35 Tote: Regierung erfährt von Versammlung in Dorf – und schickt Drohnen

Menschenrechtler schlagen Alarm Mindestens 35 Tote nach Drohnenangriff auf DorfgerichtAktualisiert am 03.08.2026 - 05:31 UhrLesedauer: 2 Min.Der Konflikt im Sudan vollzieht sich nahezu abseits der Weltöffentlic...

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35 Tote: Regierung erfährt von Versammlung in Dorf – und schickt Drohnen

Menschenrechtler schlagen Alarm

Mindestens 35 Tote nach Drohnenangriff auf Dorfgericht


Aktualisiert am 03.08.2026 - 05:31 UhrLesedauer: 2 Min.

Der Konflikt im Sudan vollzieht sich nahezu abseits der Weltöffentlichkeit. Dabei passieren dort täglich Grausamkeiten. Jetzt wurde eine Dorfversammlung bombardiert.

Es ist einer der blutigsten Konflikte unserer Zeit, dennoch findet der Bürgerkrieg im Sudan weitgehend ohne die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit statt. Nun ist es in der besonders umkämpften Region Darfur, im Westen des zentralafrikanischen Landes, zu einem folgenschweren Angriff gekommen, bei dem mindestens 35 Menschen ums Leben kamen.

Die sudanesische Armee attackierte nach Angaben einer Menschenrechtsorganisation ein Dorf in der Region. Die Organisation Emergency Lawyers erklärte am Sonntag, die Armee habe eine traditionelle Gerichtsversammlung in dem von der RSF-Miliz (Rapid Support Forces) kontrollierten Dorf Garra al-Sawaja angegriffen. Dort hätten sich zahlreiche Zivilisten in der Nähe eines Gerichtsgebäudes eingefunden, um Anhörungen über "örtliche Fälle und Streitigkeiten" beizuwohnen.

Bei dem Drohnenangriff wurden nach Angaben von Emergency Lawyers 35 Menschen getötet und weitere Menschen verletzt. Ein Dorfbewohner, der aus Sorge um sein Leben anonym bleiben wollte, sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Anhörung habe unter einem Baum stattgefunden. Unter den Toten seien auch vier Stammesführer und zwei RSF-Kommandeure. Dies könnte ein Grund für den Angriff durch die Regierungstruppen gewesen sein.

Sudan: Kriegsverbrechen auf beiden Seiten

Das Dorf Garra al-Sawaja liegt unweit der Stadt Kabkabiya, rund 150 Kilometer westlich der Gebietshauptstadt El-Fascher. Diese war von den RSF im Oktober 2025 nach 18-monatiger Belagerung eingenommen worden. Die RSF gingen aus der von der Regierung unterstützten Miliz namens Janjaweed hervor, der Gräueltaten in Darfur Anfang der 2000er Jahre vorgeworfen werden. Inzwischen haben die RSF weitgehend die Kontrolle über Darfur erlangt; ihnen werden zahlreiche Verbrechen gegen die Menschlichkeit und ethnische Säuberungen vorgeworfen.

Die von der RSF-Miliz eingesetzte Regierung in Darfur sprach von einem "entsetzlichen Verbrechen", bei dem 37 Menschen getötet und 50 weitere verletzt worden seien. Von der sudanesischen Armee lag zunächst keine Stellungnahme vor.

Im Sudan liefern sich die Armee von Militärherrscher Abdel Fattah al-Burhan und die RSF-Miliz seines ehemaligen Stellvertreters Mohamed Hamdan Daglo seit mehr als drei Jahren erbitterte Gefechte. In dem Krieg im drittgrößten Land Afrikas wurden bereits zehntausende Menschen getötet, mehr als elf Millionen Menschen sind auf der Flucht. Beiden Seiten werden Kriegsverbrechen zur Last gelegt, darunter Angriffe auf Zivilisten.

Besonders abscheulich sind dabei systematische Angriffe auf Kinder in dem Konflikt gewesen, die der RSF zur Last gelegt werden. "Kinder waren keine Kollateralschäden dieser Gewalt – oft wurden sie gezielt ins Visier genommen und haben unermesslich gelitten. Sie wurden in großem Umfang getötet, verletzt, vergewaltigt, entführt und zwangsweise rekrutiert", hieß es in einer Mitteilung der Menschenrechtsorganisation Amnesty International.