zumal Bootz im Training öfter dergleichen üben lässt. Aber weit gefehlt. Viele einfache Fehler schlichen sich ein. „Ungeschickt“, sagte der Coach dazu. „Wir waren nicht in der Lage, das ruhig runterzuspielen.“ Stotternde Raistinger auf der einen, hilflose Gilchinger auf der anderen Seite. Immerhin gab es noch ein zweites Tor von Johannes Mayr – wieder auf Vorlage von Sebastian Baur. Ihr Trainer merkte an: „Das musst du davor schon entscheiden.“